{"id":4551,"date":"2013-02-23T20:17:19","date_gmt":"2013-02-23T19:17:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.iuzb.org\/wordpress\/?p=4551"},"modified":"2016-11-15T19:53:13","modified_gmt":"2016-11-15T18:53:13","slug":"eingangspost-bei-wichtigen-sendungen-auch-den-briefumschlag-kontrollieren-und-aufbewahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iuzb.de\/?p=4551","title":{"rendered":"Eingangspost: Bei wichtigen Sendungen den Briefumschlag kontrollieren und aufbewahren"},"content":{"rendered":"<p>Wer wichtige (Termin-)Post erh\u00e4lt, sollte als Zugangsbeweis unbedingt den Briefumschlag aufbewahren und die darauf vermerkten Angaben kontrollieren, da der eigene Posteingangsstempel unter Umst\u00e4nden nur einen unzureichendes Beweismittel darstellt. Dies gilt insbesondere bei Postzustellungsurkunden und Einschreiben, aber auch bei einfacher Briefpost kann der Poststempel bedeutsam sein. Daneben gibt es auch F\u00e4lle, bei denen Briefpost pers\u00f6nlich, also nicht \u00fcber ein Postunternehmen, zugestellt und der Zustellungstermin dann mit Hilfe von Zeugen schriftlich protokolliert wird (zum Beispiel werden manche Arbeits- oder Mietvertr\u00e4ge so gek\u00fcndigt, oder aber auch Mieterh\u00f6hungen manchmal so zugestellt).<\/p>\n<ul>\n<li>In einem vom Bundesfinanzhof entschiedenen Fall, wurde von der Auszubildenden einer Rechtsanwaltskanzlei am Montag, den 02.01.2012 dem Kanzleibriefkasten ein Brief des Bundesfinanzhofs vom 27.12.2011 mit einem beigef\u00fcgten Beschluss vom 15.12.2011 entnommen, welcher bereits am Silvester-Samstag, dem 31.12.2011 zugestellt worden war.<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><br \/>\nDer Briefumschlag wurde bei der \u00d6ffnung entsorgt, wobei wohl \u00fcbersehen wurde, dass der Umschlag vermutlich einen Vermerk des Brieftr\u00e4gers \u00fcber die Zustellung am 31.12.2011 enthielt. Der Brief selbst wurde mit einem Posteingangsstempel der Kanzlei vom 02.01.2012 versehen und der Vorgang dann irrt\u00fcmlich erst per Fristablauf 02.02.2012, statt 31.01.2012,\u00a0 ins Fristenbuch der Kanzlei eingetragen, was dann schlie\u00dflich in der weiteren Bearbeitung zu einer zweit\u00e4gigen Frist\u00fcberschreitung f\u00fchrte.<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><br \/>\nDer Bundesfinanzhof hat entschieden, dass dies ein Verschulden des Prozessbevollm\u00e4chtigten des Kl\u00e4gers darstellt, der die Sache bearbeitet hat. Als Verschulden gilt hierbei auch einfache Fahrl\u00e4ssigkeit. Das Klageverfahren wurde damit letztendlich verloren.<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><br \/>\nOb der Fristbeginn auf einen Sonntag, allgemeinen Feiertag oder Samstag f\u00e4llt, war in diesem Verfahren unerheblich, denn das Gesetz sieht in <a href=\"http:\/\/dejure.org\/gesetze\/FGO\/54.html\" target=\"_blank\">\u00a7\u00a054 Abs.\u00a02 FGO<\/a> in Verbindung mit <a href=\"http:\/\/dejure.org\/gesetze\/ZPO\/222.html\" target=\"_blank\">\u00a7\u00a0222 Abs.\u00a02 ZPO<\/a> diesen Umstand lediglich f\u00fcr das Ende der Frist als bedeutsam an.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bundesfinanzhof, Beschluss vom 13.9.2012 zu\u00a0<\/strong> <a href=\"http:\/\/juris.bundesfinanzhof.de\/cgi-bin\/rechtsprechung\/document.py?Gericht=bfh&amp;Art=en&amp;sid=0a1b025a6bb15359951c81493ed517ce&amp;nr=27111&amp;pos=0&amp;anz=1\" target=\"_blank\">XI R 40\/11<\/a> (ver\u00f6ffentlicht am 02.01.2013)<br \/>\n&#8222;Keine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand bei unterlassener anwaltlicher Pr\u00fcfung der Rechtsmittelbegr\u00fcndungsfrist &#8211; Fristbeginn an einem Sonntag, Sonnabend oder allgemeinen Feiertag &#8211; Zwischenurteil \u00fcber Zul\u00e4ssigkeit der Revision&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer wichtige (Termin-)Post erh\u00e4lt, sollte als Zugangsbeweis unbedingt den Briefumschlag aufbewahren und die darauf vermerkten Angaben kontrollieren, da der eigene Posteingangsstempel unter Umst\u00e4nden nur einen unzureichendes Beweismittel darstellt. Dies gilt [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":13,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"iawp_total_views":6,"footnotes":""},"categories":[83],"tags":[],"class_list":["post-4551","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4551","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/13"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4551"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4551\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15900,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4551\/revisions\/15900"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4551"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4551"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4551"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}