BMG: Auch Zahnärzte sollen Schutzschirm erhalten

BMG, Webseite 11.04.2020:

Auch Die Einnahmeausfälle von Heilmittelerbringern (Physiotherapeuten, etc.), Zahnärzten und Reha-Einrichtungen für Eltern-Kind-Kuren sollen abgefedert werden. Das ist Ziel eines weiteren finanziellen Schutzschirms, den Bundesgesundheitsminister Jens Spahn plant.

Demnach sollen Heilmittelerbringer – wie zum Beispiel Physiotherapeuten – 40 Prozent ihrer Vergütung aus dem vierten Quartal des Jahres 2019 als Einmalzuschuss erhalten. Zahnärzte erhalten 30 Prozent der Differenz zwischen angenommener Gesamtvergütung für das laufende Jahr und tatsächlich erbrachter Leistung. Auf die Boni werden weitere Unterstützungsmaßnahmen wie Soforthilfen für Selbstständige und das Kurzarbeitergeld nicht angerechnet. Reha-Einrichtungen für Eltern-Kind-Kuren erhalten 60% des Tagessatzes für leere Betten, so wie es bereits bei anderen Reha-Einrichtungen der Fall ist.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn:

„Viele Patientinnen und Patienten sind derzeit verständlicherweise zurückhaltend, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Therapeuten und Zahnärzten brechen daher die Einnahmen weg. Auch die Einrichtungen für Eltern Kinde-Kuren brauchen unsere Unterstützung. Um gut funktionierende Strukturen zu erhalten, werden wir hier Verluste abfedern und Liquidität sichern.“

 

Laut Tagesschau soll dies für die Zahnärzte bedeuten:

Zahnärzte bekämen trotz kräftig gesunkener Patientenzahlen zunächst 90 Prozent der Vergütung aus dem letzten Jahr. Am Ende des Jahres können sie 30 Prozent der zu viel gezahlten Summe behalten.

Ebenso auch das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND):

Liquidität von Zahnarztpraxen sichern

Zahnärzte bekommen trotz kräftig gesunkener Patientenzahlen zunächst 90 Prozent der Vergütung aus dem letzten Jahr. Damit soll die Liquidität der Praxen gesichert werden. Am Ende des Jahres können sie 30 Prozent der zu viel gezahlten Summe behalten.

Auf die Boni werden weitere staatliche Unterstützungsmaßnahmen wie die Soforthilfe für Selbstständige und das Kurzarbeitergeld nicht angerechnet.

5 Kommentare

  • Anonymous

    Danke an alle, die die offenen Briefe geschrieben haben, n-tv Interview, anscheinend hat es geholfen.

    DANKE

  • Uwe Gerber

    FVDZ zum Corona-Rettungsschirm für Zahnarztpraxen

    Hilfen aufstocken – Versorgung langfristig sichern

    Die gute Nachricht vorab: Die Bundesregierung will den Schutz des Corona-Rettungsschirms nun auch auf Zahnarztpraxen ausweiten. „Dass die finanziellen Risiken der Zahnärzte abgefedert werden sollen, ist grundsätzlich wichtig und richtig“, sagt dazu der Bundesvorsitzende des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte (FVDZ), Harald Schrader, weist aber gleichzeitig auf den Pferdefuß der Pläne hin: „Der vorgesehene finanzielle Ausgleich bildet nur einen Bruchteil des zu erwarteten Einnahmeausfalls ab.“ Das massiv einbrechende Behandlungsvolumen finanziell abzufangen – der Freie Verband rechnet mit einem Minus von bis zu 80 Prozent –, werde vielen Zahnarztpraxen nicht gelingen. Der FVDZ fordert daher eine Aufstockung der Unterstützung für Zahnärzte.

    Für begrüßenswert erachtet der Freie Verband den Vorschlag des Bundesgesundheitsministeriums (BMG), zunächst 90 Prozent der Vorjahres-Gesamtvergütung aus der Gesetzlichen Krankenversicherung an die Zahnärzteschaft auszuschütten. Kritisch sieht es der FVDZ indes, dass in den Folgejahren 70 Prozent der Differenz zwischen angenommener Gesamtvergütung und tatsächlich erbrachter Leistung wieder an die Kassen zurückzuzahlen sind. Damit stünden Zahnarztpraxen zur Liquiditätssicherung deutlich geringere Mittel zur Verfügung als etwa niedergelassenen Ärzten. Schrader, der selbst täglich am Behandlungsstuhl steht, erinnert daran, dass ein Großteil der Kolleginnen und Kollegen auch in der Corona-Krise ihre Praxen offenhält und damit die flächendeckende Versorgung gewährleistet. Diese Versorgung stehe aber auf dem Spiel, wenn die Zahnärzteschaft ihre wirtschaftlichen Einbußen größtenteils aus eigenen Mitteln schultern soll. Der FVDZ plädiert daher für eine hälftige Lastenverteilung zwischen Zahnärzteschaft und gesetzlichen Krankenkassen. Diese dürften am Erhalt der bewährten Versorgungsstrukturen schließlich nicht weniger interessiert sein als die Zahnärzteschaft.

    Der Rechnung des BMG liegt nach Schraders Dafürhalten die Fehleinschätzung zugrunde, dass Zahnärztinnen und Zahnärzte die während der Krise nicht erbrachten Leistungen und Vergütungen hinterher problemlos durch Mehrarbeit kompensieren könnten. Der Bundesvorsitzende hält dagegen: Die Masse der entgangenen Leistungen nachzuholen, dürfte selbst mit erweiterten Sprechzeiten schwer umzusetzen sein – erst recht nicht vor dem Hintergrund der nach wie vor bestehenden gesetzlichen Leistungsobergrenzen und Vergütungsvorgaben.

    „Wenn die Niedergelassenen nicht hinreichend geschützt werden, könnten am Ende ausgerechnet die MVZ-Ketten die Krisengewinner sein, die jetzt als Erste den Laden dichtgemacht haben“, befürchtet Schrader.

  • Uwe Gerber

    Blick: Erwin Rüddel (CDU), Vorsitzender des Gesundheitsausschusses des Bundestags, hat heute diese Rechtsversordnung ebenfalls angekündigt, ohne aber im Artikel nähere Angaben zu den Zahnärzten zu machen:

    Schutzschirm für weitere Gesundheitsberufe (mit Angabe: Pressemitteilung des Büros von Erwin Rüddel MdB (CDU))

  • Anonymous

    Bundesarbeitsminister Heil spricht spricht sich dafür aus, dass Kurzarbeitergeld für die nächsten drei Monate für alle zu erhöhen. Über eine Gesetzesänderung wird gerade in der Bundesregierung beraten. Quelle.