{"id":9722,"date":"2014-09-02T17:55:36","date_gmt":"2014-09-02T16:55:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.iuzb.org\/wordpress\/?p=9722"},"modified":"2016-11-20T19:18:23","modified_gmt":"2016-11-20T18:18:23","slug":"zweckentfremdung-eines-mitteilungsblattes-oder-wie-ein-schlechter-hoerzu-artikel-genutzt-werden-kann-um-den-daz-zu-diffamieren-und-bestehende-probleme-weiter-zu-verschweigen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iuzb.de\/?p=9722","title":{"rendered":"Zweckentfremdung eines Mitteilungsblattes &#8211; oder wie ein schlechter H\u00d6RZU-Artikel genutzt werden kann, um den DAZ zu diffamieren und bestehende Probleme weiter zu verschweigen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Im Mitteilungsblatt der Berliner Zahn\u00e4rzte <a href=\"http:\/\/www.zaek-berlin.de\/fileadmin\/dokumente\/kammer\/MBZ\/MBZ_07-08-2014.pdf\" target=\"_blank\">MBZ 07-08\/2014<\/a> hei\u00dft es auf S. 20:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDer Bericht \u201eSkandalakte Zahnarzt \u2013 kein anderer Mediziner bittet seine Patienten so systematisch zur Kasse \u201c in der H\u00f6rzu vom 23.05.2014 schlug gro\u00dfe Wellen. Zuvor vom Deutschen Arbeitskreis f\u00fcr Zahnheilkunde (DAZ) herausgegebene Pressemitteilungen wurden in diesem Bericht zitiert. \u00dcber das gesamte Verhalten des DAZ in dieser Angelegenheit \u00e4u\u00dferte der KZV-Vorstand seinen Unmut. In der Berliner Patientenberatung gibt es so gut wie keine Hinweise f\u00fcr Probleme dieser Art. Sofern Fragen hierzu aufkommen, nennt die Patientenberatung Zahn\u00e4rzte, die Amalgamf\u00fcllungen vornehmen. Dar\u00fcber hinaus sind Zuzahlungen der Patienten bei einigen Behandlungen vom Gesetzgeber gewollt (Stichwort: Mehrkostenregelung, Zahnersatz).\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man k\u00f6nnte diesen Teil des Berichtes \u00fcber die Vertreterversammlung der KZV vom 23.06.2014 mit einem Kopfsch\u00fctteln \u00fcber die miserable journalistische Qualit\u00e4t beiseite legen, wenn er nicht in so \u00fcbler Weise gegen den Deutschen Arbeitskreis f\u00fcr Zahnheilkunde (DAZ) gerichtet w\u00e4re. Weil er so schlecht geschrieben ist und keine fassbare Information transportiert, bleibt beim Leser dieses MBZ-Artikels nur der &#8222;Unmut \u00fcber den DAZ&#8220; h\u00e4ngen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und damit ist erreicht, was erreicht werden soll: Verunglimpfung und Verunsicherung mit dem Ziel polemischer Stimmungsmache gegen\u00fcber den Kolleginnen und Kollegen in der Vertreterversammlung, die in berufspolitischen Fragen eine andere Meinung vertreten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der MBZ-Leser, der mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit den H\u00d6RZU-Text nicht kennt, erf\u00e4hrt nur: Die Zeitschrift hat etwas verbreitet, was \u201egro\u00dfe Wellen\u201c schlug und wor\u00fcber der KZV-Vorstand seinen Unmut kundtut. F\u00fcr die schlimme H\u00d6RZU-Ver\u00f6ffentlichung hat offensichtlich der DAZ die Vorlage geliefert, denn seine \u201ePressemeldungen wurden in diesem Bericht zitiert\u201c. Der KZV-Vorstand \u00e4u\u00dferte seinen Unmut \u00fcber \u201edas gesamte Verhalten des DAZ\u201c \u2013 worin dieses bestand bzw. besteht, bleibt im Dunkeln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dabei fragt sich, ob \u00fcberhaupt einer derjenigen, die sich \u00fcber H\u00d6RZU und DAZ aufregen, den H\u00d6RZU-Artikel gelesen hat. Denn darin wird keine einzige DAZ-Pressemeldung zitiert. Allerdings werden Aussagen verschiedener Zahnmediziner, darunter zwei DAZ-Zahn\u00e4rztinnen, und einer UPD-Patienten-Beraterin berichtet, wobei jeweils der Eindruck erweckt wird, als h\u00e4tten diese dem H\u00d6RZU-Autor Rede und Antwort gestanden. Tats\u00e4chlich hat der H\u00d6RZU-Redakteur nicht eine einzige Person befragt sondern sich aus einem Buch verschiedene Zitate zusammengeklaubt und diese z.T. noch entstellt wiedergegeben. Der DAZ hat, nachdem er von der Ver\u00f6ffentlichung erfuhr, postwendend mit einem Beschwerdebrief an die H\u00d6RZU-Redaktion und einer Pressemeldung, die auch an die KZV Berlin ging, reagiert. Er r\u00fcgte die rei\u00dferische Aufmachung und das unseri\u00f6se journalistische Vorgehen und forderte eine Richtigstellung von der H\u00d6RZU. Als diese ausblieb, legte er Beschwerde beim Deutschen Presserat ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei aller berechtigten Emp\u00f6rung \u00fcber den schlechten H\u00d6RZU-Journalismus gilt es anzuerkennen, dass in dem Artikel u.a. auch tats\u00e4chlich bestehende Probleme der zahnmedizinischen Versorgung angesprochen wurden, mit denen die Selbstverwaltung \u2013 also auch die KZV Berlin \u2013 sich auseinander setzen sollte. Da ist es nicht genug, sich damit herauszureden, dass es in \u201eder Berliner Patientenberatung\u201c \u2026 \u201eso gut wie keine Hinweise f\u00fcr Probleme dieser Art\u201c gibt. Auch hier formuliert das MBZ so ungenau, dass der Leser zun\u00e4chst nur dar\u00fcber spekulieren kann, was eigentlich mit \u201eProblemen dieser Art\u201c gemeint ist, denn bisher wurde noch kein einziges Problem genannt. In den nachfolgenden S\u00e4tzen ist von Amalgamf\u00fcllungen und Leistungen mit Zuzahlungen die Rede. Sollten das Problembereiche sein?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber da kann die KZV Berlin keine Probleme erkennen. Denn zum einen hat der Gesetzgeber Zuzahlungen beim Zahnersatz und in der F\u00fcllungstherapie selbst gewollt und eingef\u00fchrt und zum anderen hilft die KZV ja Patienten mit einer Liste von Zahn\u00e4rzten, die Amalgamf\u00fcllungen legen, weiter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was hei\u00dft denn nun dieses? Amalgamf\u00fcllungen sind DIE im BEMA vorgesehene Versorgung im Seitenzahnbereich. Aber inzwischen verweigern offensichtlich schon so viele Vertragszahn\u00e4rzte die Erbringung dieser Vertragsleistung, dass die KZV Berlin sich gezwungen sieht, f\u00fcr Rat suchende Patienten eine Liste vorzuhalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was der Artikel im MBZ verschweigt, ist:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nicht nur der Deutsche Arbeitskreis f\u00fcr Zahnheilkunde (<a href=\"http:\/\/www.daz-web.de\" target=\"_blank\">www.daz-web.de<\/a>) beobachtet seit einiger Zeit zunehmende Einschr\u00e4nkungen im Zugang der gesetzlich versicherten Patienten zu einer zahn\u00e4rztlichen Behandlung auf Sachleistungsbasis (ohne Zuzahlung). Inzwischen gibt es eine solche F\u00fclle von &#8222;Einzelfallberichten&#8220; von Kollegen, Patientenberatungen und GKV-Sorgentelefonen, dass von einer klaren Erkenntnislage zu dem Problem ausgegangen werden muss. Wie dieses auch in der KZV Berlin bekannte Problem behandelt wird, ist der eigentliche Skandal!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jetzt wird deutlich:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch in Berlin k\u00f6nnen GKV Patienten offensichtlich zunehmend nicht mehr davon ausgehen, dass jeder Vertragszahnarzt zuzahlungsfreie vertragszahn\u00e4rztliche Grundleistungen anbietet oder die zu versorgenden Patienten dar\u00fcber zumindest neutral und umfassend informiert werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aufgrund h\u00e4ufiger Anfragen bei der KZV wurde offenbar mit dem Segen des Vorstandes eine Liste von Kolleginnen und Kollegen erstellt, um Rat suchenden Patienten entsprechende Hinweise geben zu k\u00f6nnen, welche Zahn\u00e4rzte (noch) bereit sind, Amalgamf\u00fcllungen zu legen. Diese Liste ist nicht auf der Basis einer Umfrage unter allen Berliner Praxen gefertigt worden \u2013 sonst h\u00e4tte die KZV schlie\u00dflich ganz offiziell zugeben m\u00fcssen, dass es hier ein Problem gibt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Indem sie selbst auf die Liste verweist, best\u00e4tigt die KZV zum ersten Mal, was lange Zeit allenfalls als eher marginales Problem dargestellt worden ist. Zugleich wird deutlich, dass die KZV Berlin offiziell Sch\u00fctzenhilfe leistet wenn sich Zahn\u00e4rzte aus zuzahlungsfreien Teilen der Kassenbehandlung verabschieden.<br \/>\nStatt dem DAZ undifferenzierte Zahnarztschelte zu unterstellen, mit der er nichts zu tun hat, sollten die drei hauptamtlichen Vorstandsmitglieder der KZV Berlin mal eher nachdenken \u00fcber vertragszahn\u00e4rztliche Pflichten, deren Wahrung schlie\u00dflich ihre \u2013 gut bezahlte \u2013 Aufgabe ist. Wie hei\u00dft es doch in <a href=\"http:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/sgb_5\/__128.html\" target=\"_blank\">\u00a7 128<\/a>, Abs 5a SGB V:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eVertrags\u00e4rzte, die unzul\u00e4ssige Zuwendungen fordern oder annehmen oder Versicherte zur Inanspruchnahme einer privat\u00e4rztlichen Versorgung anstelle der ihnen zustehenden Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung beeinflussen, versto\u00dfen gegen ihre vertrags\u00e4rztlichen Pflichten.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n<p><strong>Dr. Celina Sch\u00e4tze, DAZ-Vorsitzende<\/strong><br \/>\n<a href=\"mailto:celina.schaetze@web.de\" target=\"_blank\">celina.schaetze@web.de<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>P.S. Verband legt mit Schm\u00e4hschrift nach<\/strong><\/p>\n<p>In der letzten Ausgabe der <a href=\"http:\/\/www.zahnaerzteverband-berlin.de\/bzz.php\" target=\"_blank\">Mitgliederzeitung<\/a> des Verbandes schreibt der Vorsitzende Dr. Kopp in ausuferndem Stil und teilweise fehlerhaftem Deutsch auch einen Text zu dem Zahn\u00e4rzte-als-Abzocker-Artikel in der H\u00d6RZU. Was er sagen m\u00f6chte, ist nicht klar zu verstehen, nur zu erahnen. Aus einigen Schl\u00fcsselw\u00f6rtern und in Kenntnis seiner Wagenburgmentalit\u00e4t wie auch seiner tief sitzenden Abneigung gegen den DAZ kann man interpretieren, dass der DAZ und sein Vorstand als notorische Nestbeschmutzer, Neidhammel und &#8211; vor allem &#8211; politische Dilettanten diffamiert werden sollen. Der Versuch ist &#8211; f\u00fcr den Verband &#8222;leider&#8220; &#8211; wegen seiner schwadronierenden, fehlerhaften, nebul\u00f6sen, plump-dreisten Form kein wirklicher Erfolg gewesen. Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit diesem Machwerk ist wegen der fehlenden Aussagen nicht m\u00f6glich. Der Text ist nur furchtbar peinlich.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Mitteilungsblatt der Berliner Zahn\u00e4rzte MBZ 07-08\/2014 hei\u00dft es auf S. 20: \u201eDer Bericht \u201eSkandalakte Zahnarzt \u2013 kein anderer Mediziner bittet seine Patienten so systematisch zur Kasse \u201c in der [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":13,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"iawp_total_views":0,"footnotes":""},"categories":[125,45,192,95],"tags":[],"class_list":["post-9722","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-daz","category-kzv-berlin","category-neutralitaetspflicht-kzv","category-vdzvb"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9722","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/13"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9722"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9722\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15744,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9722\/revisions\/15744"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9722"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=9722"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=9722"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}