{"id":44339,"date":"2024-01-31T12:19:31","date_gmt":"2024-01-31T11:19:31","guid":{"rendered":"https:\/\/iuzb.de\/?p=44339"},"modified":"2024-02-11T13:38:42","modified_gmt":"2024-02-11T12:38:42","slug":"berliner-zahnaerzteschaft-stellt-sich-gegen-antisemitismus-rechtsextremismus-und-diskriminierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iuzb.de\/?p=44339","title":{"rendered":"Berliner Zahn\u00e4rzteschaft stellt sich gegen Antisemitismus, Rechtsextremismus und Diskriminierung"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><strong>Zum 85. Jahrestag des Entzugs der Approbation j\u00fcdischer Zahn\u00e4rzte<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><strong>Berliner Zahn\u00e4rzteschaft stellt sich gegen Antisemitismus, Rechtsextremismus und Diskriminierung<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor 85 Jahren wurde j\u00fcdischen Zahn\u00e4rzten durch das NS-Regime die Berechtigung entzogen, ihren Beruf auszu\u00fcben. Der Jahrestag des Approbationsentzugs ist am 31. Januar. Die Zahn\u00e4rztekammer (Z\u00c4K) Berlin und die Kassenzahn\u00e4rztliche Vereinigung (KZV) Berlin erinnern daran, dass die Standesorganisationen damals Handlanger des NS-Staates waren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 31. Januar 1939 wurde j\u00fcdischen Zahn\u00e4rzten und Dentisten in Deutschland gemeinsam mit j\u00fcdischen Tier\u00e4rzten und Apothekern durch das nationalsozialistische Regime die Approbation entzogen. Fast zeitgleich wurde ihnen auch die Doktorw\u00fcrde aberkannt. Diese staatliche Willk\u00fcr bedeutete f\u00fcr die Betroffenen die Vernichtung ihrer beruflichen Existenz. Ein halbes Jahr zuvor widerfuhr dieses Vorgehen auch den j\u00fcdischen \u00c4rzten. Verb\u00e4nde und Standesorganisationen der Zahn\u00e4rzteschaft hatten, \u00e4hnlich wie Vertreter der deutschen \u00c4rzteschaft, die Ausgrenzung und Entrechtung ma\u00dfgeblich vorangetrieben. Erst 1996 wurde dieses Unrecht formal r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dr. Karsten Heegewaldt, Pr\u00e4sident der Z\u00c4K Berlin, zum Jahrestag:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eAm Anfang standen Markierung und Ausgrenzung von Millionen deutscher Mitb\u00fcrgerinnen und Mitb\u00fcrger aufgrund einer furchtbaren, im nationalsozialistischen Deutschland zur Staatsdoktrin gewordenen Weltanschauung, des Antisemitismus. Es folgten die Vernichtung der beruflichen und wirtschaftlichen Existenz und schlie\u00dflich f\u00fcr alle, denen die Flucht aus ihrer Heimat nicht mehr gelang, auch die physische Vernichtung in den Todeslagern mit ihren industriell organisierten Formen des Massenmordes. Die damalige Standesvertretung schaute nicht nur weg, sondern beteiligte sich auch bereitwillig an der Umsetzung des Approbationsentzugs ihrer j\u00fcdischen Kolleginnen und Kollegen. Die Lehre aus diesen unmenschlichen Untaten muss f\u00fcr uns alle das Eintreten f\u00fcr die Sicherheit j\u00fcdischer Menschen sein. Angesichts aktueller besorgniserregender rechtsextremer Tendenzen in Deutschland ist es uns als Standesvertretung der \u00fcber 6.000 Berliner Zahn\u00e4rztinnen und Zahn\u00e4rzten wichtig, zu betonen: Die Zahn\u00e4rzteschaft in Berlin steht f\u00fcr Pluralismus, Demokratie und Freiheit und stellt sich gegen jegliche Art von Radikalismus.&#8220;<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Karsten Geist, Vorsitzender des Vorstandes der KZV Berlin, erg\u00e4nzt:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIn der Zeit des Nationalsozialismus hatte etwa jeder dritte praktizierende Zahnarzt in Berlin mindestens einen j\u00fcdischen Gro\u00dfelternteil und war damit von der Vertreibung aus seinem Beruf und von Verfolgung bedroht. Das Regime entzog den meisten j\u00fcdischen Zahn\u00e4rztinnen und Zahn\u00e4rzten bereits 1933 die Zulassung zur Kassenbehandlung. Der Entzug der Approbation folgte dann Ende Januar 1939. Bereits seit 2008 ehrt die Berliner Zahn\u00e4rzteschaft mit einer Gedenktafel in den R\u00e4umen der KZV diejenigen j\u00fcdischen Kolleginnen und Kollegen, die in der Zeit des Nationalsozialismus aus sogenannten rassischen oder politischen Gr\u00fcnden verfolgt, vertrieben oder ermordet wurden. Diese Personen sind namentlich genannt. Sie sollen ebenso wenig in Vergessenheit geraten wie die Millionen anderer Opfer des Dritten Reiches. Mit der Tafel zeigt die Berliner Zahn\u00e4rzteschaft, dass sie auch bereit ist, gesellschaftspolitische Verantwortung zu \u00fcbernehmen. Die KZV Berlin war damals bundesweit die erste KZV, die ein solches Gedenkprojekt in Angriff genommen hat.&#8220;<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung der <a href=\"https:\/\/news.kzv-berlin.de\/detail\/nachricht\/berliner-zahnaerzteschaft-gegen-antisemitismus-rechtsextremismus-und-diskriminierung\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kassenzahn\u00e4rztlichen Vereinigung Berlin<\/a> und der Zahn\u00e4rztekammer Berlin vom 31.01.2024<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum 85. 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