{"id":53180,"date":"2026-07-14T07:41:41","date_gmt":"2026-07-14T05:41:41","guid":{"rendered":"https:\/\/iuzb.de\/?p=53180"},"modified":"2026-07-14T07:45:11","modified_gmt":"2026-07-14T05:45:11","slug":"kzbv-zum-beschlossenen-gkv-beitragssatzstabilisierungsgesetz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iuzb.de\/?p=53180","title":{"rendered":"KZBV zum beschlossenen GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz"},"content":{"rendered":"<p><strong><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 12pt;\">Dunkle Aussichten f\u00fcr die Patientenversorgung<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 12pt;\">Berlin, 10. Juli 2026 \u2013Die Kassenzahn\u00e4rztliche Bundesvereinigung (KZBV) kritisiert scharf, dass die Politik bei der jetzt beschlossenen GKV-Reform [\u2192 <a href=\"https:\/\/iuzb.de\/?p=53172\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bundesrat\/10.07.2026<\/a>] einen zwingend notwendigen differenzierten Blick auf die unterschiedlichen Versorgungsbereiche ignoriert und somit nicht die Besonderheiten der zahn\u00e4rztlichen Versorgung und ihre Pr\u00e4ventionserfolge ber\u00fccksichtigt hat. F\u00fcr die KZBV steht zudem fest, dass das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz zulasten der Versicherten und auf Kosten der Mundgesundheit in Deutschland geht.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 12pt;\">Medizinisch notwendige Leistungsentwicklungen nicht mehr abbildbar<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 12pt;\">Die beschlossenen Regelungen zur Verg\u00fctung von Behandlungen gef\u00e4hrden insbesondere pr\u00e4ventionsorientierte Versorgungskonzepte wie die Parodontitistherapie sowie den weiteren Ausbau von Leistungen f\u00fcr vulnerable Patientengruppen. Den Zahnarztpraxen ist es k\u00fcnftig nicht mehr m\u00f6glich, die Versorgung f\u00fcr diese Patientinnen und Patienten bedarfsgerecht umzusetzen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 12pt;\">Negative Auswirkungen gibt es auch auf die fl\u00e4chendeckende Patientenversorgung: Aufgrund fehlender Planungssicherheit k\u00f6nnten sich viele \u00e4ltere Zahn\u00e4rztinnen und Zahn\u00e4rzte dazu entscheiden, fr\u00fcher ihren Beruf aufzugeben; zugleich werden Vorbehalte gegen\u00fcber einer Praxisniederlassung gest\u00e4rkt. Versorgungsengp\u00e4sse speziell in l\u00e4ndlichen Regionen sind dann nicht mehr auszuschlie\u00dfen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 12pt;\">Hierzu erkl\u00e4rt Martin Hendges, KZBV-Vorstandsvorsitzender: <\/span><\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 12pt;\">\u201eSchon die Budgetierung durch die Ampelregierung hatte schwere Auswirkungen auf den vertragszahn\u00e4rztlichen Bereich. Die erneuten Sparma\u00dfnahmen sind in keiner Weise sachlich gerechtfertigt und in ihrer Wirkung v\u00f6llig unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig. Der Zahn\u00e4rzteschaft ist es als einzigem Versorgungsbereich gelungen, ihren Anteil an den GKV-Gesamtausgaben kontinuierlich (auf aktuell 5,6 Prozent) zu senken und das, obwohl der Leistungskatalog stetig ausgebaut wurde. W\u00e4hrend die Leistungsausgaben in der GKV im Vergleich zum Vorjahreszeitraum insgesamt um 8,0 Prozent gestiegen sind, liegt die Entwicklung der Ausgaben f\u00fcr zahn\u00e4rztliche Behandlung inklusive Zahnersatz bei 4,8 Prozent und damit als einziger relevanter Versorgungsbereich sogar deutlich unterhalb der Grundlohnsummenentwicklung f\u00fcr 2026 (5,17 Prozent).\u201c<\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 12pt;\">Der seit Jahren sinkende Anteil vertragszahn\u00e4rztlicher Leistungen an den GKV-Gesamtausgaben ist das Ergebnis einer konsequent pr\u00e4ventionsorientierten Versorgung. Damit hat die Zahn\u00e4rzteschaft gezeigt, wie ein verantwortungsvoller und effizienter Umgang mit den zur Verf\u00fcgung stehenden Mitteln aussieht; dennoch wird sie jetzt erneut massiv belastet.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 12pt;\">Regelungen zur kieferorthop\u00e4dischen Behandlung teilweise praxisfern<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 12pt;\">Positiv zu bewerten ist, dass die Politik erkannt hat, welche dramatischen Auswirkungen ein Fachzahnarztvorbehalt im Bereich Kieferorthop\u00e4die auf die Versorgung gehabt h\u00e4tte. Dies zeigt sich vor allem bei der Ausgestaltung der \u00dcbergangsregelung und Einr\u00e4umung von Handlungsspielr\u00e4umen f\u00fcr die Selbstverwaltung. Dennoch bleibt abzuwarten, wie sich die kieferorthop\u00e4dische Versorgung unter den neuen Bedingungen entwickeln wird. Hingegen ist die Einf\u00fchrung von Leistungskomplexen und Pauschalverg\u00fctungen f\u00fcr die kieferorthop\u00e4dische Versorgung v\u00f6llig verfehlt. Das aktuell etablierte System f\u00fchrt nachweislich weder zu einer \u00dcber- noch zu einer Unterversorgung. Laut der Sechsten Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS 6) ist der kieferorthop\u00e4dische Behandlungsbedarf in Deutschland seit Langem stabil geblieben.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 12pt;\">Die KZBV teilt nach wie vor das Ziel der Bundesregierung, weitere Beitragssteigerungen in der gesetzlichen Krankenversicherung abzuwenden. Das beschlossene Reformpaket gef\u00e4hrdet aber die Erfolge eines hocheffizienten, pr\u00e4ventionsorientierten Versorgungsbereichs.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 12pt;\">Quelle: KZBV, <a href=\"https:\/\/www.kzbv.de\/pressemitteilungen\/dunkle-aussichten-fuer-die-patientenversorgung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pressemitteilung<\/a> vom 10.07.2026<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dunkle Aussichten f\u00fcr die Patientenversorgung Berlin, 10. 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