VZB: Vertreterversammlung beschließt Renten- und Anwartschaftserhöhungen

Am vergangenen Samstag (26.11.22) fand die letzte Vertreterversammlung (VV) unseres Versorgungswerkes für dieses Jahr statt. Im Mittelpunkt stand der Jahresabschluss für das Wirtschaftsjahr 2021. Nach einem bekanntlich sehr schwierigen und durch Corona gebeutelten Jahr 2020, glätteten sich die Wogen der Weltwirtschaft in 2021 wieder etwas. Die im Mai 2021 neu gewählten Mitglieder des Verwaltungs- und Aufsichtsausschusses (VA + AA) konnten ihre Arbeit demzufolge in einem etwas freundlicherem Marktumfeld aufnehmen. Erstmals wurden in die Ausschüsse Vertreter aus allen in der VV vertretenden Berliner Fraktionen gewählt. Es zeigte sich in der Folgezeit, dass die neu gebildeten Ausschüsse vertrauensvoll und konstruktiv als Team zusammenarbeiteten, um für unser Versorgungswerk das Bestmögliche zu erreichen.

Die Wirtschaftsprüfer attestierten für 2021 mit 5,48 % eine deutlich über dem Rechnungszins von 3% liegende Nettoverzinsung. Im Benchmarking bewegt sich unser VZB mit dieser Rendite unter den besten 20% der deutschen Versorgungswerke. Die Wirtschaftsprüfer und auch der Versicherungsmathematiker (Actuar) wiesen in ihren Berichten daraufhin, dass diese überdurchschnittliche Rendite unter Einhaltung aller rechtlich vorgegebenen Sicherungsmaßnahmen (z.B. Zinsschwankungsreserve, Zuführungen in die Verlustrücklage, Solvabilität) erreicht wurden und gleichzeitig noch eine auskömmliche Rückstellung für etwaige zukünftige Risiken gebildet werden konnte. Es nahm deshalb nicht Wunder, dass der Wirtschaftsprüfer einen „uneingeschränkten Bestätigungsvermerk“ testieren konnte und keinerlei Einwendungen gegen den Jahresabschluss und den Jahresbericht bestanden. Gleichzeitig gab der Actuar grünes Licht für die vom VA und AA vorgeschlagene Dynamisierung der Renten und Anwartschaften zum 01.01.23. Die VV fasste daraufhin einstimmig den folgenden Beschluss:

„Die Vertreterversammlung beschließt, aus dem Ergebnis des Kalenderjahres 2021 für die Renten mit Rentenbeginn vor dem 01.01.2023 aus Beiträgen,

– die für Zeiten vor dem 01.01.2008 geleistet wurden, eine Dynamisierung zum 01.01.2023 in Höhe von 2,1% vorzunehmen,

– die für Zeiten ab dem 01.01.2008 geleistet wurden, eine Dynamisierung zum 01.01.2023 in Höhe von 4,05% vorzunehmen. (unter Berücksichtigung der satzungsgemäßen Aussparungsregelungen)

2. Die Vertreterversammlung beschließt, aus dem Ergebnis des Kalenderjahres 2021 für die Anwartschaften aus Beiträgen,

– die für Zeiten vor dem 01.01.2008 geleistet wurden, eine Dynamisierung zum 01.01.2023 in Höhe von 2,1% vorzunehmen.

3. Die Vertreterversammlung beschließt, die allgemeine Rentenbemessungsgrundlage für Renten mit einem Rentenbeginn nach dem 31.12.2022 gem. § 16 Abs. 1 der Satzung auf 1.855,64 € festzusetzen.“

Der am Ende der VV dargestellte Ausblick auf das Jahr 2022 war getrübt von den weltwirtschaftlichen Konsequenzen des seit Februar tobenden russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine, der gestiegenen Inflation, der Zinserhöhung und den Problematiken der Lieferketten. Der Aktienmarkt ist infolgedessen schwierig und die steigenden Zinsen belasten Projekte im Immobilienmarkt. Wer am Ende des letzten Jahres noch dachte, dass nach Einhegung der Coronapandemie es wieder deutlich bergauf gehen würde, musste sich leider eines anderen belehren lassen. Das Sprichwort „schlimmer geht immer“ scheint durchaus seine Berechtigung zu haben. Nichtsdestotrotz wird unser Versorgungswerk weiterhin sowohl rendite-, als auch sicherheitsorientiert agieren und seinen besonnenen Pfad fortsetzen. In einem so schwierigen weltwirtschaftlichen Umfeld wie 2022 wäre es schon ein Erfolg, wenn man eine Rendite zwischen 2 und 3% erreichen könnte.

Dr. Lutz-Stephan Weiß
Mitglied Wahlliste IUZB e.V.

Beisitzer im Verwaltungsauschuss des VZB

6 Kommentare

  • Anonymous

    Sehr gutes Ergebnis!

  • Anonymous

    Na ja. Die 30%igen Rentenkürzung durch eine unüberlegte Investition in Argentinische Staatsanleihen sehe ich auf meiner monatlichen Rentenzahlung nicht ausgeglichen. Alles in allem für mich und viele andere Zahnärzte ist dieses AVW nicht positiv konnotiert. Lasst unsere Renten endlich von Profis und nicht von Zahnärzten managen. 

    • Anonymous

      Liebe Kollegin oder lieber Kollege,

      meine eigene Rentenanwartschaft wurde vor gut 20 Jahren um 16% abgewertet. Damit musste ich (widerwillig) meinen Beitrag zur Angleichung des Deckungsstocks (Anlagebetrag zur Sicherstellung aller Leistungszusagen) an das tatsächliche Vermögen des VZB´s leisten. Ich habe damals als Musterkläger, für eine extra dafür gegründete Interessensgemeinschaft von betroffenen Kollegen/innen (von der IUZB initiiert), dagegen geklagt; bis zur letztmöglichen rechtlichen Instanz. Unsere Klagen blieben erfolglos. Die Gerichte erkannten damals die Notwendigkeit einer Angleichung durch Abwertung als verhältnismäßig an und sahen die Ursachen vor allem in der Längerlebigkeit des "Versichertenbestandes", sowie den damals geltenden, verbindlichen, aber nicht passenden sog. "Sterbetafeln nach Heubeck". Darüber hinaus gab es Schwächen und Unregelmäßigkeiten im Immobilienportfolio. Wie Sie sicher wissen, traten später (2013) "Verwerfungen" an der Spitze der Zahnärztekammer zu Tage, die damals noch für die Leitung unseres Versorgungswerks zuständig war. Letztere gingen nicht von einem Zahnarzt aus, sondern von einem, wie Sie schrieben "Profi". Aus all den zuvor genannten Punkten, habe ich damals für mich entschieden, dass es für uns, die Mitglieder unseres Versorgungswerks, das Beste wäre, wenn wir uns kritisch, aber konstruktiv, mit offenen Augen und Ohren, an der Führung und Kontrolle unseres VZB´s beteiligen würden. Und so sind wir, die IUZB, den langen Weg durch die Institutionen gegangen. Neben der Kammer, übernehmen wir seit Mai 2021 auch Mitverantwortung in unserem Versorgungswerk (in VV, sowie im VA + AA). Wir, die für diese Aufgaben gewählten Zahnärzte/innen werden dabei von vielen echten Profis begleitet und unterstützt, da dürfen Sie sicher sein. 

      Mit herzlichem kollegialen Gruß Ihr Dr. L.-St. Weiß

    • Anonymous

      Und nicht zu vergessen die Verlängerung der Einzahlungszeit in das Versorgungswerk von 65 auf 67 Jahre!

  • Anonymous

    Es hieß damals, dass nach Ablauf von 14 Jahren die Renten der vor dem 1.1,2008 begannen,die Rentenerhöhungne für alle prozentual gleich sind,

    Die ungerechtfertigte stets niedrigere Erhöhung führt zu einer nicht hinnehmbaren Diskrepanz zwischen den zwei Gruppierungen

    Es wird nicht berücksichtigt das die Rentenerhöhungen mathematisch gesehen exponentiel gegenüber den vor 2008 steigt.Das sollte wirklich gerichtlich geklärt werden ob hier der Gleichheitsgrundsatz noch gewährleistet ist da die Differenz immer größer wird.Es hieß damals die geringere Erhöhung wird nur solange aufrecht erhalten bis ein Ausgleich stattgefunden hat.Das ist rein mathematisch längst geschehen. 
     

    Beste Grüße Dr.Palloks

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