{"id":40679,"date":"2022-12-20T12:37:54","date_gmt":"2022-12-20T11:37:54","guid":{"rendered":"https:\/\/iuzb.de\/?p=40679"},"modified":"2022-12-20T12:39:37","modified_gmt":"2022-12-20T11:39:37","slug":"vmf-weil-saeulen-im-ambulanten-system-wegbrechen-mfa-am-limit-und-zfa-im-nebel-weiterer-protest-am-8-februar-in-berlin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iuzb.de\/?p=40679","title":{"rendered":"VmF: Weil S\u00e4ulen im ambulanten System wegbrechen\u2026 &#8211; MFA am Limit und ZFA im Nebel &#8211; weiterer Protest am 8. Februar in Berlin"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der Verband medizinischer Fachberufe e.V. (vmf) setzt seine Protestaktionen am Brandenburger Tor am 8. Februar 2023 fort.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDie Situation in den Arzt- und Zahnarztpraxen ist sehr ernst. Wichtige S\u00e4ulen des ambulanten Gesundheitswesens brechen weg, weil immer mehr Medizinische und Zahnmedizinische Fachangestellte fehlen\u201c, beschreibt Pr\u00e4sidentin Hannelore K\u00f6nig die Lage und fragt: \u201eWill die Politik erst so lange warten, bis der Zustand bedrohlich ist \u2013 wie derzeit in den Kinder- und Jugendarztpraxen? Nicht nur der Fiebersaft ist Mangelware, auch die Fachkr\u00e4fte \u2013 und zwar im Gro\u00dfteil der niedergelassenen \u00e4rztlichen und zahn\u00e4rztlichen Praxen. Was vielen nicht klar ist: Unser Gesundheitswesen wird vom ambulanten Sektor getragen. So behandeln die Krankenh\u00e4user pro Jahr rund 20 Millionen Patientenf\u00e4lle. In den niedergelassenen Arzt- und Facharztpraxen sind es rund 600 Millionen, von denen zwei Drittel als Akutf\u00e4lle eingesch\u00e4tzt werden, so das Zentralinstitut f\u00fcr die kassen\u00e4rztliche Versorgung.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hannelore K\u00f6nig erinnert daran, dass MFA und ZFA bei dieser Betreuung einen entscheidenden Beitrag leisten. Sie koordinieren nicht nur die Terminplanung, geben telefonische Ausk\u00fcnfte und organisieren das Praxismanagement, sie assistieren auch bei Diagnostik und Therapie und \u00fcbernehmen selbst \u00e4rztliche bzw. zahn\u00e4rztliche Leistungen im Rahmen der Delegation. Sie sind dar\u00fcber hinaus eine wichtige S\u00e4ule in der Pr\u00e4vention und Prophylaxe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIhnen steckt die Coronapandemie mit allen Nachwirkungen noch in den Knochen. Hinzu kommen Probleme mit der Digitalisierung und nun wieder neue Unsicherheiten mit dem GKV-Finanzstabilisierungsgesetz: So wurde im \u00e4rztlichen Bereich die Neupatientenregelung zwar nicht abgeschafft, aber so ver\u00e4ndert, dass die Medizinischen Fachangestellten zus\u00e4tzlich belastet werden. Denn sie f\u00fchren die Diskussionen, wenn keine Termine frei sind und Versicherte aufgrund von \u00dcberlastung abgewiesen werden m\u00fcssen \u2013 kurz: Das Limit ist f\u00fcr MFA bereits \u00fcberschritten. Und die ZFA stehen nach wie vor im Nebel: Neben dem Aerosol- und Tarifnebel ist es unklar, wie sich die geplanten Beschr\u00e4nkungen bei der Honorarentwicklung in Kombination mit der wieder eingef\u00fchrten Budgetierung, insbesondere in der Parodontitistherapie, auswirken. Auf jeden Fall verursachen sie Mehraufwand beim Erkl\u00e4ren der ge\u00e4nderten Rahmenbedingungen bei den Zahnmedizinischen Fachangestellten und zahnmedizinischen Fachkr\u00e4ften \u2013 wie ZMP und DH\u201c, so die vmf-Pr\u00e4sidentin weiter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Fachkr\u00e4ftemangel bei den Medizinischen Fachangestellten ist bereits deutlich: So werden Sprechstunden reduziert und weniger \u00e4rztliche Leistungen angeboten. Arztpraxen schlie\u00dfen, weil sie keine Assistenzkr\u00e4fte mehr haben. So passiert im Sommer 2022 in M\u00fcnchen, wo 300 Krebsvorsorgetermine abgesagt werden mussten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr die verbleibenden MFA bedeutet dies eine deutliche Mehrbelastung, die nicht mehr kompensiert werden kann. Dies trifft \u2013 wie in der Pandemie besonders &#8211; die Praxisteams in der haus\u00e4rztlichen Versorgung und in der Kinder- und Jugendheilkunde. In allen Fachrichtungen verlassen immer mehr MFA ihren Beruf aufgrund dieser hohen Stressbelastung, der besseren Gehaltsaussichten und der fehlenden Wertsch\u00e4tzung durch die Verantwortlichen in der Politik. Besch\u00e4ftigten sich vor f\u00fcnf Jahren noch ca. 22 Prozent der MFA mindestens einige Male im Monat mit dem Gedanken, den Beruf zu verlassen, so waren es in einer vmf-Online-Umfrage 2022 rund 46 Prozent.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00c4hnlich dramatisch sehen auch die Ausstiegsgedanken bei ZFA aus ihrem Beruf aus: Seit 2019 denkt jede dritte ZFA mindestens einige Male im Monat dar\u00fcber nach. Der Arbeitsmarkt ist auch hier faktisch leer und freie Stellen k\u00f6nnen nicht nachbesetzt werden. Die Auswirkungen auf die zahn\u00e4rztliche Versorgung und die Mundgesundheit werden von den Verantwortlichen in der Politik auch hier nicht gesehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Leistungen der MFA und ZFA wurden von der Politik mehrfach beim Corona-Sonderbonus ignoriert. Jetzt belasten die steigenden Energiekosten und die hohe Inflationsrate von mehr als 10 Prozent jede MFA und ZFA direkt. Denn mit mittleren Bruttoentgelten zwischen 2.269 und 2.655 Euro in Vollzeit, so der Entgeltatlas der Agentur f\u00fcr Arbeit, sind MFA und ZFA durch die Preissteigerungen bei Nahrungsmitteln besonders betroffen, ein selbstst\u00e4ndiges Leben ist kaum m\u00f6glich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWenn es um die Steigerung der Geh\u00e4lter von MFA und ZFA geht, glaubt die Politik, sich mit dem Verweis auf die Tarifautonomie herausreden zu k\u00f6nnen\u201c, erkl\u00e4rt Hannelore K\u00f6nig weiter. \u201eDas ist mehr als unfair. Denn im Gegensatz zu anderen Einrichtungen im Gesundheitswesen ist es in der vertrags\u00e4rztlichen und vertragszahn\u00e4rztlichen Versorgung f\u00fcr uns als Tarifpartner nur eingeschr\u00e4nkt m\u00f6glich, Gehaltssteigerungen wirksam durchzusetzen. Tariferh\u00f6hungen von Pflegekr\u00e4ften in Kliniken und Pflegeeinrichtungen werden automatisch durch den Staat refinanziert. Im Bereich der niedergelassenen \u00c4rzte- und Zahn\u00e4rzteschaft gibt es diesen Mechanismus nicht. Hier flie\u00dfen die ausgehandelten Gehaltssteigerungen erst mit erheblicher Verz\u00f6gerung nur zum Teil \u2013 und dann unbestimmt \u00fcber Punktwerte &#8211; in die Honorare der Arbeitgeberseite. Wenn die Bundesregierung ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag halten und auch Medizinische und Zahnmedizinische Fachangestellte als Gesundheitsberufe st\u00e4rken will, dann muss es hier schnell eine \u00c4nderung geben. Daf\u00fcr gehen wir wieder auf die Stra\u00dfe.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Aktion in Berlin findet am 8. Februar 2022 von 13:30 bis 16:00 auf der Freifl\u00e4che vor dem Brandenburger Tor am Pariser Platz statt.<\/p>\n<p>Quelle: Verband medizinischer Fachberufe, Pressemitteilung vom 20.12.2022<\/p>\n<p>Weitere Informationen <a href=\"https:\/\/www.vmf-online.de\/verband\/termine\/t-2023-02-08-protest-berlin\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Verband medizinischer Fachberufe e.V. (vmf) setzt seine Protestaktionen am Brandenburger Tor am 8. Februar 2023 fort. \u201eDie Situation in den Arzt- und Zahnarztpraxen ist sehr ernst. 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