{"id":7875,"date":"2013-12-12T23:34:15","date_gmt":"2013-12-12T22:34:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.iuzb.org\/wordpress\/?p=7875"},"modified":"2016-11-17T10:34:20","modified_gmt":"2016-11-17T09:34:20","slug":"bundverwg-keine-tieraerztliche-zweitpraxis-bei-erheblichen-beitragsrueckstaenden-beim-berufsstaendischen-versorgungswerk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iuzb.de\/?p=7875","title":{"rendered":"BVerwG: Keine tier\u00e4rztliche Zweitpraxis bei erheblichen Beitragsr\u00fcckst\u00e4nden beim berufsst\u00e4ndischen Versorgungswerk"},"content":{"rendered":"<div class=\"pm_nr_inst\">\n<div class=\"pm_nr\">Bundesverwaltungsgericht, Pressemitteilung Nr.<a href=\"http:\/\/www.bverwg.de\/presse\/pressemitteilungen\/pressemitteilung.php?jahr=2013&amp;nr=87\" target=\"_blank\"> 87\/2013<\/a> vom 12.12.2013 zu <a href=\"http:\/\/www.bverwg.de\/entscheidungen\/verwandte_dokumente.php?ecli=121213U3C17.13.0\" target=\"_blank\">BVerwG 3 C 17.13<\/a>:<\/div>\n<div class=\"pm_nr\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat heute entschieden, dass einem Tierarzt wegen erheblicher Beitragsr\u00fcckst\u00e4nde bei der berufsst\u00e4ndischen Versorgungseinrichtung die Genehmigung zur Errichtung einer Zweitpraxis versagt werden darf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Kl\u00e4ger ist niedergelassener Tierarzt. Seit August 2007 betreibt er neben seiner langj\u00e4hrigen Erstpraxis eine zweite Praxis, f\u00fcr die er die Zustimmung der beklagten Tier\u00e4rztekammer beantragte. Die Beklagte lehnte die Zustimmung unter Hinweis auf die unzureichende wirtschaftliche Leistungsf\u00e4higkeit des Kl\u00e4gers ab; er habe beim Versorgungswerk Schulden in H\u00f6he von mehr als 90\u00a0000 \u20ac und sei auch seiner Verpflichtung zur Zahlung von Kammer- und Ausbildungsbeitr\u00e4gen nicht ordnungsgem\u00e4\u00df nachgekommen. Die hiergegen gerichtete Klage blieb vor dem Verwaltungsgericht und dem Oberverwaltungsgericht ohne Erfolg. Die Vorinstanzen haben angenommen, dass der in der Berufsordnung der Beklagten geregelte Zustimmungsvorbehalt f\u00fcr die Errichtung einer Zweitpraxis eine hinreichende gesetzliche Erm\u00e4chtigung im Landes-Heilberufsgesetz finde. Die Zustimmungserteilung setze voraus, dass der Tierarzt seinen Berufspflichten nachkomme; dazu geh\u00f6re auch die ordnungsgem\u00e4\u00dfe Entrichtung der Sozialabgaben einschlie\u00dflich der Beitr\u00e4ge zur berufsst\u00e4ndischen Versorgungseinrichtung. Das sei beim Kl\u00e4ger nicht der Fall; die R\u00fcckst\u00e4nde beim Versorgungswerk seien auf mehr als 100\u00a0000 \u20ac angewachsen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Bundesverwaltungsgericht hat auch die Revision des Kl\u00e4gers zur\u00fcckgewiesen. Die f\u00fcr das Revisionsgericht bindende Auslegung und Anwendung des Landesrechts durch das Oberverwaltungsgericht stehen in Einklang mit Verfassungsrecht. Der Zustimmungsvorbehalt in der Berufsordnung und die darauf gest\u00fctzte Versagungsentscheidung der Beklagten verletzen den Kl\u00e4ger nicht in seiner Berufsaus\u00fcbungsfreiheit. Die Erm\u00e4chtigung im Heilberufsgesetz gen\u00fcgt den verfassungsrechtlichen Anforderungen, weil der Gesetzgeber mit der allgemeinen Umschreibung der (tier-)\u00e4rztlichen Berufspflichten, mit der ausdr\u00fccklichen Bestimmung, dass die Berufsordnung weitere Vorschriften \u00fcber Berufspflichten, insbesondere \u00fcber die Aus\u00fcbung des Berufs in eigener Praxis enthalten kann, und mit der Vorgabe, dass die (tier-)\u00e4rztliche Berufsaus\u00fcbung grunds\u00e4tzlich an die Niederlassung in einer Praxis gebunden ist, die wesentlichen Regelungen selbst getroffen hat. Es ist auch durch hinreichende Gr\u00fcnde des Gemeinwohls gerechtfertigt und verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig, die Errichtung einer Zweitpraxis zu versagen, wenn Berufspflichten in erheblicher Weise verletzt werden. Zu diesen Berufspflichten geh\u00f6rt auch die Beitragspflicht gegen\u00fcber der berufsst\u00e4ndischen Versorgungseinrichtung; denn die finanzielle Stabilit\u00e4t des Versorgungstr\u00e4gers ist ein wichtiger Gemeinwohlbelang.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bundesverwaltungsgericht, Pressemitteilung Nr. 87\/2013 vom 12.12.2013 zu BVerwG 3 C 17.13: Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat heute entschieden, dass einem Tierarzt wegen erheblicher Beitragsr\u00fcckst\u00e4nde bei der berufsst\u00e4ndischen Versorgungseinrichtung die Genehmigung [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":13,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"iawp_total_views":0,"footnotes":""},"categories":[79],"tags":[],"class_list":["post-7875","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bverwg"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7875","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/13"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7875"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7875\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16013,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7875\/revisions\/16013"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7875"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7875"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7875"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}