BZÄK: Verbesserung folgt Verschlechterung

Erst seit Juli 2021 kann die Volkskrankheit Parodontitis (PAR) mit einer State-of-the-Art-Behandlung in der GKV durch die neue PAR-Behandlungsstrecke angegangen werden. Diese war das Ergebnis langer fachlicher Beratungen der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA). Mit etwa 35 Millionen an einer Parodontitis Erkrankten in Deutschland und einer bereits vor Jahren festgestellten Unterversorgung war sie dringend notwendig. Dass diese Unterversorgung keine Lappalie war, liegt eben auch an der Bedeutung der chronischen Erkrankung Parodontitis als auslösender oder adjuvanter Faktor für gewichtige Allgemeinerkrankungen.

Auch durch die Aufklärungskampagne der Bundeszahnärztekammer

gibt es nun eine gesteigerte Nachfrage nach Parodontitisbehandlungen in den Praxen.
Die chronische Erkrankung ist mit der neuen PAR-Behandlungsstrecke gut in den Griff zu bekommen, Schlimmeres kann verhindert werden. Prävention par excellence!
Allerdings soll dieser positive Trend nun schon wieder gestoppt werden. Die Gesetzespläne zum GKV-Finanzstabilisierungsgesetz (GKV-FinStG) setzen mit Sparmaßnahmen ausgerechnet an der Patientenversorgung an. Auch die neuen parodontologischen Behandlungen fallen in die geplante Budgetierung. Die PAR-Therapie wird dadurch gleich wieder ausgebremst. „Diesen langen und schweren Zug gleich an der ersten Steigung anzuhalten, riskiert, dass er gar nicht mehr anfahren kann“, so BZÄK-Präsident Prof. Dr. Christoph Benz. „Derzeit bereits für den Patienten genehmigte Leistungen der mehrjährigen Leistungsstrecke könnten unter der GKV-FinStG-Budgetierung dann nicht mehr erbracht werden. Auch ein Behandlungsbeginn bei neuen Patientinnen und Patienten wäre kaum noch möglich. Die BZÄK appelliert an das Bundesgesundheitsministerium, die Gesetzespläne zu modifizieren, es gibt etliche bessere Hebel, die Kosten zu senken. Strukturelle Änderungen oder bürokratische, unnötige Aufwendungen können den Haushalt entlasten.“

Die Zahnmedizin ist kein Kostentreiber im GKV-System. Seit 1980 ist ihr Anteil an den Gesamtausgaben um 58 Prozent gesunken. Hier zahlt sich Prävention direkt aus.
Große Gewinne werden hingegen an anderer Stelle aus dem Sozialsystem getragen: Ausländische Private–Equity-Unternehmen führen regelmäßig Gewinne aus Deutschland ab, häufig in Steueroasen. Fremdinvestoren mit ausschließlichen Kapitalinteressen sollten umgehend von Gründung und Betrieb medizinischer Versorgungszentren ausgeschlossen werden. Die ambulante Patientenversorgung durch niedergelassene Zahnärztinnen und Zahnärzte hingegen ist Fürsorge und Prävention statt Kostenfaktor.

Quelle: Bundeszahnärztekammer, Pressemitteilung vom 19.07.2022

23 Kommentare

  • Anonymous

    Was verstehen Sie unter „Große Gewinne“? Nennen Sie doch mal in Ihren Ausführungen genaue Zahlen! Ich behaupte einfach mal, dass Sie die garnicht kennen. Aber erstmal eine Behauptung in den Raum stellen. So wird man von den Entscheidungsträgern eher belächelt als gehört     Diese schlampig gemachten Stellungnahmen und Resolutionen bringen null und dienen nur der Selbstbeweihräucherung der Funktionäre. 

  • Anonymous

    Machen Sie doch mehr PA! Da können Sie Geld verdienen. So die Aussage von Prof Benz vor der DV der ZÄK Berlin. Der Tipp hatte ja nicht lange Bestand. Ihr Verein BZÄK ist eine reine Schaumschlägerfabrik. Hohe Funktionärsgehälter, wenig Wirkung. Machen Sie Ihren Laden dicht.  Kleiner Vorschlag an den Präsidenten der Zahnärztekammer Berlin Dr. Heegewaldt: Man kann auch einfach aus der BZÄK austreten. Das wissen Sie eigentlich auch. Tun Sie es endlich!

    • Anonymous

      Der Austritt müßte mit Wirkung zum 01.01.2024 noch in diesem Jahr erfolgen, was grundsätzlich sinnvoll erscheint, ansonsten wird jedes weitere Jahr der Mitgliedschaft in diesem chaotischen, konzeptionslosen Verein BZÄK die Berliner Zahnärzteschaft mehr als eine halbe Million Euro jährlich kosten. Dieses Geld ist an anderer Stelle im Sinne der Kollegenschaft sicher wesentlich effektiver angelegt. 

  • Anonymous

    Und habt ihr bessere Konzepte?

    Die IUZB ist doch jetzt auch im Kammervorstand.

    Aber ausser Gemaule und und dummen Sprüchen habe ich noch nicht gehört.

    Leider kann ich nicht aus der IUZB Austreten……

    Aber einen Vorschlag habe ich schon: 

    MACHT EUREN LADEN DICHT

    • Anonymous

      Das ist die typische Reaktion eines, nicht konstruktiv mit Kritik umgehen könnenden, zahnärztlichen Funktionärs aus dem Verbandslager. Eine solche Reaktion wäre eher aktuellen oder auch vergangenen politischen Autokraten zuzuordnen.

      Gerade in Spitzenpositionen ist zu erwarten, dass vor eigenen Aktionen, heuzutage im Team darüber nachgedacht wird welche Reaktionen die eigene Aktion auslösen wird bzw. könnte und wie dann damit umgegangen werden kann.

      Wenn jedoch die eigene Unfehlbarkeit das Reden bzw. Handeln dominiert führt das immer weiter in die Isolation und es wird für die Kollegenschaft in zunehmendem Maße zu langfristig schädlichen Verwerfungen kommen. Diese Form der kritikresistenten Einbahnstrassenmeinung hat in unserer heutigen komlexen Zeit keine Zukunft.

      Leider tummeln sich reichlich zahnärztliche Funktionäre dieser Coleur in den Gremien. Diese sollten für eine zukunftsträchtigere Perspektive abgewählt werden.

      Wir von der IUZB werden uns weiterhin konstruktiv kritisch mit unseren Funktionsträgern, auch wenn es diesen nicht gefällt, auseinandersetzen.

      • Anonymous

        Hm, kann ja sein. Nur ist gerade dieses Szenario in der KZBV und besonders in der BZÄK diskutiert worden. Allen , auch der Politik war klar, das eine ordentliche PA Behandlung viel mehr Geld kosten wird. Die Summe stand im Raum und war im 3 stelligen Mio Bereich. Alle ,  auch Politik und KK, waren entschlossen dieses Geld in die Hand zu nehmen um eine moderne PA zu ermöglichen. Deswegen Prof. Benz Aussage zur Kürette , die von der iuzb wider besseres Wissen, eben polemisch, interpretiert wird. Und Herr Spahn und Herr Lauterbach haben diesen modernen PA Ansatz ausdrücklich begrüsst

        So und und warte ich auf die Konzepte der iuzb, oder gibt es die nicht ??

        Etwa den ?

        Ab 2023 keine PA mehr auf Kasse. Keine UPT mehr auf Kasse. Alles privat. Für weniger Geld und Budget gibt es dann halt weniger Leistungen. Das müssen die oben lernen. 

         

      • Anonymous

        An dem finalen Ergebnis der in der KZBV und BZÄK geführten Diskussion ist die dort erhobene Fehleinschätzung der Gesamtsituation gut ablesbar.

        Die, auch aus unserer Sicht, unglücklichen nun folgenden Realitäten zeigen doch mehr als deutlich, dass die in beiden o.g. Gremien geführten Diskussionen mit unzureichendem Tiefgang und ohne Berücksichtigung möglicher anderer Folgeproblematiken geführt wurden.

    • Anonymous

      Tja , ich suche den Tiefgang bei der iuzb.

      Sie hätte sich ja damals dazu äussern können.

      Hinterher sind alle 9xklug 

    • Anonymous

      Übrigen hat die iuzb 2021 ganz positiv darüber Berichtet…

      Systematische Behandlung von Parodontitis ist ab 1. Juli neue GKV-Leistung – IUZB

  • Anonymous

    Ab 2023 keine PA mehr auf Kasse. Keine UPT mehr auf Kasse. Alles privat. Für weniger Geld und Budget gibt es dann halt weniger Leistungen. Das müssen die oben lernen. 

  • Anonymous

    https://iuzb.de/?p=34844

    Nur damit die Wahrheit nicht zu sehr verbogen wird……

  • Redaktion

    Bei uns weiterveröffentlichte Pressemitteilungen (immer mit Quellenangabe und -link) sind einfach nur die zur Verfügungstellung von Informationen für die (Berliner) Zahnärzteschaft. Das bedeutet nicht, dass wir uns diese Mitteilungen zu Eigen machen und es sich um eine eigene Meinungsäußerung handelt. Wie sieben diese Meldungen auch nicht nach dem was uns gefällt oder was und nicht gefällt. Was von der Thematik passt, dass wird der Leserschaft bereitgestellt. 
    Anonym abgesetzte Kommentare sind das, was sie von ihrer Natur her sind: Anonym.

    Eigene (Meinungs-)Meldungen der IUZB stehen hier idR zum Beispiel unter der Kategorie "IUZB-Leitartikel". Oder aber sie finden sich in den in den drei Selbstverwaltungskörperschaften eingereichten IUZB-Anträgen wieder.

    U. G. smiley

    • Anonymous

      Aber gelesen habt ihr sie schon , oder ??

      Und wie war die Meinung dazu ?

      Welche Anträge gab es denn dazu von der iuzb, soweit ich weiß fandet ihr das ganz in Ordnung …… ODER 

      • Anonymous

        Hier fühlt sich offensichtlich ein Verbandsfünktionär mächtig "auf denSchlips getreten". Diese Art und Weise bestätigt die Selbstkritikunfähigkeit dieser seit Jahrzehnten aggierenden, weitgehend hintergrund-, ideeenlos und monocausal argumentierenden derzeitigen Funktionärskaste. Mehr Armutszeugnis geht kaum.

  • Anonymous

    Nicht so spät schreiben, dann wird die Rechtschreibung und Inhalt Glücksache. Kann man in einigen Videos auch bei Klabautermann besichtigen…

    Und was is nu mit den Ideen der iuzb zur PA ???

    Ich fürchte da werden wir keine Antwort bekommen weil die alle eben fehlen……

  • Anonymous

    Es gibt nur eine einzige vernünftige Alternative. Schmerzbehandlung als Kassenleistung und jede weitere Behandlung müssen die Patient*innen über eine private Zusatzversicherung abdecken. 
    Nebeneffekt: Wir ersparen und die KZV/KZBV und die ZÄK/BZÄK und Diskussionen wie diese hier.  Bei der Menge an Zuzahlungen, welche die Patient*innen jetzt schon leisten müssen, wäre dies die ehrlichste und transparenteste Lösung. 

  • Anonymous

    Keine IUZB Meinung. Aber wenn man einigermaßen nachdenkt, ist dies ja auch klar. Was mir hier fehlt, ist aber die Antwort der BZÄK/KZBV was man unter „Großen Gewinnen“ versteht. Äußern Sie sich bitte mal hierzu. Sie werden ja immerhin dafür von uns bezahlt! 

    • Anonymous

      Na gut , wenn Sie mich schon bezahlen… Kontonummer kommt noch…..

      Also in den Papieren von KZBV und  KK war von einem mittleren 3 stelligen Millionen € Betrag  pro Jahr die Rede, eher mehr.

      Soviel Geld wollten die KK für die PA in die Hand nehmen….

      Aufgrund der kurzfristigen Umsetzung kamen die PVS Systemhersteller nicht hinterher, so das die KZBV die BZÄK bat , PA gemeinsam zu pushen.

      Genau das hat Prof. Benz getan und andere auch.

      Da mit der neuen PA RL auch Teile der PZR mit eingezogen wurden, hat es selbstverständlich erhebliche Diskussionen gegeben u.A. auf der Bundesversammlung der BZÄK und der VV der KZBV. Die ZM berichtete. Die Buget Gefahr wurde deutlich angesprochen. Allerdings wäre was Anderes im gemeinsamen BA (mit Pat. Vertreten) auch nicht mehr möglich gewesen.

      So, gern Nachfragen, stand auch alles in der ZM. Und IUZB Vertreter sitzen seit längerem  in der Bundesversammlung und auch im VS der Berliner kammer. Fragt doch auch mal die .

      Die werden auch von Euch bezahlt

      • Anonymous

        Alles soweit bekannt und nichts Neues. Aber beantwortet leider nicht meine Frage. Schauen Sie mal ganz oben in der Diskussion nach. Ich möchte eigentlich nur wissen, wie hoch die „Großen Gewinne“ der Private-Equity Unternehmen denn nun wirklich sind, pro Jahr und in Euro. Und wieviel Prozent davon betreffen die Zahnmedizin. Hierzu ist in Ihren Ausführungen nichts zu finden. Aber erstmal ganz plakativ etwas in den Raum werfen, hört sich ja schlimm an und nachfragen wird sowieso keiner. Ich warte also weiter auf Antworten. 

  • Anonymous

    Welche  praktische Kompetenz hat ein Hochschulprofessor und jetziger Präsident der BZÄK eigentlich in der Behandlung und Abrechnung von Leistungen zwischen Patienten und GKV?? Gar keine. Also lieber Herr Prof. Benz, schön still bleiben und nicht so ein dummes Zeug erzählen. Das können Sie in Ihren Vorlesungen machen 

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