ZÄ Brandenburg: Geplante Sparauflagen eher eine Ohrfeige für Zahnärzte und Patienten

KZVLB und LZÄKB wenden sich mit „Brandbrief“ an brandenburgische Politiker

Die brandenburgische Zahnärzteschaft ist empört. Es geht nicht nur allein um die Belange der Zahnärzte, sondern letztendlich um die zahnmedizinische Versorgung der Bürger. Daher wenden sich die beiden zahnärztlichen Körperschaften Kassenzahnärztliche Vereinigung Land Brandenburg und Landeszahnärztekammer Brandenburg mit einem um Unterstützung bittenden Brief an den Ministerpräsidenten, die Gesundheitsministerin, alle Landräte und Oberbürgermeister sowie brandenburgischen Bundestagsabgeordneten.

Was ist passiert?

Anfang Juli brachte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach den „Referentenentwurf des GKV-Finanzstabilisierungsgesetzes“ ein. Es fehlen 17 Milliarden Euro bei den gesetzlichen Krankenkassen (GKV). Der Zahnärzteschaft drohen nun Budgetierungen, also ein festzulegender Geldbeitrag für bestimmte Leistungen pro Jahr.

In dem sogenannten Brandbrief, unterschrieben von LZÄKB-Kammerpräsidenten Dipl.-Stom. Jürgen Herbert, und dem Vorsitzenden des Vorstandes der KZVLB, Dr. Eberhard Steglich, heißt es unter anderem: „Das geplante Spargesetz kommt nach dem vielen Lob (während der Coronakrise, als die Versorgung jederzeit durch die Zahnärzte abgesichert war) zur völligen Unzeit. … Was die Kollegenschaft … mehr verärgert, ist die Nichtwertschätzung, die sie damit erfährt.“

Geschätzt werde seitens der Politik nicht das Engagement der Ärzte und Zahnärzte, trotz Krisensituationen immer für ihre Patienten da zu sein. Geschätzt wird unter anderem nicht die Arbeit der Zahnärzteschaft, massiv gegen die Volkskrankheit Parodontitis (mehr dazu unter www.paro-check.de) aufzuklären und gemeinsam mit hochqualifiziertem Praxispersonal die Patienten zu behandeln. Übrigens eine Behandlung, die auf längere Zeiträume ausgerichtet ist – wofür aber Zahnärzte und Patienten Planungssicherheit benötigen. Geschätzt wird auch nicht der Zahnarzt als Arbeitgeber und Wirtschaftsfaktor.

Absehbare Folgen

Mit der zu erwartenden Budgetierung sind weder neue Ärzte noch Zahnärzte in das Land Brandenburg zu bekommen, denn bereits mit der jetzigen Situation schließen Praxisinhaber vorzeitig oder verkleinern ihr Praxisteam. Qualifiziertes Praxispersonal stände infolge unsicherer Honorare kaum zur Verfügung. Patienten müssten mit noch längeren Wegen und Wartezeiten auf Termine rechnen. „Dies kann nicht im Sinne der Bürger des Landes Brandenburg sein! Wir möchten Sie bitten, Ihren Einfluss im Bundesrat in dieser Richtung wahrzunehmen.“ – so schließt der Brief.

ZUM BRIEF AN MINISTERPRÄSIDENTEN DR. DIETMAR WOIDKE vom 18.07.2022

 

Quelle: KZVLB Und LZÄKB, Gemeinsame Pressemitteilung vom 20.07.2022

Ein Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.