{"id":43409,"date":"2023-09-29T12:38:11","date_gmt":"2023-09-29T10:38:11","guid":{"rendered":"https:\/\/iuzb.de\/?p=43409"},"modified":"2024-03-22T20:34:26","modified_gmt":"2024-03-22T19:34:26","slug":"110-000-versicherte-wegen-cannabisbedingter-psychischer-stoerungen-in-behandlung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iuzb.de\/?p=43409","title":{"rendered":"110.000 Versicherte wegen cannabisbedingter psychischer St\u00f6rungen in Behandlung"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li style=\"text-align: left;\"><strong>2021 fast 110.000 gesetzlich Versicherte wegen cannabisbedingter psychischer St\u00f6rungen in vertrags\u00e4rztlicher oder psychotherapeutischer Behandlung<\/strong><\/li>\n<li style=\"text-align: left;\"><strong>Starkes Nord-S\u00fcd-Gef\u00e4lle mit hohen Pr\u00e4valenzwerten in Norddeutschland und am Niederrhein<\/strong><\/li>\n<li style=\"text-align: left;\"><strong>\u201eGesundheitsrisiko von Cannabis sollte nicht untersch\u00e4tzt, Suchtpotenzial nicht verharmlost werden\u201c<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div style=\"width: 865px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium\" src=\"https:\/\/www.zi.de\/fileadmin\/_processed_\/2\/2\/csm_GdM_September_2023_2ce43aa7ec.png\" width=\"855\" height=\"592\"><p class=\"wp-caption-text\"><span style=\"font-size: 8pt;\">Zentralinstitut f\u00fcr die kassen\u00e4rztliche Versorgung (Zi): Diagnosepr\u00e4valenz psychischer St\u00f6rungen und Verhaltensst\u00f6rungen durch Cannabinoide je 10.000 gesetzlich Versicherter im Alter von 10 bis 54 Jahren 2021 auf Ebene der Landkreise und kreisfreien St\u00e4dte<\/span><\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2021 ist in Deutschland bei insgesamt 108.313 gesetzlich Versicherten im Alter von 10 bis 54 Jahren eine psychische St\u00f6rung bzw. Verhaltensst\u00f6rung durch Cannabinoide dokumentiert worden. Bezogen auf den Bev\u00f6lkerungsanteil aller Versicherten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in diesem Alterssegment (37.530.512) entspricht das einer bundesweiten Diagnosepr\u00e4valenz von 29 F\u00e4llen je 10.000 GKV-Versicherte. Dabei zeigen sich zwischen Jugendlichen und Erwachsenen deutliche Unterschiede in der Diagnosepr\u00e4valenz (10 bis 17 Jahre: 4 je 10.000; 18 bis 54 Jahre: 32 je 10.000). Regional auf Ebene der Landkreise und kreisfreien St\u00e4dte betrachtet, ist anhand der Abrechnungsdaten ein deutliches Nord-S\u00fcd-Gef\u00e4lle zu erkennen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Insbesondere in Bayern sind die Pr\u00e4valenzwerte \u00fcberwiegend niedrig. So weist der bayrische Landkreis Landshut mit 7 F\u00e4llen je 10.000 GKV-Versicherte deutschlandweit die niedrigste Pr\u00e4valenz auf. Die h\u00f6chsten Pr\u00e4valenzwerte sind im nieders\u00e4chsischen Wilhelmshaven (88 je 10.000) dokumentiert. Danach folgen Pirmasens (Rheinland-Pfalz, 86), Flensburg (Schleswig-Holstein, 86) und Bremerhaven (Bremen, 68). Neben Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein im Norden, f\u00e4llt auch die Region Nordrhein mit h\u00f6heren Pr\u00e4valenzwerten auf, insbesondere am Niederrhein entlang der niederl\u00e4ndischen Grenze. Bei den 10- bis 17-J\u00e4hrigen liegt die Zahl der F\u00e4lle in nahezu allen Kreisen unter 30 Personen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das sind die zentralen Ergebnisse einer aktuellen Auswertung der vertrags\u00e4rztlichen und psychotherapeutischen Abrechnungsdaten f\u00fcr das Jahr 2021, die das Zentralinstitut f\u00fcr die kassen\u00e4rztliche Versorgung (Zi) heute ver\u00f6ffentlich hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDie von uns aktuell ausgewerteten Daten geben einen Hinweis darauf, dass sich die niedergelassenen \u00c4rztinnen und \u00c4rzte mit den gesundheitlichen Risiken auseinandersetzen m\u00fcssen, die mit dem Konsum von Cannabis verbunden sind. Allerdings ist von einer Untererfassung auszugehen. Die gesundheitlichen Risiken des Cannabiskonsums d\u00fcrfen aber ebenso wenig untersch\u00e4tzt werden wie das Suchtpotenzial von Cannabinoiden. Aus Studien wissen wir, dass der Konsum von Cannabis-Produkten hirnorganische Ver\u00e4nderungen hervorrufen, zu Verhaltensauff\u00e4lligkeiten bei Kindern und Jugendlichen f\u00fchren sowie psychische Ver\u00e4nderungen ausl\u00f6sen kann\u201c, sagte der Zi-Vorstandsvorsitzende Dr. Dominik von Stillfried. Mit der nun geplanten Legalisierung von Cannabis bestehe die Gefahr, dass das Risikobewusstsein sinke, weil der Begriff der Legalisierung f\u00e4lschlicherweise als Signal f\u00fcr eine geringere Gef\u00e4hrlichkeit der Droge wahrgenommen werde, so von Stillfried weiter: \u201eZiel einer verantwortungsvollen Gesundheitsvorsorge muss es aber doch sein, die Verbreitung suchtausl\u00f6sender Substanzen einzuschr\u00e4nken und noch mehr Aufkl\u00e4rungsangebote \u00fcber die Gefahren von Drogenkonsum zu geben.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die bundesweiten vertrags\u00e4rztlichen und psychotherapeutischen Abrechnungsdaten gem\u00e4\u00df \u00a7 295 F\u00fcnftes Sozialgesetzbuch (SGB V) der Jahre 2021 und 2022 bilden die Grundlage f\u00fcr die Auswertung. Die rohe Diagnosepr\u00e4valenz berechnet sich als Anteil (je 10.000) aller Personen, bei denen in einem Quartal 2021 und in mindestens einem weiteren der patientenindividuellen drei Folgequartale (M2Q rollierend, M2QR) eine als gesichert gekennzeichnete Diagnose einer psychischen\/Verhaltensst\u00f6rung durch Cannabinoide (ICD-10-GM-Schl\u00fcssel: F12) dokumentiert wurde an allen gesetzlichen Versicherten im Alter von 10 bis 54 Jahren mit mindestens einmaliger Leistungsinanspruchnahme im Jahr 2021.<\/p>\n<p>Datenbasis:<br \/>\nBundesweite vertrags\u00e4rztliche und psychotherapeutische Abrechnungsdaten 1. Quartal 2021 bis 3. Quartal 2022<\/p>\n<p>Quelle: Zentralinstitut f\u00fcr die kassen\u00e4rztliche Versorgung in Deutschland (Zi), <a href=\"http:\/\/www.zi.de\/das-zi\/medien\/grafik-des-monats\/detailansicht\/september-2023\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pressemitteilung vom 29.09.2023<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2021 fast 110.000 gesetzlich Versicherte wegen cannabisbedingter psychischer St\u00f6rungen in vertrags\u00e4rztlicher oder psychotherapeutischer Behandlung Starkes Nord-S\u00fcd-Gef\u00e4lle mit hohen Pr\u00e4valenzwerten in Norddeutschland und am Niederrhein \u201eGesundheitsrisiko von Cannabis sollte nicht untersch\u00e4tzt, [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":13,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"iawp_total_views":0,"footnotes":""},"categories":[387],"tags":[],"class_list":["post-43409","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-cannabis"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/43409","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/13"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=43409"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/43409\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":43413,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/43409\/revisions\/43413"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=43409"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=43409"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=43409"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}