Die KZV als Beute: Die Getreuen und der Vorstand

Wissen Sie eigentlich, was in der KZV Berlin mit Ihren Verwaltungsgeldern passiert? Wenn Sie dafür auf die MBZ vertrauen sicher nicht. In der MBZ berichtet die Sprecherin der KZV wohlwollend im Sinne ihrer Chefs. Wer kann es ihr verdenken?

I: Die Getreuen

Wenn es in der aktuellen MBZ verklausuliert heißt, die Sitzungsgelder seien „maßvoll erhöht“ worden, bedeutet dies um 30 Prozent.

Noch weitreichender sind zwei weitere Neuerungen: Als redaktionelle Änderung getarnt, wurden die bisherigen Referatsleiter in „Referenten“ umbenannt. Es steht zu vermuten, dass damit die Zahl der Getreuen mit Dauer-KZV-Pöstchen ausgeweitet werden soll.

Zu guter Letzt wurde noch eine teure Änderung beschlossen, welche Spötter als „Lex Meyer“ bezeichnen: Nach dem „Referenten“ für Öffentlichkeitsarbeit der KZV Berlin. So soll der gesamte Weg zur und von der KZV zurück mit Sitzungsgeld in voller Höhe belohnt werden.

Würden Sie aber einer Mitarbeiterin die Arbeitszeit ab ihrer Gartenpforte bei Königs-Wusterhausen bezahlen?

II: Der Vorstand

221.000 Euro pro Jahr, jedes Jahr 2 Prozent mehr, maximaler Zuschuss zum Versorgungswerk, kaum regulierte „Nebentätigkeit“ in der Praxis – könnte das reichen? Nicht für den Berliner KZV-Vorstand!

Wie wäre es mit einer weiteren Rente? Einer lebenslangen KZV-Rente von deutlich über tausend Euro monatlich – gezahlt von den Berliner Vertragszahnärzten? Mit den Getreuen vom Berliner und Freien Verband kein Problem.

Besonders dreist ist die Begründung: Das bisherige Übergangsgeld wäre dafür wegegefallen. Dieses war jedoch dafür vorgesehen, die Rückkehr in die eigene Praxis am Ende der Dienstzeit zu unterstützen. Bei einem Alter von etwa 70 Jahren am Ende der Dienstzeit kaum zu rechtfertigen.

Um diese Gelder trotzdem in die eigene Tasche zu lenken, wurde die KZV-Vorstands-Rente erfunden: Rückwirkend ab 2005! Kleiner Nebeneffekt: Betrug der Wert der Übergangsgelder bisher weniger als 100.000 Euro pro Person, wird der Wert der neuen KZV-Rente teilweise über 200.000 Euro betragen – pro Person!

Die KZV als Beute.

 

 

Dr. Andreas Hessberger
ist unter anderem:
– Mitglied im KZV-Haushaltausschuss
– Mitglied im Zulassungsausschuss
– Mitglied der Vertreterversammlung der KZV Berlin

 

Weitere Artikel von Dr. Andreas Hessberger:

  • Prüfgremien – ein Hintergrund lesen
  • Rechtswidrige MDK-Gutachtenlesen

 

Ein Kommentar

  • Diese Funktionäre und ihre „willigen Helfer“ sind in ihrer Maßlosigkeit zu einer schweren Hypothek für die Zahnärzteschaft und ihrer Interessen geworden.
    Die hemmungslose Selbstbedienung, auf Kosten der Kollegenschaft, geht in einem nicht vorstellbaren Ausmaß weiter.