{"id":6676,"date":"2013-08-22T16:55:46","date_gmt":"2013-08-22T15:55:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.iuzb.org\/wordpress\/?p=6676"},"modified":"2016-11-17T10:55:34","modified_gmt":"2016-11-17T09:55:34","slug":"sachleistungspauschale-bundestag-muss-auskunft-gegeben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iuzb.de\/?p=6676","title":{"rendered":"Sachleistungspauschale: Bundestag muss Auskunft gegeben"},"content":{"rendered":"<p>Verwaltungsgericht Berlin, <a href=\"http:\/\/www.berlin.de\/sen\/justiz\/gerichte\/vg\/presse\/archiv\/20130822.1620.388299.html\" target=\"_blank\">Pressemitteilung<\/a> Nr. 28\/2013 vom 22.08.2013:<\/p>\n<p>Der Bundestag muss der Presse Auskunft \u00fcber die Verwendung von Mitteln der Sachleistungspauschale durch Abgeordnete erteilen. Das hat das Verwaltungsgericht Berlin heute auf den Antrag eines Journalisten im Wege einer einstweiligen Anordnung entschieden.<\/p>\n<p>Der Pressevertreter will von der Bundestagsverwaltung wissen, welche Abgeordneten des jetzigen Bundestages unter Inanspruchnahme der Sachleistungspauschale im Jahre 2013 mehr als f\u00fcnf Tablet Computer bzw. ein Smartphone erworben haben. Die im Abgeordnetengesetz vorgesehene <a href=\"http:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/abgg\/__12.html\" target=\"_blank\">Sachleistungspauschale<\/a> in H\u00f6he von 12.000,&#8211; Euro pro Kalenderjahr erm\u00f6glicht es jedem Abgeordneten, mandatsbedingte Kosten \u2013 wie B\u00fcrokosten, Fahrtkosten, Mehraufwendungen am Sitz des Bundestages \u2013 mit der Bundestagsverwaltung abzurechnen. Die Bundestagsverwaltung hat die Auskunft mit dem Argument verweigert, das freie Mandat jedes Abgeordneten schlie\u00dfe eine Kontrolle der von den Abgeordneten f\u00fcr Sachmittel geltend gemachten Kosten aus.<\/p>\n<p>Dem ist die 27. Kammer des Verwaltungsgerichts nicht gefolgt. Gerade weil eine Kontrolle der zweckgebundenen, allein f\u00fcr die Aus\u00fcbung des Mandats gew\u00e4hrten Sachmittel wegen des Grundsatzes des freien Mandats nicht durch staatliche Stellen erfolgen d\u00fcrfe, k\u00f6nne sie nur durch die \u00d6ffentlichkeit, informiert von der Presse, erfolgen. Dies sei im Hinblick auf Vorw\u00fcrfe, Sachmittel w\u00fcrden von manchen Abgeordneten missbraucht, f\u00fcr das Funktionieren des demokratischen Staatswesens und dem Ansehen des Parlaments unerl\u00e4sslich.<\/p>\n<p>Der mit der Bereitstellung der Informationen verbundene Aufwand sei im konkreten Einzelfall nicht unzumutbar, auch wenn die Belege \u00fcber die Verwendung der Sachmittel f\u00fcr jeden einzelnen Abgeordneten in Ordnern abgelegt seien, die nunmehr durch die Bundestagsverwaltung durchgesehen werden m\u00fcssten. Es obliege der Bundestagsverwaltung, organisatorische Vorsorge daf\u00fcr zu treffen, dass k\u00fcnftig derartige, zur Information der \u00d6ffentlichkeit \u00fcber die Mandatsaus\u00fcbung des einzelnen Abgeordneten erforderliche Presseausk\u00fcnfte ohne gro\u00dfen Aufwand erteilt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Angesichts der bevorstehenden Bundestagswahlen und der aktuellen Ver\u00f6ffentlichungen \u00fcber vergleichbare Themen bez\u00fcglich Bayerischer Landtagsabgeordneter, sei die Entscheidung eilbed\u00fcrftig gewesen.<\/p>\n<p>Gegen den Beschluss ist die Beschwerde an das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg zul\u00e4ssig.<\/p>\n<p><strong>Beschluss der 27. Kammer vom 22. August 2013 &#8211; VG 27 L 185.13 &#8211;<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verwaltungsgericht Berlin, Pressemitteilung Nr. 28\/2013 vom 22.08.2013: Der Bundestag muss der Presse Auskunft \u00fcber die Verwendung von Mitteln der Sachleistungspauschale durch Abgeordnete erteilen. 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