{"id":36166,"date":"2021-11-19T13:27:58","date_gmt":"2021-11-19T12:27:58","guid":{"rendered":"http:\/\/iuzb.de\/?p=36166"},"modified":"2021-11-19T13:33:11","modified_gmt":"2021-11-19T12:33:11","slug":"g-ba-weitet-moeglichkeiten-zur-krankschreibung-per-videosprechstunde-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iuzb.de\/?p=36166","title":{"rendered":"G-BA weitet M\u00f6glichkeiten zur Krankschreibung per Videosprechstunde aus"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Bereits seit Oktober\u00a02020 k\u00f6nnen \u00c4rztinnen und \u00c4rzte auch mittels Videosprechstunde die Arbeitsunf\u00e4higkeit von Versicherten feststellen. Allerdings gilt dies bislang nur f\u00fcr die Versicherten, die in der Arztpraxis bereits bekannt sind.<\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\"><strong>Zuk\u00fcnftig k\u00f6nnen auch Patientinnen und Patienten per Videosprechstunde krankgeschrieben werden, die der Vertrags\u00e4rztin oder dem Vertragsarzt unbekannt sind.<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einen entsprechenden Beschluss hat der Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) heute gefasst. Unterschiede gibt es jedoch bei der Dauer der erstmaligen Krankschreibung: F\u00fcr in der Arztpraxis unbekannte Versicherte ist diese bis zu <span style=\"text-decoration: underline;\">3\u00a0Kalendertage<\/span> m\u00f6glich, f\u00fcr bekannte Versicherte bis zu <span style=\"text-decoration: underline;\">7\u00a0Kalendertage<\/span>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dr. Monika Lelgemann, unparteiisches Mitglied des G-BA und Vorsitzende des Unterausschusses Veranlasste Leistungen zu den beschlossenen Richtlinien\u00e4nderungen: \u201eDas Feststellen einer Arbeitsunf\u00e4higkeit wird nun generell per Videosprechstunde m\u00f6glich\u00a0\u2013 sofern die Symptomatik eine solche Abkl\u00e4rung zul\u00e4sst. Sie erg\u00e4nzt damit als gleichberechtigte Alternative den bisherigen Standard der unmittelbaren pers\u00f6nlichen Untersuchung durch eine \u00c4rztin oder einen Arzt. Die Dauer der Krankschreibung variiert allerdings, je nachdem, ob Versicherte in der Praxis bekannt sind oder nicht: W\u00e4hrend im ersten Fall eine Krankschreibung von bis zu 7\u00a0Tagen m\u00f6glich ist, k\u00f6nnen Versicherte aus der zweiten Patientengruppe bis zu 3\u00a0Tage krankgeschrieben werden.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als generelle Voraussetzung f\u00fcr die Krankschreibung per Videosprechstunde gilt unver\u00e4ndert: Die Erkrankung muss eine Untersuchung per Videosprechstunde zulassen. Zudem ist eine Folgekrankschreibung \u00fcber Videosprechstunde weiterhin nur dann zul\u00e4ssig, wenn die vorherige Krankschreibung auf Grundlage einer unmittelbaren pers\u00f6nlichen Untersuchung ausgestellt wurde. Ein Anspruch der Versicherten auf Krankschreibung per Videosprechstunde besteht nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Beschluss wird dem Bundesministerium f\u00fcr Gesundheit vorgelegt und tritt nach Nichtbeanstandung und Ver\u00f6ffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unabh\u00e4ngig vom getroffenen Beschluss zur Krankmeldung per Videosprechstunde gilt die <a href=\"https:\/\/www.g-ba.de\/service\/sonderregelungen-corona\/#arbeitsunfahigkeits-richtlinie\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Corona-Sonderregelung<\/strong><\/span><\/a> zur telefonischen Krankschreibung <span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>bis zum 31.\u00a0Dezember 2021<\/strong><\/span>:<\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\"><strong>Patientinnen und Patienten, die an leichten Atemwegserkrankungen leiden, k\u00f6nnen nach einer telefonischen Befragung bis zu 7\u00a0Kalendertage krankgeschrieben werden. Eine einmalige Verl\u00e4ngerung der Krankschreibung kann auf diesem Weg f\u00fcr weitere 7\u00a0Kalendertage erfolgen.<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Hintergrund: Arbeitsunf\u00e4higkeits-Richtlinie des G-BA<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der <a href=\"https:\/\/www.g-ba.de\/richtlinien\/2\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Arbeitsunf\u00e4higkeits-Richtlinie<\/a> ist festgelegt, welche Regeln f\u00fcr die Feststellung und Bescheinigung der Arbeitsunf\u00e4higkeit\u00a0\u2013 die sogenannte Krankschreibung\u00a0\u2013 von Versicherten durch Vertrags\u00e4rztinnen und Vertrags\u00e4rzten sowie im Rahmen des Entlassmanagements aus dem Krankenhaus gelten. Grunds\u00e4tzlich gilt, dass die Beurteilung der Arbeitsunf\u00e4higkeit und ihrer voraussichtlichen Dauer sowie die Ausstellung der Bescheinigung nur aufgrund einer \u00e4rztlichen Untersuchung erfolgen darf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus dem Gesetz zur digitalen Modernisierung von Versorgung und Pflege (DVPMG) vom Juni 2021 ergab sich f\u00fcr den G-BA der Auftrag, das Feststellen der Arbeitsunf\u00e4higkeit im Rahmen der ausschlie\u00dflichen Fernbehandlung, also auch f\u00fcr in der Praxis unbekannte Versicherte, zu regeln und zu beschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Quelle: Gemeinsamer Bundesausschuss,<a href=\"https:\/\/www.g-ba.de\/presse\/pressemitteilungen-meldungen\/999\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> Pressemitteilung vom 19.11.2021<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bereits seit Oktober\u00a02020 k\u00f6nnen \u00c4rztinnen und \u00c4rzte auch mittels Videosprechstunde die Arbeitsunf\u00e4higkeit von Versicherten feststellen. 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