BZÄK: BGW: COVID-19 als Berufskrankheit – Zahnmedizin kommt am besten weg

Die Berufsgenossenschaft für das Gesundheitswesen und die Wohlfahrtspflege (BGW) registrierte für das Jahr 2020 insgesamt 19.774 meldepflichtige Verdachtsanzeigen auf COVID-19 als Berufskrankheit. Die wenigsten davon in der Zahnmedizin, die meisten beim Klinikpersonal.

Insgesamt wurden der BGW bis zum Jahresende 9.005 Verdachtsfälle aus Kliniken gemeldet, 6.819 aus der Pflege, 1.448 aus Beratung und Betreuung, 1.038 aus der Medizin, 480 aus der Kinderbetreuung, 356 aus Beruflicher Rehabilitation und Werkstätten, 281 aus Therapeutischen Praxen, 262 Sonstige und 85 Verdachtsfälle aus der Zahnmedizin.

Es habe sich gezeigt, dass sich mit besseren Schutzmaßnahmen die Zahl der gemeldeten Fälle im Herbst gegenüber dem Beginn der Pandemie trotz der höheren Zahl von Infizierten in der Gesamtbevölkerung reduziert habe, so die BGW. Die Hygienekonzepte in Kliniken, Pflege und Praxen scheinen als Schutz vor einer Corona-Ansteckung weitgehend zu wirken.

Hier kommen die bereits vor Corona sehr hohen Hygienestandards, wie z.B. die intraorale Absaugung mit hoher Durchflussrate, für die Zahnmedizin zum Tragen. Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) verweist zudem auf die umfangreich zusätzlich ergriffenen Maßnahmen zum Patientenmanagement in den Praxen.

Quelle: Bundeszahnärztekammer, Pressemitteilung vom 23.02.2021

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Redaktioneller Hinweis:

Wir haben versucht das Datenmaterial auf der Webseite der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) K.d.ö.R. zu finden. Konnten dies aber nicht, jedenfalls nicht unter „Aktuelle Pressemitteilungen„.

Auf der Webseite der BGW findet sich jedoch weiterhin auf der Startseite das Angebot:

Zahnmedizin

Bei der zahn­me­di­zi­ni­schen Ar­beit ist es be­son­ders wich­tig, auf die Ri­si­ko­re­du­zie­rung ei­ner In­fek­ti­on mit dem Co­ro­na­vi­rus zu ach­ten. Der Ar­beits­schutz­stan­dard der BGW so­wie FAQs un­ter­stüt­zen da­bei.

Coronavirus: Arbeitsschutzstandard und weitere Infos für die Human- sowie Zahnmedizin

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15 Kommentare

  • Anonymous

    Hier der Passus aus der oben genannten Quelle:

    "Bei Tätigkeiten mit unmittelbarem engem Kontakt mit einem Abstand unter 1,5 Meter zu anderen Personen (Patientinnen und Patienten, Bewohner und Bewohnerinnen, zu Pflegende/zu Be- treuende, Klientinnen und Klienten und ähnliche) ist eine FFP2-Maske oder eine gleichwertige Atemschutzmaske – ohne Ausatemventil – zu tragen. Nach Maßgabe der Gefährdungsbeurtei- lung sind außerdem Schutzkleidung und Augenschutz notwendig."

  • Anonymous

    Die Zahlen der AOK Studie zu Corona- Bedingten Krankmeldungen gibt ein anderes Bild. Demnach gehören ZFAs zur TOP-TEN und sind doppelt so häufig betroffen wie beim Bevölkerungsdurchschnitt. Wird aber in der von uns bezahlten Standespresse nicht veröffentlicht; nennt man vorauseilenden Gehorsam!

    http://iuzb.de/?p=32660

     

  • Anonymous

    Die krampfhafte Suche nach überdurchschnittlich hohen Infektionszahlen in Zahnarztpraxen sollte ein Ende haben. Die Hygienemaßnahmen werden dort sehr gut beachtet.

    Die Zahnarztpraxen machen es besser als die BZÄK empfiehlt und der obige Autor einreden möchte. 

    Der Autor hat offenbar eher ein persönliches Problem in beide Richtungen. 

    Militärische Worte wie 'vorauseilender Gehorsam' sind unangemessen und zudem unsachlich. 

     

  • Anonymous

    Eine "krampfhafte Suche" ist es schon deshalb nicht, weil IUZB hier ein Plattform anbietet, Daten und Studien zu veröffentlichen, die in den Veröffentlichungen der BZÄK nicht auftauchen. In der ZM z.B., wäre es oft nicht nur eine krampfhafte, sondern eine erfolglose Suche.

    Wie erklären Sie sich denn die sehr unterschiedlichen Ergebnisse der Studien der BGW und der AOK?

    Unverkrampfte Grüße

    Peter Jurkat

     

     

    • Anonymous

      BGW: tatsächlich meldepflichtige Anzeigen mit Covid-19 Infektionen.

      AOK: Erfassung von präventiven Krankschreibungen vieler besonders vorsichtiger Mitarbeiter vor allem bei Ausbruch der Coronapandemie im März 2020. Während der Krankenstand der Zahnärzte in der gleichen Zeit abflacht! 

      • Anonymous

        zu AOK: Bei erster Betrachtung der Daten, wird man davon ausgehen, dass das Krankschreibungsverhalten in der Top-Ten ähnlich ist. Ihrer Argumentation folgend: Zeigen Sie die Daten, die zeigen, dass sich die ZFAs (schätzungsweise 10fach häufiger) vorsichtiger verhalten haben, als z.B. die Fachkräfte in der restlichen niedergelassenen Medizin? 

        zu BGW: Der Begriff "Meldepflichtigen Verdachtsfälle"sollte nicht falsch interpretiert werden mit dem Schwerpunkt auf  Verdacht.

        Hierzu muss eine Kette von Bedingungen unterbrechungsfrei erfüllt werden, am sicherstem so:

        1. PCR bestätigte Infektion der Mitarbeiterin

        2. Krankheitssymptome

        3. Kontakt zu PCR bestätigtem Patienten

        4. Spätestens seit Oktober sollten Sie auch nachweisen können, dass die ZMP FFP2 getragen hat, sonst können Sie sich auch gleich selbst anzeigen.

        Ohne jetzt gleich diverse Szenarien durchzuspielen: Alle Bedingungen zu erfüllen, erscheint mir sehr unwahrscheinlich.

  • Anonymous

    Zu '10fach häufiger' : falsch! Krankschreibungszahlen bei zahnmedizinschem Personal weniger als bei medizinischem Fachpersonal!

    Zu BGW: Diese setzt strengste Kriterien bei der Beurteilung iVm Berufskrankheit an. Anders als viele Krankschreibungrn beim Arzt. 

    • Anonymous

      1. Bitte genau lesen: Ich habe nicht "Krankschreibungszahlen" geschrieben, sondern vom "Krankschreibungsverhalten". Die Zahl 10 ist beim Matchen der Studien als Überschlagsrechnung entstanden, können wie an dieser Stelle allerdings weglassen. Bleibt immer noch die Frage an Sie: Woher wissen Sie, dass das Krankschreibungsverhalten in den Berufsgruppen der AOK sehr unterschiedlich ist? Nur dann ließe sich ggf. die große Krankmeldungszahl der ZFAs herunterreichen. 

      2. Zu BGW: Genau, die Kriterien sind streng, das habe ich auch ausgeführt. Ich zweifle auch keineswegs die Zahl von minimal 90 Fällen an. Im Gegenteil: Die Zahl wird gerade in unseren Kleinstbetrieben vermutlich um ein vielfaches höher liegen. Wenn Sie die oben genannten Punkte 1.-4. bei einem Covid- Fall in der Praxis abarbeiten wollen, haben Sie einiges zu tun: Quarantäne, Schnelltests, Gesundheitsamt, PCRs, Patienten von mehreren Tagen abtelefonieren, Behandler hatte FFP2, wiederum PCRs veranlassen….

  • Anonymous

    Einfach mal die Zahlen der BGW Studie akzeptieren. Zahnmedizin kommt da am besten weg. Ist doch gut. 

    Und auch in der Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK vom 27.11.2020 sind Zahnmedizinische Fachangestellte weniger krankgeschrieben als zB Medizinisches Fachpersonal.

    Und 'Vermutungen', daß die Zahlen eigentlich höher liegen, tragen nicht sachlich zum Thema bei. 

     

    • Anonymous

      Ok, ich versichere, die Zahlen der BGW zu akzeptieren.

      Sie versichern im Gegenzug, die Zahlen der AOK zu akzeptieren: ZFAs liegen auf Platz 6 der erkrankten Berufsgruppen. Das liegt fast doppelt über dem Durchschnitt und dreimal so hoch, wie in der Kosmetik. 

      Mein Vorschlag: Lassen sie uns von den Kosmetikerinnen lernen!

  • Anonymous

    Bewerben Sie sich um einen Sitz in der BZÄK, oder sind Sie vielleicht schon drin?

    • Anonymous

      Kosmetikbranche musste lockdownmässig lange schließen, Zahnarztpraxen nicht.                 Vergleich hinkt. 

      • Anonymous

        Das steht in der AOK-Studie nicht drin. Sie haben das Spielfeld verlassen und sind damit draussen!

        Frisörbesuche sind 4,8mal häufiger als Zahnarztbesuche, wiegt die Schliessungen mehrfach auf.

        Ebenfalls Spielfeld verlassen und auch draussen.

  • Anonymous

    Dieser Kommentar ist weder sachbezogen noch mit Substanz. 

  • Uwe Gerber

    Ah, Humor.