{"id":54500,"date":"2026-10-01T17:12:30","date_gmt":"2026-10-01T15:12:30","guid":{"rendered":"https:\/\/iuzb.de\/?p=54500"},"modified":"2026-10-01T17:15:06","modified_gmt":"2026-10-01T15:15:06","slug":"bverwg-herstellung-eines-impfstoffs-durch-einen-arzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iuzb.de\/?p=54500","title":{"rendered":"BVerwG: Herstellung eines Impfstoffs durch einen Arzt"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 12pt;\">Stellen \u00c4rzte Arzneimittel zur pers\u00f6nlichen Anwendung bei einem bestimmten Patienten her, d\u00fcrfen sie dabei nur Ausgangsstoffe verwenden, die den anerkannten pharmazeutischen Regeln entsprechen. Das hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig heute entschieden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 12pt;\">Der Kl\u00e4ger, ein Arzt, zeigte im Sommer 2021 der zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rde an, dass er ein Arzneimittel in der Form eines Impfstoffs zur pers\u00f6nlichen Anwendung bei seinen Patienten herstelle. Hierzu verwende er Aluminiumhydroxid und ein Peptid vom Spikeprotein des Virus SARS-CoV 2. Das Arzneimittel werde intramuskul\u00e4r injiziert und diene dem Schutz vor COVID-19. Die Beh\u00f6rde untersagte dem Kl\u00e4ger die weitere Herstellung und verwies zur Begr\u00fcndung unter anderem darauf, dass die verwendeten Ausgangsstoffe nicht den anerkannten pharmazeutischen Regeln entspr\u00e4chen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 12pt;\">Die hiergegen gerichtete Klage hatte weder vor dem Verwaltungsgericht noch vor dem Verwaltungsgerichtshof Erfolg. Mit Urteil vom heutigen Tag hat das Bundesverwaltungsgericht auch die Revision des Kl\u00e4gers zur\u00fcckgewiesen. Nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/AMG\/55.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a7 55 Abs. 8 Satz 1 des Arzneimittelgesetzes (AMG)<\/a> d\u00fcrfen bei der Herstellung von Arzneimitteln nur Stoffe verwendet werden, die den anerkannten pharmazeutischen Regeln entsprechen. Der Verwaltungsgerichtshof hat zutreffend angenommen, dass diese Vorschrift auch f\u00fcr \u00c4rzte gilt, die ein Arzneimittel zur pers\u00f6nlichen Anwendung bei einem bestimmten Patienten herstellen, ohne hierf\u00fcr eine beh\u00f6rdliche Erlaubnis haben zu m\u00fcssen. Die \u00e4rztliche Therapiefreiheit und das Selbstbestimmungsrecht des Patienten stehen dem nicht entgegen. <\/span><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 12pt;\">Ausgehend von den tats\u00e4chlichen Feststellungen des Verwaltungsgerichtshofs entsprechen die vom Kl\u00e4ger verwendeten Ausgangsstoffe nicht den anerkannten pharmazeutischen Regeln, weil sie nicht in einem Verfahren hergestellt wurden, das darauf ausgelegt ist, eine sichere Verwendung am Menschen sicherzustellen. Ihre Hersteller geben an, dass sie nur f\u00fcr Forschungszwecke und nicht f\u00fcr die Verwendung am Menschen bestimmt sind.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 12pt;\">Quelle: BVerwG, <a href=\"https:\/\/www.bverwg.de\/pm\/2026\/73\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pressemitteilung<\/a> zum Urteil vom 01.10.2026, Az. 3 C 11.24<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stellen \u00c4rzte Arzneimittel zur pers\u00f6nlichen Anwendung bei einem bestimmten Patienten her, d\u00fcrfen sie dabei nur Ausgangsstoffe verwenden, die den anerkannten pharmazeutischen Regeln entsprechen. 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