{"id":45449,"date":"2024-06-18T13:57:51","date_gmt":"2024-06-18T11:57:51","guid":{"rendered":"https:\/\/iuzb.de\/?p=45449"},"modified":"2025-11-23T10:09:32","modified_gmt":"2025-11-23T09:09:32","slug":"berliner-zahnaerzteschaft-warnt-politik-patientenversorgung-in-akuter-gefahr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iuzb.de\/?p=45449","title":{"rendered":"Berliner Zahn\u00e4rzteschaft warnt Politik: Patientenversorgung in akuter Gefahr"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"color: #ff0000;\">\u201eZ\u00c4HNE zeigen gegen diese kranke Gesundheitspolitik&#8220;<\/span><\/strong> \u2013 unter diesem Motto haben sich heute viele Berliner Zahn\u00e4rztinnen und Zahn\u00e4rzte sowie Praxispersonal gegen eine weitere Verschlechterung politischer Rahmenbedingungen und eine zunehmende Reglementierung von Praxisabl\u00e4ufen gewandt. Zusammen mit den Auswirkungen des demografischen Wandels auf Praxisinhaberinnen und -inhaber bildet dies eine gef\u00e4hrliche Mischung und droht, die wohnortnahe zahnmedizinische Patientenversorgung akut zu beeintr\u00e4chtigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Organisatoren der Veranstaltung, Zahn\u00e4rztekammer (Z\u00c4K) Berlin und Kassenzahn\u00e4rztliche Vereinigung (KZV) Berlin, sowie der Verband medizinischer Fachberufe (vmf) machten dies in einer Podiumsdiskussion gegen\u00fcber zwei Repr\u00e4sentanten der Berliner Landespolitik, <a href=\"https:\/\/www.parlament-berlin.de\/Abgeordnete\/christian-zander\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Christian Zander, gesundheitspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion<\/a>, und <a href=\"https:\/\/www.parlament-berlin.de\/Abgeordnete\/tobias-schulze\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Tobias Schulze, Sprecher f\u00fcr Gesundheit der Fraktion \u201eDIE LINKE&#8220;<\/a>, nachdr\u00fccklich klar. Bei der anschlie\u00dfenden Kundgebung am Kurf\u00fcrstendamm zeigten Autofahrer und Passanten Verst\u00e4ndnis f\u00fcr das Anliegen der Zahn\u00e4rzteschaft, die Patientenversorgung auch in Zukunft in gleichbleibend hoher Qualit\u00e4t zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der von Dr. Marion Marschall, Chefredakteurin Quintessence News, moderierten Podiumsdiskussion traten die zahlreichen Anliegen, die Zahn\u00e4rzteschaft und zahnmedizinischen Fachberufen derzeit unter den N\u00e4geln brennen, klar hervor. Dies spiegelte sich auch in den Statements wider.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.kzv-berlin.de\/ueber-uns\/organe-und-struktur\/vorstand\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Karsten Geist, Vorstandsvorsitzender der KZV Berlin<\/a>:<br \/>\n\u201eWas einer effizienten Patientenversorgung massiv im Wege steht, ist die Budgetierung zahnmedizinischer Behandlungen. So hat der Gesetzgeber die erst Mitte 2021 neu eingef\u00fchrte, pr\u00e4ventionsorientierte und auf drei Jahre angelegte Parodontitistherapie schon 2023 wieder budgetiert. Ergebnis: ein R\u00fcckgang der durchschnittlichen monatlichen Neubehandlungen von 120.441 im Jahr 2022 auf 93.671 im Folgejahr. Das ist ein Einbruch um mehr als 22 Prozent. Dabei leidet jeder zweite Erwachsene an Parodontitis, unbehandelt ist sie die h\u00e4ufigste Ursache f\u00fcr vermeidbaren Zahnverlust. Wer st\u00e4ndig der Pr\u00e4vention das Wort redet, muss sich auch in der Realit\u00e4t daran messen lassen. Anderer Punkt: Die \u00dcberalterung der Zahn\u00e4rzteschaft stellt uns vor immense Herausforderungen. So hat sich der Anteil der \u00fcber 60-j\u00e4hrigen Vertragszahn\u00e4rztinnen und -zahn\u00e4rzte in den letzten 15 Jahren von 15 Prozent (2009) auf 33 Prozent (2023) mehr als verdoppelt. Und es existieren weit mehr \u00e4ltere, praxisabgabewillige als j\u00fcngere, \u00fcbernahmebereite Zahnmediziner. F\u00fcr den Nachwuchs ist das wohl nicht mehr attraktiv.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.zaek-berlin.de\/ueber-uns\/vorstand-geschaeftsfuehrung.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dr. Karsten Heegewaldt, Pr\u00e4sident der Z\u00c4K Berlin<\/a>:<br \/>\n\u201eNeben einem immer wilderen B\u00fcrokratiedschungel und einem sich verst\u00e4rkenden Fachkr\u00e4ftemangel m\u00fcssen wir nun die Folgen einer \u00fcber Jahre und Jahrzehnte verfehlten Gesundheitspolitik ausbaden. Wir haben eine Verantwortung gegen\u00fcber unseren Patientinnen und Patienten, die wir sehr ernst nehmen. Neue b\u00fcrokratische Anforderungen, Dokumentationen und Kontroll-Listen machen nicht einen einzigen Menschen gesund. Hinzu kommen die fatalen Konsequenzen der Budgetierung: Leistungseinschr\u00e4nkungen und verl\u00e4ngerte Wartezeiten f\u00fcr Patientinnen und Patienten sowie Praxissterben und dadurch wachsende Versorgungsl\u00fccken. In den kommenden f\u00fcnf Jahren wird circa ein Drittel der niedergelassenen Zahn\u00e4rztinnen und Zahn\u00e4rzte das Ruhestandsalter erreichen. Niederlassungswilliger Nachwuchs ist kaum in Sicht, denn aufgrund der stetig schlechter werdenden Rahmenbedingungen sind immer weniger junge Zahn\u00e4rztinnen und Zahn\u00e4rzte bereit, eine eigene Praxis zu gr\u00fcnden. Das Ma\u00df ist jetzt voll und wir m\u00fcssen gemeinsam gegen die immer schlimmer werdenden Zust\u00e4nde protestieren!&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.vmf-online.de\/verband\/verbandsstruktur\/gremium-praesidium\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hannelore K\u00f6nig, Pr\u00e4sidentin des vmf<\/a>:<br \/>\n\u201eAls vmf unterst\u00fctzen wir den Protest der Berliner Zahn\u00e4rzteschaft, denn die gesundheitspolitischen Entscheidungen zur Budgetierung der Parodontitis-Therapie und zu den Honorarobergrenzen bei zahn\u00e4rztlichen Leistungen gef\u00e4hrden Arbeitspl\u00e4tze in den zahn\u00e4rztlichen Praxisteams und gleichzeitig die wohnortnahe zahn\u00e4rztliche Versorgung. Bereits im September 2023 hat der vmf der aktuellen Gesundheitspolitik in einem breiten B\u00fcndnis aus (zahn)\u00e4rztlichen und zahntechnischen Vertretern die rote Karte gezeigt. Die Versprechen zur St\u00e4rkung der Gesundheitsberufe und der ambulanten Versorgung aus dem Koalitionsvertrag wurden bis heute nicht eingel\u00f6st, stattdessen gab es f\u00fcr den ambulanten Bereich nur Spargesetze, Sanktionen und mehr statt weniger B\u00fcrokratie. Selbst der Sachverst\u00e4ndigenrat Gesundheit &amp; Pflege fordert in seinem aktuellen Gutachten, endlich Strukturreformen umzusetzen, um die knappe Ressource der Gesundheitsberufe effizienter einzusetzen. Dazu geh\u00f6rt auch eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen f\u00fcr unsere Berufsangeh\u00f6rigen, so die <span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Gutachter.&#8220;Alle<\/span> drei Organisationen appellierten nachdr\u00fccklich an die Politik, die Grundlagen f\u00fcr eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung zu schaffen und zu diesem Zweck bestehende H\u00fcrden abzubauen, keinesfalls st\u00e4ndig neue zu schaffen. Nicht nur in Berlin haben heute Zahnmediziner und Fachpersonal gegen die aktuelle Gesundheitspolitik demonstriert. Auch in Niedersachsen und Baden-W\u00fcrttemberg fanden Aktionen f\u00fcr den Erhalt der wohnortnahen zahnmedizinischen Versorgung statt. Eine weitere Aktion in Bayern gab es bereits am 12. Juni 2024.<\/p>\n<p>Quelle: KZV Berlin und KZV Berlin, <a href=\"https:\/\/www.zaek-berlin.de\/presse\/meldungen\/aktuelles\/aktuelles-detail\/article\/patientenversorgung-in-akuter-gefahr-1.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">gemeinsame Pressemitteilung vom 18.06.2024<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eZ\u00c4HNE zeigen gegen diese kranke Gesundheitspolitik&#8220; \u2013 unter diesem Motto haben sich heute viele Berliner Zahn\u00e4rztinnen und Zahn\u00e4rzte sowie Praxispersonal gegen eine weitere Verschlechterung politischer Rahmenbedingungen und eine zunehmende Reglementierung [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":13,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"iawp_total_views":0,"footnotes":""},"categories":[418,177,45,46],"tags":[],"class_list":["post-45449","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-zaehne-zeigen","category-berlin","category-kzv-berlin","category-zahnaerztekammer-berlin"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/45449","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/13"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=45449"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/45449\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":45459,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/45449\/revisions\/45459"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=45449"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=45449"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=45449"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}