{"id":47648,"date":"2025-06-16T07:00:33","date_gmt":"2025-06-16T05:00:33","guid":{"rendered":"https:\/\/iuzb.de\/?p=47648"},"modified":"2025-11-03T08:01:42","modified_gmt":"2025-11-03T07:01:42","slug":"kzv-berlin-macht-um-jeden-preis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iuzb.de\/?p=47648","title":{"rendered":"KZV Berlin: R\u00fccktritt oder Macht um jeden Preis?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 12pt;\">Wenn juristische Winkelz\u00fcge demokratische Entscheidungen aushebeln oder ein Fall von Anstandslosigkeit in der KZV Berlin<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 12pt;\">Zweimal hat sich die Vertreterversammlung der Kassenzahn\u00e4rztlichen Vereinigung Berlin in seltener Deutlichkeit ausgesprochen. Zweimal wurde das Vorstandsmitglied Karsten Geist mit einer weit jenseits der notwendigen Mehrheit abgew\u00e4hlt. Es sprachen sich \u00fcber 2\/3 der Vertreter f\u00fcr seine Abwahl aus. Vorausgegangen waren monatelange Vorw\u00fcrfe in Richtung Karsten Geist, die ihm fachliche Inkompetenz in nahezu s\u00e4mtlichen Fragen der KZV-F\u00fchrung sowie \u00f6ffentliche Auftritte attestierten, die vielfach als unangemessen und peinlich empfunden wurden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 12pt;\">In einem Selbstverwaltungsorgan, in dem der demokratische Konsens und das Vertrauen der gew\u00e4hlten Vertreterinnen und Vertreter zentrale Grundlagen der Zusammenarbeit darstellen, ist eine derart klare Entscheidung mehr als ein blo\u00dfer Verwaltungsakt, sie ist Ausdruck eines tiefgreifenden Vertrauensverlustes.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 12pt;\">Dass sich das abgew\u00e4hlte Vorstandsmitglied Karsten Geist dennoch mit juristischen Spitzfindigkeiten und dem R\u00fcckgriff auf formale Verfahrensfehler gegen diese klare Willensbekundung stemmt, stellt die KZV Berlin nun vor eine unhaltbare Lage. Die Vertreterversammlung sieht sich entmachtet, die Senatsaufsicht wittert die Chance zum Durchgriff, der Vorstand k\u00f6nnte gel\u00e4hmt werden, die Mitarbeitenden sind zunehmend verunsichert. Die gewachsenen, auf kollegialer Zusammenarbeit beruhenden Strukturen der Selbstverwaltung drohen Schaden zu nehmen: politisch, moralisch und finanziell.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 12pt;\">Die moralische Verantwortung in dieser Situation liegt nicht bei jenen, die sich, aus nachvollziehbaren Gr\u00fcnden, f\u00fcr eine Abwahl ausgesprochen haben, sondern bei demjenigen, der sich dem Urteil der demokratisch gew\u00e4hlten Gremien widersetzt. Eine F\u00fchrungsposition in einem \u00f6ffentlichen Gremium zu bekleiden, setzt nicht nur Fachkompetenz, sondern auch Integrit\u00e4t und Demut voraus. Wer diese Grunds\u00e4tze hinter sich l\u00e4sst, um sich an eine Funktion zu klammern, die ihm von der Mehrheit l\u00e4ngst entzogen wurde, missbraucht das System und gef\u00e4hrdet die Handlungsf\u00e4higkeit der Institution.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 12pt;\">Die Verantwortung liegt einzig und allein bei dem, der gegangen wurde und dennoch bleibt: Karsten Geist.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 12pt;\">Auch wenn Gerichte vorl\u00e4ufig zugunsten des Abgew\u00e4hlten entschieden haben, ist das moralische Urteil l\u00e4ngst gefallen. Vertrauen l\u00e4sst sich nicht durch Paragrafen erzwingen, F\u00fchrung nicht durch juristische Winkelz\u00fcge legitimieren. Wer sein Amt nicht mehr aus\u00fcben kann, ohne dabei das ganze System zu besch\u00e4digen, muss den Mut zum freiwilligen R\u00fccktritt finden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 12pt;\">Nur ein R\u00fccktritt kann jetzt weiteren Schaden abwenden. F\u00fcr die KZV Berlin, ihre Gremien, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und nicht zuletzt f\u00fcr das Ansehen zahn\u00e4rztlicher Selbstverwaltung insgesamt. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 12pt;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-37913\" src=\"https:\/\/iuzb.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/01_Portraits_Brandt-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"181\" srcset=\"https:\/\/iuzb.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/01_Portraits_Brandt-scaled.jpg 2118w, https:\/\/iuzb.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/01_Portraits_Brandt-248x300.jpg 248w, https:\/\/iuzb.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/01_Portraits_Brandt-99x120.jpg 99w, https:\/\/iuzb.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/01_Portraits_Brandt-768x928.jpg 768w, https:\/\/iuzb.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/01_Portraits_Brandt-1271x1536.jpg 1271w, https:\/\/iuzb.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/01_Portraits_Brandt-1694x2048.jpg 1694w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 12pt;\">Dr. J\u00fcrgen Brandt<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 12pt;\">Mitglied der Vertreterversamm<\/span><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 12pt;\">lung der KZV Berlin<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn juristische Winkelz\u00fcge demokratische Entscheidungen aushebeln oder ein Fall von Anstandslosigkeit in der KZV Berlin Zweimal hat sich die Vertreterversammlung der Kassenzahn\u00e4rztlichen Vereinigung Berlin in seltener Deutlichkeit ausgesprochen. 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