{"id":43224,"date":"2023-09-04T14:39:31","date_gmt":"2023-09-04T12:39:31","guid":{"rendered":"https:\/\/iuzb.de\/?p=43224"},"modified":"2023-09-09T10:31:23","modified_gmt":"2023-09-09T08:31:23","slug":"vmf-faire-entlohnung-im-gesundheitswesen-ist-grundlage-fuer-eine-gute-versorgung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iuzb.de\/?p=43224","title":{"rendered":"VmF: Faire Entlohnung im Gesundheitswesen ist Grundlage f\u00fcr eine gute Versorgung"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Das ambulante Gesundheitswesen wird derzeit gegen die Wand gefahren und die Leidtragenden sind die Besch\u00e4ftigten in den Arzt- und Zahnarztpraxen sowie Dentallaboren. Auf diese Situation machten am Freitag Vertreterinnen des Verbandes medizinischer Fachberufe e.V. (vmf) auf einer Pressekonferenz in Berlin aufmerksam.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus Anlass der <strong><a href=\"https:\/\/www.vmf-online.de\/mfa\/mfa-aktionen\/rote-karte\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">n\u00e4chsten Protestaktion am 8. September vor dem Brandenburger Tor<\/a><\/strong> informierten sie die anwesenden Medienvertreter*innen \u00fcber die Situation der Medizinischen und Zahnmedizinischen Fachangestellten sowie der Zahntechniker*innen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWir zeigen bei der Protestaktion auch als Zahntechnikerinnen und Zahntechniker dem Gesundheitswesen die Rote Karte. Die strikte Deckelung der Verg\u00fctung der zahntechnischen Leistungen im Rahmen des GKV-Systems lehnen wir als Verband ab, weil auch zur Fertigung von Regelversorgungen die Expertise von gut ausgebildeten Zahntechnikerinnen und Zahntechnikern erforderlich ist, die entsprechend honoriert werden k\u00f6nnen muss. Und zwar \u00fcberall, denn alle Patientinnen und Patienten haben das Recht auf ordentlichen Zahnersatz auch in der Regelversorgung&#8220;, erkl\u00e4rte Karola Will, Referatsleiterin Zahntechnik im vmf. Bei einer aktuellen Umfrage unter den Berufsangeh\u00f6rigen hatten jedoch neun Prozent angegeben, dass sie im Niedriglohnbereich (bis 12,76 Euro Bruttostundenlohn) arbeiten: In Mecklenburg-Vorpommern waren es sogar 35 Prozent der Teilnehmenden, in Sachsen 22 Prozent, in Th\u00fcringen 21 Prozent, in Schleswig-Holstein zehn Prozent. Weiterf\u00fchrend: <a href=\"https:\/\/www.vmf-online.de\/download\/pressemitteilung-2023-09-04-pk-protest-anlage-001\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zum Statement von Karola Will<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie sich die Situation im zahn\u00e4rztlichen Bereich auf die besch\u00e4ftigten Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA) und die Patientinnen und Patienten auswirken wird, machte Sylvia Gabel, Referatsleiterin ZFA im vmf, deutlich. \u201eBei derzeit hohem Fachkr\u00e4ftemangel wird die wieder eingef\u00fchrte Budgetierung dazu f\u00fchren, dass die Arbeitspl\u00e4tze der ZFA verloren gehen. Die Konsequenzen f\u00fcr die Patientinnen und Patienten sind: langwierige Behandlungen, Wartezeiten und Wechselwirkungen zur Allgemeingesundheit&#8220;, so Sylvia Gabel. So sei jahrelang an der Leitlinie f\u00fcr die Parodontalbehandlung gearbeitet worden. \u201eAm 01.07.2021 trat sie in Kraft und ab dem 01.09.2021 wurde nach der neuen Leitlinie gearbeitet und abgerechnet. Es war ein Meilenstein, um diese Volkskrankheit zu bek\u00e4mpfen. Dann wurde ab dem 01.01.2023 das Budget angeordnet. Aber die Krankenkassen genehmigen \ufb02ei\u00dfig jeden Parodontal-Antrag, und die Patientinnen und Patienten erwarten eine z\u00fcgige Behandlung \u2013 f\u00fcr die die zahn\u00e4rztlichen Teams nicht bezahlt werden. Das ist f\u00fcr mich versteckte Leistungsk\u00fcrzung! Wegen der Budgetierung fallen z.B. auch Diabetiker aus dem Behandlungskonzept der Parodontologie, weil sie nicht zu den vulnerablen Gruppen geh\u00f6ren. Dabei ist der Zusammenhang zwischen Mundgesundheit und HBA 1c Wert bekannt. Ein Motto vom Tag der Zahngesundheit lautet: Gesund beginnt im Mund! Diese Worte haben in Deutschland keine Bedeutung mehr, es wird gespart \u2013 aber am falschen Ende.&#8220; Weiterf\u00fchrend: <a href=\"https:\/\/www.vmf-online.de\/download\/pressemitteilung-2023-09-04-pk-protest-anlage-002\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zum Statement von Sylvia Gabel<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eSchon jetzt verlieren wir im ambulanten Gesundheitswesen immer mehr Medizinische Fachangestellte (MFA) und auch ZFA an die Kliniken und Pflegeeinrichtungen&#8220;, setzte Hannelore K\u00f6nig, Pr\u00e4sidentin des vmf, die Beschreibung des Status quo fort. Bei einer Online-Umfrage des vmf im Fr\u00fchsommer dieses Jahres hatten 27 Prozent der MFA und sogar 51 Prozent der ZFA angegeben, weniger als 16 Euro brutto pro Stunde zu erhalten. \u201eDie Gehaltssituation ist besch\u00e4mend. Wenn ab dem 1. Mai 2024 der Mindestlohn f\u00fcr qualifizierte Pflegehilfskr\u00e4fte mit einer mindestens einj\u00e4hrigen Ausbildung 16,50 Euro\/Stunde steigt bzw. ab 1. M\u00e4rz 2024 MFA\/ZFA im \u00f6ffentlichen Dienst 17,34 Euro\/Stunde oder als qualifizierte Pflegehilfskraft 17,71 Euro\/Stunde erhalten, werden noch mehr diese Berufe verlassen.&#8220;<br \/>\nSie erinnerte daran, dass bei der AOK aktuell ein Einstiegsgehalt von 17,26 Euro\/Stunde und bei der IKK 17,74 Euro\/Stunde und zudem eine Inflationsausgleichspr\u00e4mie geboten wird. Gehalt wie Pr\u00e4mie werden von den Sozialversicherungen bzw. vom Staat gegenfinanziert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dagegen hatten unter den Teilnehmenden an der Umfrage bis Mai 2023 mehr als die H\u00e4lfte nicht einmal einen Teil der Inflationsausgleichspr\u00e4mie erhalten. Entsprechend zeigte sich die Unzufriedenheit mit dem Gehalt: Im Vergleich zu einer Umfrage im Februar 2022 hat sie bei MFA von 58 auf 66 Prozent und bei ZFA von 59 auf 69 Prozent deutlich zugenommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDie Schlussfolgerung aus Unzufriedenheit mit dem Gehalt lautet nicht selten: Raus aus der Praxis oder dem Job. In Zeiten des Fachkr\u00e4ftemangels wird so mancher Gedanke daran noch eher umgesetzt&#8220;, so Hannelore K\u00f6nig weiter. \u201eDer Anteil derjenigen, die in den vergangenen zw\u00f6lf Monaten mindestens mehrere Male im Monat daran gedacht, den AG zu wechseln bzw. aus dem Beruf MFA oder ZFA auszusteigen, lag bei knapp 40 Prozent.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit Blick auf die gro\u00dfe Gehaltsdifferenz zu anderen Berufen im Gesundheits- und Sozialwesen mit gleicher Qualifikation bekr\u00e4ftigte die Pr\u00e4sidentin die Forderung nach einer vollumf\u00e4nglichen, staatlichen Gegenfinanzierung verhandelter Tariferh\u00f6hungen sowie einen Branchenmindestlohn als Lohnuntergrenze f\u00fcr die Fachkr\u00e4fte. Kurz- bis mittelfristig seien steuerliche Regelungen f\u00fcr Gesundheits- und Sozialberufe mit niedrigem Bruttoentgelt notwendig, um die prek\u00e4re Situation dieser Berufe zu verbessern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWir zeigen der Gesundheitspolitik die Rote Karte. Denn es geht um die Gesundheit der Menschen in Deutschland, um die wohnortnahe Versorgung und die Wertsch\u00e4tzung derjenigen, die daran engagiert mitwirken. Der Bundesgesundheitsminister sieht die Anhebung der Mindestl\u00f6hne f\u00fcr Pflege- und Betreuungskr\u00e4fte als Zeichen der Anerkennung daf\u00fcr, was sie t\u00e4glich leisten. Der Beitrag unserer Berufsangeh\u00f6rigen ist keinen Deut geringer. Ihre Arbeit ist eine entscheidende Grundlage f\u00fcr eine gute (zahn)\u00e4rztliche Versorgung. Auch sie brauchen faire Entlohnung und zwar jetzt!&#8220; Weiterf\u00fchrend: <a href=\"https:\/\/www.vmf-online.de\/download\/pressemitteilung-2023-09-04-pk-protest-anlage-003\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zum Statement von Hannelore K\u00f6nig<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.vmf-online.de\/download\/pressemitteilung-2023-09-04-pk-protest-anlage-004\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">zu den Umfrageergebnissen MFA und ZFA<\/a><\/p>\n<p>Quelle: Verband medizinischer Fachberufe, <a href=\"https:\/\/www.vmf-online.de\/verband\/presse-news\/2023-09-04-pk-protest\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pressemitteilung vom 04.09.2023<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das ambulante Gesundheitswesen wird derzeit gegen die Wand gefahren und die Leidtragenden sind die Besch\u00e4ftigten in den Arzt- und Zahnarztpraxen sowie Dentallaboren. 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