{"id":41165,"date":"2023-02-16T07:39:32","date_gmt":"2023-02-16T06:39:32","guid":{"rendered":"https:\/\/iuzb.de\/?p=41165"},"modified":"2023-02-16T08:23:17","modified_gmt":"2023-02-16T07:23:17","slug":"abgeordnetenhaus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iuzb.de\/?p=41165","title":{"rendered":"Abgeordnetenhaus: Weshalb keine Versorgungswerke f\u00fcr Berliner Berufstr\u00e4gerinnen und \u2013tr\u00e4ger?"},"content":{"rendered":"<p>Berliner Abgeordnetenhaus &#8211; Drucksache 19 \/ 14 667<\/p>\n<ul>\n<li>Schriftliche Anfrage der Abgeordneten <a href=\"https:\/\/www.parlament-berlin.de\/Abgeordnete\/cornelia-seibeld?groupStrategy=bureau\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Cornelia Seibeld<\/a> (CDU) und <a href=\"https:\/\/www.parlament-berlin.de\/Abgeordnete\/christian-zander?groupStrategy=fraktion\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Christian Zander<\/a> (CDU) vom 20.01.2023<\/li>\n<li>Antwort der Senatsverwaltung f\u00fcr Wissenschaft, Gesundheit, Pflege und Gleichstellung vom 07.02.2023<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zum Thema:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/pardok.parlament-berlin.de\/starweb\/adis\/citat\/VT\/19\/SchrAnfr\/S19-14667.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Weshalb keine Versorgungswerke f\u00fcr Berliner Berufstr\u00e4gerinnen und \u2013tr\u00e4ger?<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table style=\"border-collapse: collapse; width: 100%;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 6.00003%; text-align: left; vertical-align: top;\">1.<\/td>\n<td style=\"width: 94%; vertical-align: top; text-align: justify;\"><strong>Aus welchem Grund versagt der Senat den Psychologischen Psychotherapeuten und -therapeutinnen die Gr\u00fcndung eines Versorgungswerks<\/strong>?<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 6.00003%; text-align: left; vertical-align: top;\"><\/td>\n<td style=\"width: 94%; vertical-align: top; text-align: justify;\">Die gegenw\u00e4rtige Rechtslage sieht die M\u00f6glichkeit der Gr\u00fcndung eines Versorgungswerkes f\u00fcr Psychologische Psychotherapeutinnen und Psychologische Psychotherapeuten nicht vor. In \u00a7 90 des Berliner Heilberufekammergesetzes vom 2. November 2018 (GVBl. 2018, S. 622) ist geregelt, dass die M\u00f6glichkeit des Anschlusses an andere Versorgungswerke bzw. die Gr\u00fcndung eines eigenen Versorgungswerkes nicht f\u00fcr solche Kammern gilt, die nach dem 22. September 1999 gegr\u00fcndet worden sind. Dies trifft auf die Psychotherapeutenkammer Berlin, deren Gr\u00fcndung erst nach dem gesetzlichen Stichtag erfolgte, zu.<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 6.00003%; text-align: left; vertical-align: top;\">2.<\/td>\n<td style=\"width: 94%; vertical-align: top; text-align: justify;\"><strong>Wie bewertet der Senat, dass das Land Berlin als einziges Bundesland diesem Freien Beruf ein Versorgungswerk <\/strong><strong>verwehrt?<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 6.00003%; text-align: left; vertical-align: top;\"><\/td>\n<td style=\"width: 94%; text-align: left; vertical-align: top;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Berliner Stichtagsregelung wurde mehrfach einer verwaltungs- und verfassungsrechtlichen \u00dcberpr\u00fcfung unterzogen und wurde letztlich als rechtm\u00e4\u00dfig anerkannt (vgl. BVerwG, Urteil vom 02.12.2015 &#8211; 10 C 18.14 -).<br \/>\nDer Ausschluss der Berliner Psychotherapeutenkammer von der Errichtung einer berufsst\u00e4ndischen Versorgung stellt keine willk\u00fcrliche Einzelfallregelung dar und ist damit grundrechtskonform. Der Hintergrund ist, dass durch den Ausschluss weiterer berufsst\u00e4ndischer Versorgungseinrichtungen neu gegr\u00fcndeter Kammern eine gegen\u00fcber der freiwilligen gesetzlichen Rentenversicherung m\u00f6glicherweise attraktivere berufsst\u00e4ndische Versorgung f\u00fcr neue Personenkreise vermieden werden soll. Auf diesem Wege kann die Leistungs- und Funktionsf\u00e4higkeit der gesetzlichen Rentenversicherung erhalten und gest\u00e4rkt werden. Dieser Gesichtspunkt ist in der bundesverfassungsgerichtlichen Rechtsprechung als legitime Zielsetzung des \u00f6ffentlichen Interesses anerkannt. Dass das Land Berlin dieser politischen Zielsetzung, im Vergleich zu anderen L\u00e4ndern, eine hervorgehobenere Bedeutung zuerkennt, ist ein im f\u00f6deralistischen Organisationssystem h\u00e4ufig anzutreffendes Ph\u00e4nomen.<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 6.00003%; text-align: left; vertical-align: top;\">3.<\/td>\n<td style=\"width: 94%; vertical-align: top; text-align: justify;\"><strong>Aus welchem Grund d\u00fcrfen Steuerberaterinnen und Steuerberater in Berlin kein eigenes Versorgungswerk gr\u00fcnden?<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 6.00003%; vertical-align: top; text-align: justify;\"><\/td>\n<td style=\"width: 94%; vertical-align: top; text-align: justify;\">Eine sorgf\u00e4ltige Abw\u00e4gung aller Vor- und Nachteile hat gezeigt, dass die Gr\u00fcndung eines Versorgungswerkes aufgrund der Vielzahl der angestellten Steuerberaterinnen und Steuerberater gegenw\u00e4rtig die Gefahr einer Schw\u00e4chung des gesamten Solidarsystems zugunsten einer einzelnen Berufsgruppe begr\u00fcnden w\u00fcrde. Nach Auffassung des Senats steht dies der zentralen Aufgabe der Politik, das gesamte Solidarsystem weiterzuentwickeln, entgegen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 6.00003%; text-align: left; vertical-align: top;\">4.<\/td>\n<td style=\"width: 94%; vertical-align: top; text-align: justify;\"><strong>Inwiefern bezieht der Senat in seine Erw\u00e4gungen zur ablehnenden Entscheidung mit ein, dass Berlin hier im Vergleich mit anderen Bundesl\u00e4ndern eine Sonderrolle einnimmt, da Versorgungswerke f\u00fcr Steuerberater und Steuerberaterinnen dort selbstverst\u00e4ndlich sind?<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 6.00003%; text-align: left; vertical-align: top;\"><\/td>\n<td style=\"width: 94%; text-align: left; vertical-align: top;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Als \u00f6ffentlich-rechtliche Pflichtversorgungseinrichtung, klar abgegrenzt von anderen Versorgungssystemen, beruhen die berufsst\u00e4ndischen Versorgungseinrichtungen auf landesgesetzlicher Rechtsgrundlage im Rahmen der ausschlie\u00dflichen Gesetzgebungskompetenz der L\u00e4nder gem\u00e4\u00df Artikel 70 des Grundgesetzes. Sonderrollen einzelner L\u00e4nder sind im F\u00f6deralismus systemimmanent und werden bei Entscheidungsfindungen stets mit bedacht.<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 6.00003%; text-align: left; vertical-align: top;\">5.<\/td>\n<td style=\"width: 94%; vertical-align: top; text-align: justify;\"><strong>Wann gab es von beiden Berufsgruppen jeweils die letzten Vorst\u00f6\u00dfe zur Gr\u00fcndung eines Versorgungswerks?<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 6.00003%; text-align: left; vertical-align: top;\"><\/td>\n<td style=\"width: 94%; text-align: left; vertical-align: top;\">Der Vorstand der Psychotherapeutenkammer Berlin hat zuletzt mit an Frau Senatorin Gote und Herrn Staatssekret\u00e4r Dr. G\u00f6tz gerichtetem Schreiben vom 9. Januar 2023 auf eine Streichung der Stichtagsregelung des \u00a7 90 des Berliner Heilberufekammergesetzes hingewirkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 14.02.2022 fand der Antrittsbesuch von Vertreterinnen und Vertretern der Steuerberaterkammer Berlin bei Herrn Senator Wesener statt. Der Pr\u00e4sident, Herr Sch\u00fcffner, trug den Wunsch nach der Einrichtung eines Versorgungswerkes f\u00fcr Steuerberaterinnen und Steuerberatern vor. Ein konkreter Arbeitsauftrag zur Errichtung wurde bisher nicht erteilt.<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 6.00003%; text-align: left; vertical-align: top;\">6.<\/td>\n<td style=\"width: 94%; vertical-align: top; text-align: justify;\"><strong>Ist dem Senat bekannt, dass beide o.g. Berufsgruppen sich weiterhin eigene Versorgungswerke w\u00fcnschen?<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 6.00003%; text-align: left; vertical-align: top;\"><\/td>\n<td style=\"width: 94%; text-align: left; vertical-align: top;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Dem Senat ist bekannt, dass der Wunsch sowohl der Psychotherapeutenkammer Berlin als auch der Steuerberaterkammer Berlin nach der Gr\u00fcndung eines eigenen Versorgungswerkes fortbesteht.<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 6.00003%; text-align: left; vertical-align: top;\">7.<\/td>\n<td style=\"width: 94%; vertical-align: top; text-align: justify;\"><strong>Denkt der Senat dar\u00fcber nach, seine bisherige Position zu \u00fcberdenken und ggf. das Berliner Kammergesetz zu \u00e4ndern und damit den Weg f\u00fcr die Gr\u00fcndung der Versorgungswerke frei zu machen?<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 6.00003%; text-align: left; vertical-align: top;\"><\/td>\n<td style=\"width: 94%; text-align: left; vertical-align: top;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Senat hat das o.g. Schreiben der Psychotherapeutenkammer Berlin vom 9. Januar 2023 zum Anlass genommen, die aufgeworfene Thematik erneut einer fundierten juristischen \u00dcberpr\u00fcfung zu unterwerfen. Diese Pr\u00fcfung zielt auf eine umfassende Abw\u00e4gung der widerstreitenden rechtlichen Interessen, die jeweils f\u00fcr und wider die Beibehaltung der Stichtagsregelung in \u00a7 90 des Berliner Heilberufekammergesetzes sprechen, ab. Das Ergebnis dieser vertieften Pr\u00fcfung wird in den neuerlichen Entwurf des \u00c4nderungsgesetzes zum Berliner Heilberufekammergesetz Einzug halten und den Berliner Heilberufekammern erneut im Rahmen der fr\u00fchzeitigen Beteiligung mit der M\u00f6glichkeit der Abgabe einer Stellungnahme zur Verf\u00fcgung gestellt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch die Diskussion und Meinungsbildung \u00fcber die zuk\u00fcnftige Sicherung der Altersversorgung der Steuerberaterinnen und Steuerberater ist im Senat nicht abgebrochen. Konkrete Handlungsschritte sind derzeit jedoch nicht geplant.<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berliner Abgeordnetenhaus &#8211; Drucksache 19 \/ 14 667 Schriftliche Anfrage der Abgeordneten Cornelia Seibeld (CDU) und Christian Zander (CDU) vom 20.01.2023 Antwort der Senatsverwaltung f\u00fcr Wissenschaft, Gesundheit, Pflege und Gleichstellung [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":13,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"iawp_total_views":62,"footnotes":""},"categories":[173,177,180],"tags":[],"class_list":["post-41165","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-abgeordnetenhaus","category-berlin","category-versorgungswerke"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/41165","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/13"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=41165"}],"version-history":[{"count":20,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/41165\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":41185,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/41165\/revisions\/41185"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=41165"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=41165"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=41165"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}