{"id":43297,"date":"2023-09-11T15:59:45","date_gmt":"2023-09-11T13:59:45","guid":{"rendered":"https:\/\/iuzb.de\/?p=43297"},"modified":"2023-09-11T16:00:02","modified_gmt":"2023-09-11T14:00:02","slug":"zi-stimmungsbarometer-zeigt-wachsende-unzufriedenheit-in-vertragsarzt-und-psychotherapiepraxen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iuzb.de\/?p=43297","title":{"rendered":"Zi-Stimmungsbarometer zeigt wachsende Unzufriedenheit in Vertragsarzt- und Psychotherapiepraxen"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\"><strong>Stimmung in ambulanter Versorgung auf dem Tiefpunkt <\/strong><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><strong>55 Prozent der Befragten bewerten Situation aktuell als schlecht oder sehr schlecht <\/strong><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><strong>\u201eKostenspr\u00fcnge, B\u00fcrokratielast und mangelnde Wertsch\u00e4tzung zehren die Praxen aus\u201c<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Stimmung unter den 185.000 in Deutschland niedergelassenen Haus- und Fach\u00e4rzt:innen sowie Psychotherapeut:innen ist auf einem historischen Tiefpunkt angelangt. Waren noch 2019 lediglich 30 Prozent der Befragten mit ihrer Situation in der Niederlassung unzufrieden, stieg dieser Wert in den beiden Folgejahren bereits auf 41 (2020) bzw. 45 Prozent (2021) an. Anfang 2023 haben schon 55 Prozent der Niedergelassenen ihre berufliche Situation als schlecht bzw. sehr schlecht eingesch\u00e4tzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bewertung der Rahmenbedingungen f\u00fcr die Berufsaus\u00fcbung f\u00e4llt f\u00fcr die einzelnen Fachgebiete unterschiedlich aus. So sch\u00e4tzten die Praxisinhaber:innen in den Fachgebieten Psychotherapie sowie Psychosomatische Medizin und Psychotherapie ihre Lage vergleichsweise positiv ein. Von ihnen beschrieben nur 37 bzw. 45 Prozent ihre Situation in der Niederlassung als schlecht oder sehr schlecht. Im Gegensatz dazu kamen jeweils \u00fcber 70 Prozent der Inhaber:innen gyn\u00e4kologischer und orthop\u00e4discher Praxen zu einer negativen Bewertung. Im gr\u00f6\u00dften Fachgebiet der haus\u00e4rztlichen Allgemeinmedizin und Inneren Medizin wurde die Lage von 60 Prozent der Niedergelassenen als schlecht bis sehr schlecht bewertet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das sind die Kernergebnisse einer Umfrage im Rahmen des Zi-Praxis-Panels (ZiPP), mit dem das Zentralinstitut f\u00fcr die kassen\u00e4rztliche Versorgung (Zi) die Stimmung in den knapp 100.000 Arzt- und Psychotherapiepraxen in Deutschland beleuchtet hat. An der j\u00fcngsten ZiPP-Erhebung nahmen 3.401 Praxisinhaber:innen teil.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eUnser Barometer zeigt ein besorgniserregendes Stimmungsbild in den ambulanten \u00e4rztlichen und psychotherapeutischen Praxen in Deutschland. Mehr als die H\u00e4lfte der Teilnehmenden bewertet die Rahmenbedingungen f\u00fcr ihren Praxisalltag zutiefst negativ. Das ist ein mehr als deutliches Warnzeichen. Kostenspr\u00fcnge und B\u00fcrokratielast zehren die Praxen aus. Mangelnde Wertsch\u00e4tzung durch die Politik und handfeste wirtschaftliche Nachteile demotivieren die Praxisinhaber:innen zunehmend. Diese \u00e4u\u00dfert sich unter anderem in zahllosen Regressandrohungen, im Zwang eine dysfunktionale Telematikinfrastruktur implementieren zu m\u00fcssen, die den Praxisbetrieb lahmlegt, und in der unzureichenden Weiterentwicklung der Finanzierung durch die Krankenkassen. Die Folge: Der medizinischen Versorgung werden die Praxen ausgehen. Wer aufh\u00f6rt, findet immer seltener Nachfolgende f\u00fcr die Praxis \u201c, sagte der Zi-Vorstandsvorsitzende Dr. Dominik von Stillfried.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unter Verweis auf den anstehenden Generationswechsel in den Praxen, forderte Stillfried, dass die Rahmenbedingungen f\u00fcr die Niederlassung attraktiver gestaltet werden m\u00fcssten: \u201eSchon jetzt sind bundesweit fast 6.000 Arztsitze unbesetzt, weil die Niederlassung im Vergleich zu anderen M\u00f6glichkeiten der \u00e4rztlichen Berufst\u00e4tigkeit an Attraktivit\u00e4t eingeb\u00fc\u00dft hat. Von der Schlie\u00dfung sind auch Medizinische Versorgungszentren mit angestellten \u00c4rztinnen und \u00c4rzten bedroht. Denn die ambulante \u00e4rztliche Versorgung ist chronisch unterfinanziert. Aktuell besteht eine Finanzierungsl\u00fccke von 1,8 Milliarden Euro. Und die Praxen werden immer weiter abgeh\u00e4ngt: W\u00e4hrend die Krankenkassen f\u00fcr \u00e4rztliche und psychotherapeutische Behandlungen im 1. Quartal 2023 nur um 1,6 Prozent mehr ausgegeben haben, schnellten die Ausgaben f\u00fcr Krankenh\u00e4user mit 7,7 Prozent nach oben. In der Sorge um eine Existenzsicherung der Kliniken wird leider immer wieder \u00fcbersehen, dass die Praxen das Fundament der medizinischen Versorgung in Deutschland sind. Sie behandeln weit mehr als das Zw\u00f6lffache dessen, was Krankenh\u00e4user ambulant leisten. Fallen die Praxen zunehmend aus, werden L\u00fccken gerissen, die die jetzt schon v\u00f6llig \u00fcberforderten Krankenh\u00e4user niemals werden f\u00fcllen k\u00f6nnen. Die Politik kann das Ruder herumwerfen oder sehenden Auges in den Praxenkollaps steuern\u201c, mahnte der Zi-Vorstandsvorsitzende.<\/p>\n<p>Quelle: Zentralinstitut f\u00fcr die kassen\u00e4rztliche Versorgung in Deutschland (Zi), <a href=\"https:\/\/www.zi.de\/das-zi\/medien\/medieninformationen-und-statements\/detailansicht\/stimmung-in-ambulanter-versorgung-auf-dem-tiefpunkt-55-prozent-der-befragten-bewerten-situation-aktuell-als-schlecht-oder-sehr-schlecht-kostenspruenge-buerokratielast-und-mangelnde-wertschaetzung-zehren-die-praxen-aus\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pressemitteilung vom 11.09.2023<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stimmung in ambulanter Versorgung auf dem Tiefpunkt 55 Prozent der Befragten bewerten Situation aktuell als schlecht oder sehr schlecht \u201eKostenspr\u00fcnge, B\u00fcrokratielast und mangelnde Wertsch\u00e4tzung zehren die Praxen aus\u201c Die Stimmung [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":13,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"iawp_total_views":1,"footnotes":""},"categories":[371],"tags":[],"class_list":["post-43297","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-betriebswirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/43297","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/13"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=43297"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/43297\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":43299,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/43297\/revisions\/43299"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=43297"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=43297"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=43297"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}