{"id":39336,"date":"2022-07-19T09:31:08","date_gmt":"2022-07-19T07:31:08","guid":{"rendered":"https:\/\/iuzb.de\/?p=39336"},"modified":"2022-07-25T19:54:23","modified_gmt":"2022-07-25T17:54:23","slug":"bzaek-verbesserung-folgt-verschlechterung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iuzb.de\/?p=39336","title":{"rendered":"BZ\u00c4K: Verbesserung folgt Verschlechterung"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Erst seit Juli 2021 kann die Volkskrankheit Parodontitis (PAR) mit einer State-of-the-Art-Behandlung in der GKV durch die neue PAR-Behandlungsstrecke angegangen werden. Diese war das Ergebnis langer fachlicher Beratungen der Kassenzahn\u00e4rztlichen Bundesvereinigung (KZBV) im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA). Mit etwa 35 Millionen an einer Parodontitis Erkrankten in Deutschland und einer bereits vor Jahren festgestellten Unterversorgung war sie dringend notwendig. Dass diese Unterversorgung keine Lappalie war, liegt eben auch an der Bedeutung der chronischen Erkrankung Parodontitis als ausl\u00f6sender oder adjuvanter Faktor f\u00fcr gewichtige Allgemeinerkrankungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch durch die Aufkl\u00e4rungskampagne der Bundeszahn\u00e4rztekammer<\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/paro-check.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">paro-check.de<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">gibt es nun eine gesteigerte Nachfrage nach Parodontitisbehandlungen in den Praxen.<br \/>\nDie chronische Erkrankung ist mit der neuen PAR-Behandlungsstrecke gut in den Griff zu bekommen, Schlimmeres kann verhindert werden. Pr\u00e4vention par excellence!<br \/>\nAllerdings soll dieser positive Trend nun schon wieder gestoppt werden. Die Gesetzespl\u00e4ne zum GKV-Finanzstabilisierungsgesetz (GKV-FinStG) setzen mit Sparma\u00dfnahmen ausgerechnet an der Patientenversorgung an. Auch die neuen parodontologischen Behandlungen fallen in die geplante Budgetierung. Die PAR-Therapie wird dadurch gleich wieder ausgebremst. \u201eDiesen langen und schweren Zug gleich an der ersten Steigung anzuhalten, riskiert, dass er gar nicht mehr anfahren kann&#8220;, so BZ\u00c4K-Pr\u00e4sident Prof. Dr. Christoph Benz. \u201eDerzeit bereits f\u00fcr den Patienten genehmigte Leistungen der mehrj\u00e4hrigen Leistungsstrecke k\u00f6nnten unter der GKV-FinStG-Budgetierung dann nicht mehr erbracht werden. Auch ein Behandlungsbeginn bei neuen Patientinnen und Patienten w\u00e4re kaum noch m\u00f6glich. Die BZ\u00c4K appelliert an das Bundesgesundheitsministerium, die Gesetzespl\u00e4ne zu modifizieren, es gibt etliche bessere Hebel, die Kosten zu senken. Strukturelle \u00c4nderungen oder b\u00fcrokratische, unn\u00f6tige Aufwendungen k\u00f6nnen den Haushalt entlasten.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Zahnmedizin ist kein Kostentreiber im GKV-System. Seit 1980 ist ihr Anteil an den Gesamtausgaben um 58 Prozent gesunken. Hier zahlt sich Pr\u00e4vention direkt aus.<br \/>\nGro\u00dfe Gewinne werden hingegen an anderer Stelle aus dem Sozialsystem getragen: Ausl\u00e4ndische Private\u2013Equity-Unternehmen f\u00fchren regelm\u00e4\u00dfig Gewinne aus Deutschland ab, h\u00e4ufig in Steueroasen. Fremdinvestoren mit ausschlie\u00dflichen Kapitalinteressen sollten umgehend von Gr\u00fcndung und Betrieb medizinischer Versorgungszentren ausgeschlossen werden. Die ambulante Patientenversorgung durch niedergelassene Zahn\u00e4rztinnen und Zahn\u00e4rzte hingegen ist F\u00fcrsorge und Pr\u00e4vention statt Kostenfaktor.<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.bzaek.de\/fileadmin\/PDFs\/b\/bzaek_kzbv_stellungnahme_GKV-FinStG.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">BZ\u00c4K und KZBV: Gemeinsame Stellungnahme zum Referentenentwurf eines GKV-FinStG<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: Bundeszahn\u00e4rztekammer, <a href=\"https:\/\/www.bzaek.de\/presse\/presseinformationen\/presseinformation\/verbesserung-folgt-verschlechterung.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pressemitteilung vom 19.07.2022<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erst seit Juli 2021 kann die Volkskrankheit Parodontitis (PAR) mit einer State-of-the-Art-Behandlung in der GKV durch die neue PAR-Behandlungsstrecke angegangen werden. 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