{"id":9787,"date":"2014-09-10T09:02:01","date_gmt":"2014-09-10T08:02:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.iuzb.org\/wordpress\/?p=9787"},"modified":"2016-11-15T17:08:20","modified_gmt":"2016-11-15T16:08:20","slug":"zahnbehandlung-nach-unzureichender-aufklaerung-ueber-andere-behandlungsmoeglichkeiten-muss-nicht-bezahlt-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iuzb.de\/?p=9787","title":{"rendered":"Zahnbehandlung nach unzureichender Aufkl\u00e4rung \u00fcber andere Behandlungsm\u00f6glichkeiten muss nicht bezahlt werden"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Eine kostenintensive Zahnbehandlung muss nicht bezahlt werden, wenn sich der Patient im Falle seiner ordnungsgem\u00e4\u00dfen Aufkl\u00e4rung \u00fcber andere Behandlungsm\u00f6glichkeiten gegen die kostenintensive Behandlung ausgesprochen h\u00e4tte. Das hat der 26. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Hamm am 12.08.2014 entschieden und damit das erstinstanzliche Urteil des Landgerichts Detmold best\u00e4tigt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die heute 56 Jahre alte beklagte Patientin aus Bad Salzuflen lie\u00df sich von September 2007 bis Juni 2008 von einem Kieferchirurgen in Hannover zahn\u00e4rztlich behandeln. Die f\u00fcr den Kieferchirurgen klagende Abrechnungsgesellschaft hat von der Beklagten die Zahlung eines Anteils von ca. 16.000 Euro von den bislang mit ca. 42.000 Euro in Rechnung gestellten kieferchirurgischen Behandlungskosten verlangt. Der Kieferchirurg f\u00fchrte bei der Beklagten eine Implantatbehandlung mit Knochenaufbau durch, wobei der Aufbau des Ober- und Unterknochens durch gez\u00fcchtetes Knochenmaterial (Eigenknochenz\u00fcchtung) erfolgen sollte. Die Beklagte hat u.a. vorgetragen, nicht \u00fcber andere Behandlungsm\u00f6glichkeiten aufgekl\u00e4rt worden zu sein und auch nicht gewusst zu haben, dass bei der gew\u00e4hlten Behandlungsmethode Kosten in H\u00f6he von mehr als 90.000 Euro anfallen w\u00fcrden. In Kenntnis der Kosten h\u00e4tte sie der durchgef\u00fchrten Behandlung nicht zugestimmt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Rechtsverteidigung der Beklagten war erfolgreich. Ebenso wie das Landgericht hat der 26. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Hamm den geltend gemachten Honoraranspruch abgewiesen. Der Kieferchirurg habe die Beklagte nicht ordnungsgem\u00e4\u00df \u00fcber andere Behandlungsm\u00f6glichkeiten und deren Risiken aufgekl\u00e4rt. Im Falle einer ordnungsgem\u00e4\u00dfen Aufkl\u00e4rung h\u00e4tte sich die Beklagte gegen die kostenintensive Behandlung mit der Eigenknochenz\u00fcchtung entschieden. Dann w\u00e4ren die dem geltend gemachten Honoraranspruch zugrunde liegenden zahn\u00e4rztlichen Leistungen nicht angefallen. Der vom Senat angeh\u00f6rte Sachverst\u00e4ndige habe festgestellt, dass neben der Eigenknochenz\u00fcchtung die Verwendung von Knochenersatzmittel und die Knochenentnahme aus dem Beckenkamm als weitere Behandlungsm\u00f6glichkeiten in Betracht gekommen seien. Im Rahmen seiner Patientenaufkl\u00e4rung habe der behandelnde Kieferchirurg unstreitig nur auf die Knochenentnahme als alternative Behandlungsm\u00f6glichkeit hingewiesen. Dabei habe er die Risiken der Eigenknochenz\u00fcchtung, die allein Kosten von ca. 15.000 Euro verursacht habe, verharmlost. Mit dieser Methode sei es schwierig, den bei gr\u00f6\u00dferen Defekten erforderlichen dreidimensionalen Aufbau zu erreichen. Demgegen\u00fcber habe er die Risiken der Knochenentnahme \u00fcbertrieben dargestellt, weil &#8211; entgegen seinen ge\u00e4u\u00dferten Bedenken &#8211; bei der Patientin aus beiden Beckenk\u00e4mmen gen\u00fcgend Knochenmaterial habe entnommen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>_____<\/p>\n<p>Quelle:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.olg-hamm.nrw.de\/behoerde\/presse\/02_aktuelle_mitteilungen\/96-kein-Zahnarzthonorar.pdf\" target=\"_blank\">Pressemitteilung<\/a> OLG Hamm vom 08. September 2014<br \/>\nUrteil des 26. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Hamm vom 12.08.2014 (26 U 35\/13)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine kostenintensive Zahnbehandlung muss nicht bezahlt werden, wenn sich der Patient im Falle seiner ordnungsgem\u00e4\u00dfen Aufkl\u00e4rung \u00fcber andere Behandlungsm\u00f6glichkeiten gegen die kostenintensive Behandlung ausgesprochen h\u00e4tte. Das hat der 26. 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