{"id":9847,"date":"2014-09-21T18:35:39","date_gmt":"2014-09-21T17:35:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.iuzb.org\/wordpress\/?p=9847"},"modified":"2016-11-15T17:05:02","modified_gmt":"2016-11-15T16:05:02","slug":"bag-benachteiligung-wegen-des-geschlechts-bei-einer-bewerbung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iuzb.de\/?p=9847","title":{"rendered":"BAG: Benachteiligung wegen des Geschlechts bei einer Bewerbung"},"content":{"rendered":"<div align=\"justify\">Bei einer mittelbaren Benachteiligung wegen des Geschlechts kann die besondere Benachteiligung des einen Geschlechts durch ein dem Anschein nach neutrales Kriterium mit einem Verweis auf statistische Erhebungen dargelegt werden. Die herangezogene Statistik muss aussagekr\u00e4ftig, dh. f\u00fcr die umstrittene Fallkonstellation g\u00fcltig sein.<\/div>\n<div align=\"justify\">\u00a0<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/div>\n<div align=\"justify\">Die Beklagte betreibt einen lokalen Radiosender und suchte im Fr\u00fchjahr 2012 f\u00fcr eine Vollzeitstelle eine Buchhaltungskraft mit abgeschlossener kaufm\u00e4nnischer Ausbildung. Die Kl\u00e4gerin bewarb sich auf diese Stelle im April 2012, im beigef\u00fcgten Lebenslauf wies sie auf ihre Ausbildungen als Verwaltungsfachfrau und zur B\u00fcrokauffrau hin. Au\u00dferdem gab sie dort an \u201eFamilienstand: verheiratet, ein Kind\u201c. Anfang Mai 2012 erhielt die Kl\u00e4gerin eine Absage, auf dem zur\u00fcckgesandten Lebenslauf war der Angabe zum Familienstand hinzugef\u00fcgt \u201e7\u00a0Jahre alt!\u201c, dies und die von der Kl\u00e4gerin stammende Angabe \u201eein Kind\u201c war unterstrichen. Die Kl\u00e4gerin sieht sich als Mutter eines schulpflichtigen Kindes, die eine Vollzeitbesch\u00e4ftigung anstrebt, benachteiligt. Die Notiz der Beklagten auf ihrem Lebenslauf spreche daf\u00fcr, dass die Beklagte Vollzeitt\u00e4tigkeit und die Betreuung eines siebenj\u00e4hrigen Kindes nicht oder nur schlecht f\u00fcr vereinbar halte. Die Beklagte hat eine Entsch\u00e4digung wegen einer Benachteiligung aufgrund des Geschlechts abgelehnt. Sie hat darauf verwiesen, eine junge verheiratete Frau eingestellt zu haben, die \u00fcber eine h\u00f6here Qualifikation verf\u00fcge.<\/div>\n<div align=\"justify\"><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/div>\n<div align=\"justify\">Die Revision der Beklagten, die vom Landesarbeitsgericht wegen mittelbarer Benachteiligung der Kl\u00e4gerin zu einer Entsch\u00e4digung iHv. 3.000,00\u00a0\u20ac verurteilt worden war, hatte vor dem Achten Senat des Bundesarbeitsgerichts Erfolg. Die vom Berufungsgericht herangezogene Statistik (Mikrozensus) f\u00fcr den Anteil von Ehefrauen mit Kind an der Gesamtzahl der Vollbesch\u00e4ftigten l\u00e4sst keine Aussagen f\u00fcr den Fall der Kl\u00e4gerin zu.<\/div>\n<div align=\"justify\"><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/div>\n<div align=\"justify\">Das Landesarbeitsgericht als Tatsachengericht wird aber zu pr\u00fcfen haben, ob in dem Verhalten der Beklagten nicht eine unmittelbare Benachteiligung der Kl\u00e4gerin als Frau zu sehen ist, was eine Auslegung des Vermerks auf dem zur\u00fcckgesandten Lebenslauf erfordert.<\/div>\n<div align=\"justify\"><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/div>\n<p><i>Bundesarbeitsgericht<br \/>\nUrteil vom 18. September 2014 &#8211; 8 AZR 753\/13 &#8211;<br \/>\n<\/i><\/p>\n<p><i>Vorinstanz: Landesarbeitsgericht Hamm<br \/>\nUrteil vom 6. Juni 2013 &#8211; 11 Sa 335\/13 &#8211; <\/i><\/p>\n<p>Quelle: Bundesarbeistgericht, Pressemitteilung <a href=\"http:\/\/juris.bundesarbeitsgericht.de\/cgi-bin\/rechtsprechung\/document.py?Gericht=bag&amp;Art=pm&amp;pm_nummer=0046\/14#druck\" target=\"_blank\">Nr. 46\/14<\/a> vom 18.09.2014<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei einer mittelbaren Benachteiligung wegen des Geschlechts kann die besondere Benachteiligung des einen Geschlechts durch ein dem Anschein nach neutrales Kriterium mit einem Verweis auf statistische Erhebungen dargelegt werden. 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