KZBV: E-Rezept startet in Zahnarztpraxen wie geplant

KZBV und KZV Westfalen-Lippe zu den aktuellen Entwicklungen beim E-Rezept

Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) und die Kassenzahnärztliche Vereinigung (KZV) Westfalen-Lippe halten an der geplanten Einführung des E-Rezepts fest. Auch in Schleswig-Holstein werden die Zahnarztpraxen weiterhin beim Rollout begleitet. Das teilten die Organisationen am Mittwoch in Berlin und Münster mit. Die Umsetzung eines nicht zugelassenen Einlöseweges in einer einzelnen ärztlichen Praxissoftware sei kein Grund, das Projekt auf Eis zu legen. Der Rollout des E-Rezepts startet damit für Zahnarztpraxen wie geplant am 1. September 2022 in den Regionen Schleswig-Holstein und Westfalen-Lippe.

„An den Rahmenbedingungen, unter denen das E-Rezept in den Regionen Schleswig-Holstein und Westfalen-Lippe eingeführt werden sollte, hat sich nichts geändert“, stellte Dr. Karl-Georg Pochhammer, stellv. Vorsitzender der KZBV klar. „Es gab und gibt die E-Rezept-App der gematik und den Ausdruck des E-Rezepts als sichere Übertragungswege für den E-Rezept-Token. Beide Wege sind mit dem Bundesbeauftragten für Datenschutz abgestimmt.“ Dass nun die Landesbeauftragte für Datenschutz in Schleswig-Holstein die individuelle Lösung eines ärztlichen Softwareherstellers, der seinen Kunden die Übertragung des Tokens per E-Mail ermöglicht hatte, untersagt habe, sei kein Grund, dass Projekt zu stoppen. „Wir verstehen den Wunsch nach einfachen digitalen Alternativen zum Tokenausdruck. Deshalb setzen wir uns für den Einsatz der elektronischen Gesundheitskarte in der Apotheke als zusätzliche digitale Variante, die ohne Ausdruck und App auskommt, ein. Hier müssen gematik und Bundesgesundheitsministerium zeitnah eine Lösung liefern. Der Tokenausdruck sei als Alternative für alle Fälle, in denen rein digitale Wege nicht möglich oder vom Patienten nicht gewollt sind, konzipiert und auch notwendig. Als Standardweg des E-Rezepts sollte er auf Dauer nicht dienen. Daher befürworte man zusätzliche digitale Lösungen – der Versand per ungeschützter E-Mail sei jedoch keine Option.

„Die E-Mail war als sicherer Einlöseweg kein Bestandteil der gematik-Spezifikationen für das E-Rezept“, erklärt Michael Evelt, stellv. Vorsitzender der KZV Westfalen-Lippe. Hier habe ein (!) Hersteller ärztlicher Primärsysteme seinen Kunden eine individuelle Lösung bereitgestellt. „In zahnärztlichen Praxisverwaltungssystemen spielt diese Variante keine Rolle“, so Evelt. Zahnarztpraxen könnten darauf vertrauen, dass sie das E-Rezept sicher abgeben, wenn sie den Token für ihre Patienten in der Praxis ausdrucken. Eine andere sicherere und digitale Alternative sei aktuell die Verwendung der E-Rezept-App der gematik durch die Patienten selbst. „Die sicheren Einlösewege für das E-Rezept sind allen Beteiligten lange bekannt“, erklärten Pochhammer und Evelt. „Für uns hat sich an den Rahmenbedingungen daher nichts geändert. Die KZVen werden den E-Rezept-Rollout folglich ab dem 1. September 2022 wie geplant fortsetzen. Von gematik und BMG erwarten wir, dass das E-Rezept zeitnah und sicher mit der elektronischen Gesundheitskarte in der Apotheke eingelöst werden kann.“

Quelle: KZBV, Pressemitteilung vom 24.08.2022

2 Kommentare

  • Anonymous

    Aus der "Zeit":"Die Gematik, die die Digitalisierung der Gesundheitsbranche beaufsichtigt, hat als Reaktion auf Tschirsichs Ergebnisse das Videoident-Verfahren bis auf Weiteres ausgesetzt. Die Entscheidung sei "unumgänglich"schreibt die Agentur in einer Mitteilung. Die Videoidentifizierung könne erst wieder eingesetzt werden, wenn die Anbieter nachweisen könnten, "dass ihre Verfahren nicht mehr für die gezeigten Schwachstellen anfällig sind"."

    https://www.zeit.de/digital/datenschutz/2022-08/videoident-verfahren-online-identitaetsnachweis-ausweis-risiken/seite-2

  • Anonymous

    Aus der DZW:

    https://dzw.de/wann-kommt-das-e-rezept

    Das ganze mit dem E-Rezept wird uns Zahnärzte so richtig voranbringen, ich freue mich.

    In dem Artikel wird aufgeführt, daß wir ZÄ im Jahr 7,88 Millionen Rezepte erstellen. Gerechnet auf 50.000 Praxen macht das 157 Rezepte pro Jahr, also rund 1 Rezept pro Arbeitstag. Da ist sicherlich ein Gewinn von einer Zeitminute pro Tag drin! Jetzt bitte keine Polemik, das summiert sich übers Jahr auf  fast drei Stunden wertvoller Arbeitszeit, und über 3 Jahre gerechnet auf einen ganzen Tag! Kleiner Wermutstropfen: Falls sich am Anfang nur 10% der Patienten beteiligen, amortisiert es sich etwas später, Sie können dann aber einen Tag früher in Rente gehen.

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