Telematik-Aufruf: Bitte schicken Sie einen MUSTERBRIEF an die Bundestagsabgeordnete Frau Karin Maag (CDU)

Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Es gibt immer noch sehr viele, die zögern, sich der TI anzuschließen.

Ich finde, dass es sehr viele berechtigte Bedenken gibt.

Frau Maag (Bundestag / Webseite) von der CDU hat an der Umarbeitung des MVZ-Gesetzes mitgeschrieben.

Ob das uns nutzt oder nicht, sei dahingestellt.

Sie ist aber offenbar die richtige Stelle, um überhaupt in den Dialog mit den gesetzeinbringenden Politikern zu kommen.

Ich glaube, viele von uns wissen auch nicht, dass der Erstanschluss, so wie die Anbieterfirmen ihn uns verkaufen, nicht alles an Aufwand enthält, den wir aber im unterschiedlichen Maß betreiben müssen.

Ich habe ein paar Andeutungen im Brief an Frau Maag zusammengefasst; wie gesagt, ich müsste für den TI- Anschluss umbauen, wenn ich die baulichen Voraussetzungen, die die Aufstellbedingungen z.B. für ORGA-Geräte vorgeben, erfüllen will. Zweitgeräte und Ersatzgeräte sind i.d.R. nicht erfasst. Regelungen, wer die Kosten für den Konnektoraustausch nach 5 Jahren Laufzeit (vorgeschrieben!) übernimmt, vermisse ich auch.

Viele Gründe, die mich abhalten, mich bedingungslos auf dieses System einzulassen.

Wenn Sie den Argumenten folgen können und wollen, senden Sie diesen von mir verfassten Brief in Ihrem Namen noch einmal ab an Frau Maag.

Vielleicht verbessern sich die Bedingungen ja doch noch für uns… und den Patienten, der im Prinzip gar nicht gefragt wird!!!!!

Kollegiale Grüße

Stefan Verch

 

Musterbrief:

 

2 Kommentare

  • Anonymous

    Lieber Kollege Verch,

    in meiner Praxis ist die TI im November 2017 im Zuge einer neuen Netzwerkversion installiert worden, d.h. ich besitze nun aus 16 Monaten Praxiserfahrung. Schon im Dezember 2017 durfte ich die ersten Katastrophen der "schönen neuen Welt" erleben. Mit der Installation des neuen Kartenterminals wurden die G1-Karten als "nicht lesbar" vom System abgewiesen, obwohl mr einige Krankenkassen nach Anruf bestätigten, dass sie mit dem Versand der G2-Karte mit Hinweis auf den Übergangszeitraum noch gar nicht begonnen hatten, also noch mehrere Millionen G1-Karten im Umlauf sind und nach den Richtlinien bis zum 30.6.2019 möglich ist. Noch heute werden in meiner Praxis von 2 – 3 Patienten eine G1-Karte vorgelegt und vom System abgewiesen.

    Das so genannte "Ersatzverfahren" bedeutet, dass die Patientendaten per Hand eingegeben werden und bei der Krankenversicherung des Patienten mit einem vorgegebenen Formular und per Fax der Versicherungsschutz bestätigt werden muss. Die Ablehnung der G1-Karte des Patienten, die Information des Patienten, dass seine Karte nicht gültig ist – er sich wie ein ertappter "Schwarzfahrer"  fühlt, manuelle Datenerfassung, Fomular ausfüllen und Nachfrage bei der Krankenkasse haben bei meinem Team zu Mehrarbeit von mehr als 200 Stunden im 1. Quartal 2018 geführt. Viele Patienten haben nach der Ablehnung die Praxis verlassen und auf ihre G2-Karte bis zum Posteingang gewartet. Was im ersten Quartal 2018 zu einem signifikanten Umsatzrückgang im Vergleich der Vorjahresquartale führte.

    Ich habe dann bereits im Januar 2018 nachgefragt, ob das alte Kartenlesegerät nicht parallel angeschlosssen werden kann, um diese "Arbeitsbeschaffungsmassnahme" zu vermeiden und zu einem regelkonformen Parallelbetrieb zu kommen. Vom Servicetechniker wurde mir bestätigt, dass dies technisch möglich wäre, dies von der Firma formell als Auftrag bestätigt werden muss. Sie ahnen, was jetzt kommt (siehe oben) – der Auftrag wurde bis heute nicht bestätigt und das Prinzip: "Augen zu und durch" wird mir weiterhin aufgezwungen.

    Mein Mann, der seit vielen Jahren in der Entwicklung und Pflege großer kommerzieller Software-Systeme tätig ist, hält diesen Ablauf in der Industrie, Banken und Behörden für undenkbar und wäre ein über viele Monate laufender Parallebetrieb zwingend vorgeschrieben. Mit uns "Kleinbetrieben" kann man es aber machen, denn wir sind durch die Mehrarbeit stark beschäftigt, eine normale Praxisorganisation aufrecht zu erhalten. Mal ganz davon abgesehen davon, dass die bisher erbrachten Lieferungen und Leistungen in keinem Verhältnis zum finanziellen Aufwand steht. Kartenterminal, Konnektor und Installation sind mehr als gut bezahlt, bei einem garantierten Absatz von mehreren tausend Praxen – bei 40.000 Praxen und einer Erstinvestion von 3.600,- € je System ergibt dies für die Anbiter von Praxissoftware einen garantierten und "aufgezwungenen" Gesamtumsatz von 140 Mio. Euro.  Ein Lesegerät für die Kartenzahlung kostet weniger als 100,- € und die Installation mit Kaffee- und Zigarettenpause liegt bei weniger als zwei Stunden. 

    Die monatliche Servicepauschale von rund 80,- € ist dann noch der Höhepunkt eines Projektes, dass nach dem Prinzip: "quick and dirty" durchgeführt wird. Bei 40.000 Zahnarztpraxen in Deutschland ergibt dies einen regelkonformen und sicheren Umsatz von rund 3 Mio. Euro pro Monat oder 36 Mio. Euro pro Jahr. Davon könnten sich die deutschen Zahnarztpraxen eine eigenes Software-Unternehmen mit sehr gut bezahlten Spezialisten leisten, die dann auch mehr die Interessen ihres "Arbeitgebers" im Auge haben, denn in der Sache und Zielsetzung mag die TI ihre Berechtigung haben und stehe ich zu meiner Entscheidung.

     

    Mit kollegialen Grüßen

    Viktoria Böttcher, Zahnärztin

     

    • Anonymous

      Liebe Kollegin Böttcher, Sie nennen Umstände, die auch für mich wichtig waren und sind und mich neben vielen anderen Gründen von der Installation abhalten. Ich danke Ihnen für Ihren Bericht! Die Gretchenfrage: Gehen sie wieder raus? Herzliche GRüße STefan Verch