{"id":43948,"date":"2023-12-24T13:59:06","date_gmt":"2023-12-24T12:59:06","guid":{"rendered":"https:\/\/iuzb.de\/?p=43948"},"modified":"2023-12-24T14:02:54","modified_gmt":"2023-12-24T13:02:54","slug":"bmj-umfrage-zu-moeglichen-lockerungen-des-fremdbesitzverbotes-in-der-deutschen-anwaltschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iuzb.de\/?p=43948","title":{"rendered":"BMJ: Umfrage zu m\u00f6glichen Lockerungen des Fremdbesitzverbotes in der deutschen Anwaltschaft"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das Bundesministerium der Justiz in Kooperation mit der Bundesrechtsanwaltskammer hat eine Umfrage durchgef\u00fchrt, um den Bedarf und die Einstellung in der Anwaltschaft zu einer \u00c4nderung des Fremdbesitzverbotes zu eruieren.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Rahmen der Umfrage hatten alle Anw\u00e4ltinnen und Anw\u00e4lte die M\u00f6glichkeit, sich zu diesem Thema zu \u00e4u\u00dfern und Ideen einzubringen. Die Beteiligung von reinen Kapitalgebern an Anwaltskanzleien ist eine der umstrittensten Fragen des anwaltlichen Berufsrechts. Mit dem gestiegenen Investitionsbedarf durch die digitale Transformation und dem laufenden EuGH-Verfahren zur Vereinbarkeit des Fremdbesitzverbotes mit europarechtlichen Vorgaben hat die Frage nach der Beteiligung von Kapitalgebern neue Brisanz gewonnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Insgesamt haben 7.598 Personen aus allen Bundesl\u00e4ndern an der Umfrage teilgenommen (93,5 % Rechtsanw\u00e4ltinnen und Rechtsanw\u00e4lte und 6,6 % Patentanw\u00e4ltinnen und Patentanw\u00e4lte). 7.084 Personen haben die Umfrage vollst\u00e4ndig beantwortet. Eine erste Auswertung der Umfrage zeigt, dass die Mehrheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gegen\u00fcber der Beteiligung von externen Kapitalgebern skeptisch ist. 62,6 % der Teilnehmenden sprechen sich gegen eine Lockerung aus. Sie bef\u00fcrchten vor allem eine sachfremde Einflussnahme zu Lasten der anwaltlichen Unabh\u00e4ngigkeit. Es gibt jedoch auch Stimmen, die sich f\u00fcr eine \u00d6ffnung aussprechen. 6,8 % w\u00fcrden eine Lockerung zum Erhalt der (internationalen) Wettbewerbsf\u00e4higkeit als Chance begr\u00fc\u00dfen, 7,2 % halten sie sogar f\u00fcr erforderlich. Am gr\u00f6\u00dften ist die Ablehnung einer Lockerung des Fremdbesitzverbotes bei Einzelanw\u00e4ltinnen und -anw\u00e4lten, die mit 57,8 % den gr\u00f6\u00dften Teilnehmerkreis ausmachen. Partnerinnen und Partner und angestellte Anw\u00e4ltinnen und Anw\u00e4lte von mittleren und gro\u00dfen Kanzleien, f\u00fcr die das Thema von gr\u00f6\u00dferer praktischer Relevanz ist, stehen einer Lockerung offener gegen\u00fcber. So lehnen von den Einzelanw\u00e4lte und Einzelanw\u00e4ltinnen, die an der Umfrage teilgenommen haben, 64,8 % eine Lockerung des Fremdbesitzverbots ab, von den Partnerinnen und Partnern in einer Kanzlei mit mehr als 20 Anw\u00e4lten hingegen nur 53 %.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Bundesministerium der Justiz wird nun die Befragung im Einzelnen auswerten. Die Gesamtauswertung der Fragen mit vorgegebenen Antwortm\u00f6glichkeiten finden Sie <a href=\"https:\/\/www.bmj.de\/SharedDocs\/Downloads\/DE\/Fachinformationen\/Umfrage_BMJ_Nov_2023.html?nn=110490\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>.<\/p>\n<p>Bundesministerium der Justiz, <a href=\"https:\/\/www.bmj.de\/SharedDocs\/Pressemitteilungen\/DE\/2023\/1221_Umfrage_BMJ.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pressemitteilung vom 21.12.2023<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Weiterf\u00fchrend:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li>LTO: <a href=\"https:\/\/www.lto.de\/recht\/juristen\/b\/fremdbesitzverbot-anwaltskanzlei-investor-umfrage-bmj-brak-anwaltschaft\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Anw\u00e4lte wollen keine Inves\u00adtoren<\/a>&nbsp;<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Bundesministerium der Justiz in Kooperation mit der Bundesrechtsanwaltskammer hat eine Umfrage durchgef\u00fchrt, um den Bedarf und die Einstellung in der Anwaltschaft zu einer \u00c4nderung des Fremdbesitzverbotes zu eruieren. 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