Jetzt digital: Vivantes Museum im Klinikum Spandau

Von Achselstützen bis Zwangsjacke: Historische Medizin- und Pflegeobjekte online

Exponate aus über 100 Jahren Pflege- und Krankenhausgeschichte aus dem Vivantes Museum im Klinikum Spandau sind nun auch online auf der Plattform „museum-digital“ zu bewundern. Seit über 40 Jahren bewahrt das kleine Museum Objekte aus Medizin und Pflege. Zum 75. Geburtstag von Christa Wrobel, die das Museum über Jahrzehnte aufgebaut und geprägt hat, gingen erste Teile der Sammlung Mitte Dezember online. Jedes digitale Exponat ist mit Foto, Beschreibung, Materialangaben und Hintergrundinformationen versehen – ein Einblick in die Berliner Krankenhausgeschichte.

Von der Rettungsaktion einer Zwangsjacke zur digitalen Sammlung

Wer durch das Klinikum Spandau geht, ahnt kaum, welche Schätze sich im kleinen Museum hinter einer unscheinbaren Tür im Verwaltungsgebäude verbergen. Die Entstehung des Museums begann mit einer Rettungsaktion: Eine gefundene Zwangsjacke sollte entsorgt werden, doch die damalige Lehrkraft an der Krankenpflegeschule Frau Wrobel erkannte ihren historischen und pädagogischen Wert. In den folgenden Jahrzehnten wuchs die Sammlung stetig. Heute umfasst sie rund 800 Objekte auf nur 45 Quadratmetern, die nun Stück für Stück online ergänzt werden.

„Jedes Objekt erzählt ein Stück Pflegegeschichte“

Zu bewundern sind unter anderem chirurgische Instrumente aus dem Jahr 1910, handgeschriebene Stationsanweisungen auf Rückseiten von Fleischerrechnungen der Nachkriegszeit, Glas-Infusionssysteme, Achselstützen oder auch ein Oszillograph aus den 1950er-Jahren. „Jedes Objekt erzählt ein Stück Pflegegeschichte und oft auch ein Stück Menschlichkeit“, sagt Christa Wrobel. Alte Lehrmittel, Stationstagebücher oder schriftliche Anweisungen geben einen Einblick, wie Pflegekräfte etwa in den 1950er- und 1960er-Jahren ausgebildet wurden.

Besonders eindrücklich sind die historischen Pflegetrachten: Faltenhauben, Kleider mit weißer Schürze und die berühmte Schwesternbrosche mit dem sogenannten „Fähnchen“. „Es war ein feierlicher Moment, als uns Frau Oberin die Brosche überreichte“, erinnert sich Wrobel, die früher selbst Lernschwester war und zuletzt Koordinatorin für Praxisanleitung. „Viele, ich auch, waren sehr stolz, die Tracht zu tragen. Nach dem Examen wurde das ‚Fähnchen‘ abgeknipst – ein sichtbarer Schritt von der Schülerin zur so genannten Vollschwester.“

Führungen durch das Museum

Das physische Museum im Haus 23 im dritten 3. Obergeschoss des Klinikum Spandau kann nur nach vorheriger Anmeldung besichtigt werden. Hinweis: Das Museum ist nicht barrierefrei.

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Quelle: Zur Pressemitteilung online

Vivantes Museum im Klinikum Spandau auf museum-digital:berlin