{"id":42356,"date":"2023-06-02T11:45:23","date_gmt":"2023-06-02T09:45:23","guid":{"rendered":"https:\/\/iuzb.de\/?p=42356"},"modified":"2023-06-02T11:45:45","modified_gmt":"2023-06-02T09:45:45","slug":"kzbv-fruehjahrsfest-der-zahnaerzteschaft-in-berlin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iuzb.de\/?p=42356","title":{"rendered":"KZBV: Bericht vom Fr\u00fchjahrsfest der Zahn\u00e4rzteschaft in Berlin"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Am 9. Mai 2023 fand das traditionelle Fr\u00fchjahrsfest von Kassenzahn\u00e4rztlicher Bundesvereinigung (KZBV) und Bundeszahn\u00e4rztekammer (BZ\u00c4K) statt. <strong>Nach langer pandemiebedingter Pause trafen sich die rund 350 geladenen G\u00e4ste aus Politik, Zahn\u00e4rzteschaft, Selbstverwaltung, Medien und Gesundheitswirtschaft in diesem Jahr in der Vertretung des Landes Baden-W\u00fcrttemberg in Berlin<\/strong>. Als Gastrednerin richtete die Parlamentarische Staatssekret\u00e4rin beim Bundesminister f\u00fcr Gesundheit, Sabine Dittmar, ein Gru\u00dfwort an die Anwesenden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Hausherr hie\u00df Dienststellenleiter Stephan Ertner die G\u00e4ste in der Landesvertretung Baden-W\u00fcrttemberg herzlich willkommen. <strong>In seinem Gru\u00dfwort dankte er der Zahn\u00e4rzteschaft f\u00fcr ihre wichtige Arbeit in der schwierigen Corona-Zeit. Die zahn\u00e4rztlichen Strukturen h\u00e4tten sich auch in diesen Zeiten bewehrt und sich als verl\u00e4sslich, funktionsf\u00e4hig und flexibel gezeigt.<\/strong> Auch jenseits von Krisen leisteten die Zahn\u00e4rztinnen und Zahn\u00e4rzte einen unersetzlichen Beitrag zur St\u00e4rkung der Gesundheit und seien eine tragende S\u00e4ule des deutschen Gesundheitswesens. Weiter f\u00fchrte Ertner aus, dass Baden-W\u00fcrttemberg als derzeitiges Vorsitzland der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) auch die Frage umtreibe, wie man mit der steigenden Zahl von Kapitalgesellschaften in der Versorgung umgehe und man sich diesem Thema sehr stark widme.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der neu gew\u00e4hlte Vorsitzende des Vorstandes der KZBV, Martin Hendges, formulierte in seinem Statement den Anspruch der Zahn\u00e4rzteschaft, als starke Stimme im Gesundheitswesen zu wirken. Die Zahnmedizinerinnen und Zahnmediziner seien sich der hohen Verantwortung f\u00fcr die Gesundheit ihrer Patientinnen und Patienten bewusst. Gleiches gelte f\u00fcr die Gemeinwohlorientierung. Aus diesem Grund stehe f\u00fcr den Vorstand der KZBV heute wie auch in der Vergangenheit an erster Stelle, die Mundgesundheit in Deutschland kontinuierlich zu verbessern. An dieser Stelle hob Hendges die Erfolge von Dr. Wolfgang E\u00dfer hervor, der \u00fcber 10 Jahre als Vorstandsvorsitzender der KZBV die Geschicke der Vertragszahn\u00e4rzteschaft gelenkt hatte und im M\u00e4rz dieses Jahres nicht erneut zur Wahl angetreten war. F\u00fcr sein leidenschaftliches Engagement, mit dem er in \u00fcber 30 Jahren die zahn\u00e4rztliche Patientenversorgung in Deutschland gepr\u00e4gt habe, dankte Hendges ihm au\u00dferordentlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr den neu gew\u00e4hlten Vorstand der KZBV versprach Hendges, sich mit aller Kraft daf\u00fcr einzusetzen, dass die KZBV weiterhin eine starke Stimme im Gesundheitswesen bleibe \u2013 f\u00fcr eine moderne Zahnmedizin, f\u00fcr eine wohnortnahe Versorgung und f\u00fcr den Wert von Selbstverwaltung und Freiberuflichkeit. Als neuer Vorstandsvorsitzender der KZBV sei er angetreten um Gesundheit verl\u00e4sslich und pr\u00e4ventionsorientiert zu gestalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deutliche Worte fand Hendges als er auf die Folgen des GKV-Finanzstabilisierungsgesetzes (GKV-FinStG) zu sprechen kam, mit dem der Gesundheitsminister die zahn\u00e4rztliche Versorgung zur Zielscheibe kurzsichtiger Kostend\u00e4mpfungspolitik gemacht habe. Gerade im l\u00e4ndlichen und strukturschwachen Raum werde dieses Gesetz die Versorgungsstrukturen langfristig schw\u00e4chen, so Hendges. Besonders fatal sei auch, dass die strikte Budgetierung der neuen, pr\u00e4ventionsorientierten Parodontitis-Therapie die finanzielle Grundlage entziehe. Die Leidtragenden dieser Politik seien die Patientinnen und Patienten, denn ohne die erforderlichen Mittel werden man die neue Parodontitis-Therapie nicht fl\u00e4chendeckend auf ein hohes Niveau heben k\u00f6nnen. Dies sei Sparen auf Kosten der Gesundheit der Patientinnen und Patienten, res\u00fcmierte Hendges. Er appellierte an die politischen Entscheidungstr\u00e4ger, die im Gesetz verankerte Evaluationsklausel zur Parodontitisversorgung zum Anlass zu nehmen, um diese versorgungspolitische Katastrophe abzuwenden und die Budgetierung schnellstm\u00f6glich wieder abzuschaffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch beim Thema Fremdinvestoren legte Hendges den Finger in die Wunde. Mit mehreren Analysen und Gutachten habe die KZBV nachgewiesen, welche Gefahren es f\u00fcr die Patientinnen und Patienten habe, wenn man Private-Equity-Fonds und anderen Spekulanten die Versorgung \u00fcberlasse. Es sei daher h\u00f6chste Zeit, den unverkennbaren Fehlentwicklungen entgegen zu wirken und die Ausbreitung investorengetragener Medizinischer Versorgungszentren (iMVZ) wirksam einzud\u00e4mmen. Dabei stellte Hendges heraus, dass es f\u00fcr den zahn\u00e4rztlichen Bereich n\u00f6tig sei, den mit dem TSVG beschrittenen Sonderweg konsequent weiterzugehen. Zahn\u00e4rztliche MVZ sollten nur innerhalb eines sehr begrenzten Einzugsbereichs des Tr\u00e4gerkrankenhauses gegr\u00fcndet werden, und nur dann, wenn diese Krankenh\u00e4user auch schon vorher an der zahn\u00e4rztlichen Versorgung beteiligt waren. Neben der r\u00e4umlichen komme es vor allem auf diese fachliche Begrenzung an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Abschluss seiner Rede betonte Hendges, dass es f\u00fcr ihn eines seiner Herzensthemen sei, bei der Digitalisierung weiter voranzukommen. Von den neuen Digitalisierungsgesetzen der Bundesregierung erwarte er vor allem, dass sie die Versorgung sp\u00fcrbar voranbr\u00e4chten, den Praxisalltag verbesserten und B\u00fcrokratie reduzierten. Hendges schloss mit einem Angebot zum Dialog \u2013 der neu gew\u00e4hlte Vorstand der KZBV freue sich auf den Austausch auch \u00fcber das Fr\u00fchjahrsfest hinaus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Parlamentarische Staatssekret\u00e4rin beim Bundesminister f\u00fcr Gesundheit, Sabine Dittmar, gratulierte dem neu gew\u00e4hlten Vorstand der KZBV. Zugleich bedankte sie sich auch im Namen von Bundesgesundheitsminister Lauterbach bei Herrn Dr. E\u00dfer. Er sei immer mehr als ein blo\u00dfer Interessenvertreter der Vertragszahn\u00e4rztinnen und -zahn\u00e4rzte gewesen, sondern ein unerm\u00fcdlicher Anwalt mit einer gemeinwohlorientierten Haltung. Damit habe er Ma\u00dfst\u00e4be gesetzt. Sichtbarere Ausdruck seines Wirkens seien die erheblichen Fortschritte, die w\u00e4hrend der letzten zehn Jahre bei der zahnmedizinischen Versorgung von Pflegebed\u00fcrftigen und von Menschen mit Behinderungen erzielt worden seien. Beispielhaft nannte sie hier u.a. die Einf\u00fchrung der aufsuchenden Versorgung und die Erm\u00f6glichung von Kooperationsvertr\u00e4gen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dittmar stellte in ihrem Gru\u00dfwort heraus, dass sich die Mundgesundheit der Bev\u00f6lkerung in den letzten Jahren stetig verbessert habe. Dies sei Ausdruck eines Paradigmenwechsels von der kurativen zur einer pr\u00e4ventionsorientierten Zahnmedizin. Die Resultate dieses Wandels k\u00e4men auch vulnerablen Gruppen zu Gute. Das BMG werde auch in Zukunft seinen Teil dazu beitragen, die Mundgesundheit zu verbessern. Deshalb h\u00e4tten sich die Koalitionspartner vorgenommen, einen Nationalen Pr\u00e4ventionsplan zu etablieren. Innerhalb dieses Plans, der derzeit im BMG erarbeitet werde, sei auch das Ziel Altersgesundheit definiert. Dittmar k\u00fcndigte an, beim Thema der Alterszahngesundheit den Austausch zu suchen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu den Regelungen im GKV-FinStG f\u00fchrte sie aus, dass es wichtig gewesen sei, dass die Evaluationklausel zur Parodontitisversorgung im Gesetz implementiert worden sei. Man werden die Abrechnungsdaten sehr genau evaluieren, um zu sehen, welche Auswirkungen das Gesetz auf den Umfang der Versorgung habe. Die Daten l\u00e4gen im Herbst vor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Thema iMVZ sagte Dittmar, Zahn\u00e4rztinnen und Zahn\u00e4rzte m\u00fcssten ihren Versorgungsauftrag ohne \u00fcberm\u00e4\u00dfigen \u00f6konomischen Druck erf\u00fcllen k\u00f6nnen. Die Debatte zu iMVZ sei noch nie so intensiv gef\u00fchrt worden, wie derzeit. Man habe nun eine deutlich verbesserte Informationslage und sie sei sehr sicher, dass man zu L\u00f6sungen kommen werde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Pr\u00e4sident der Bundeszahn\u00e4rztekammer, Prof. Dr. Christoph Benz, kam in seinem Schlusswort ebenfalls auf die fatalen Auswirkungen des GKV-FinStG f\u00fcr die Parodontitisversorgung zu sprechen. Die ambulante zahnmedizinische Versorgung habe sich bew\u00e4hrt. Sie sollte gest\u00e4rkt und nicht ver\u00e4ndert werden.<\/p>\n<p>Quelle: KZBV, <a href=\"https:\/\/www.kzbv.de\/fruehjahrsfest\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pressemitteilung vom 09.05.2023<\/a> (Newsletter vom 02.06.2023)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 9. Mai 2023 fand das traditionelle Fr\u00fchjahrsfest von Kassenzahn\u00e4rztlicher Bundesvereinigung (KZBV) und Bundeszahn\u00e4rztekammer (BZ\u00c4K) statt. 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