{"id":35950,"date":"2021-11-03T18:22:22","date_gmt":"2021-11-03T17:22:22","guid":{"rendered":"http:\/\/iuzb.de\/?p=35950"},"modified":"2021-11-03T18:38:49","modified_gmt":"2021-11-03T17:38:49","slug":"zfa-wuerden-von-mindestlohn-profitieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iuzb.de\/?p=35950","title":{"rendered":"ZFA w\u00fcrden von Mindestlohn profitieren"},"content":{"rendered":"<p>zm, 01.11.2021:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.zm-online.de\/news\/politik\/zfa-wuerden-von-mindestlohn-profitieren\/?utm_source=CR_Newsletter&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=211103_zm_Newsletter&amp;utm_content=Mailing_7824680\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ZFA w\u00fcrden von Mindestlohn profitieren<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Hintergrund:<\/strong><\/span> <a href=\"https:\/\/www.boeckler.de\/de\/pressemitteilungen-2675-rund-8-6-millionen-beschaftigte-verdienen-aktuell-weniger-als-12-euro-36443.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">HBS, Pressemitteilung vom 28.10.2021<\/a>:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/iuzb.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/2021-11-03-Stundenlohn-unter-12-Euro-nach-Berufen.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-35955\" src=\"https:\/\/iuzb.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/2021-11-03-Stundenlohn-unter-12-Euro-nach-Berufen.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"364\" srcset=\"https:\/\/iuzb.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/2021-11-03-Stundenlohn-unter-12-Euro-nach-Berufen.jpg 786w, https:\/\/iuzb.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/2021-11-03-Stundenlohn-unter-12-Euro-nach-Berufen-289x300.jpg 289w, https:\/\/iuzb.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/2021-11-03-Stundenlohn-unter-12-Euro-nach-Berufen-115x120.jpg 115w, https:\/\/iuzb.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/2021-11-03-Stundenlohn-unter-12-Euro-nach-Berufen-768x798.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-B\u00f6ckler-Stiftung:<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-size: 14pt;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Neue Studie des WSI:<\/span><br \/>\nRund 8,6 Millionen Besch\u00e4ftigte verdienen aktuell weniger als 12 Euro in der Stunde \u2013 vor allem in Jobs ohne Tarifvertrag<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Besch\u00e4ftigte in etwa 8,6 Millionen Arbeitsverh\u00e4ltnissen verdienen aktuell weniger als 12 Euro brutto pro Stunde. Etwa zwei Drittel der gut achteinhalb Millionen Menschen, die dementsprechend direkt von einer Erh\u00f6hung des gesetzlichen Mindestlohns auf 12 Euro profitieren w\u00fcrden, sind Frauen. Die Mehrzahl der Berufsgruppen, in denen aktuell weniger als 12 Euro bezahlt werden, erfordert eine abgeschlossene Ausbildung. Durch die Anhebung des Mindestlohns w\u00fcrde vor allem die Entlohnung von Besch\u00e4ftigten ohne Tarifvertrag verbessert, denn diese sind derzeit rund dreimal so h\u00e4ufig von L\u00f6hnen unter 12 Euro betroffen wie Besch\u00e4ftigte, die nach Tarif bezahlt werden. Zu diesen Ergebnissen kommt eine neue Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-B\u00f6ckler-Stiftung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eEin Mindestlohn von 12 Euro findet nicht nur breite Zustimmung, er w\u00fcrde auch f\u00fcr viele Besch\u00e4ftigte sp\u00fcrbare Lohnsteigerungen bedeuten\u201c, schreibt WSI-Arbeitsmarktexperte Dr. Toralf Pusch. In seiner Untersuchung hat er die neusten verf\u00fcgbaren Daten des sozio-oekonomischen Panels (SOEP) von 2019 und des Statistischen Bundesamts ausgewertet und f\u00fcr das Jahr 2021 fortgeschrieben. Damit kann der WSI-Forscher unter anderem zur Gesamtzahl der Besch\u00e4ftigten, die aktuell f\u00fcr weniger als 12 Euro arbeiten, erstmals eine verl\u00e4ssliche Hochrechnung f\u00fcr das laufende Jahr vorlegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Analyse zeigt, dass die gro\u00dfe Mehrheit der Arbeitsverh\u00e4ltnisse, in denen der h\u00f6here Mindestlohn direkt zu einer Lohnanhebung f\u00fchren m\u00fcsste, f\u00fcr die jeweiligen Besch\u00e4ftigten der Hauptjob ist. Das gilt 2021 f\u00fcr 7,3 Millionen, etwa 1,3 Millionen sind Nebent\u00e4tigkeiten. Von den Hauptjobs sind rund drei Millionen Vollzeit- und knapp 4,3 Millionen Teilzeitstellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch f\u00fcr die Verbreitung von L\u00f6hnen unter 12 Euro in Jobs mit und ohne Tarifvertrag hat Pusch aktuelle N\u00e4herungsdaten errechnet. Sie zeigen gro\u00dfe Unterschiede: Rund 30 Prozent der Besch\u00e4ftigten, die in ihrem Hauptjob nicht nach einem Tarifvertrag bezahlt werden, arbeiten aktuell f\u00fcr weniger als 12 Euro pro Stunde. Mit Tarifvertrag sind es lediglich 9,5 Prozent. Eine Anhebung des Mindestlohns auf 12 Euro w\u00fcrde dementsprechend in der Gesamtgruppe der Besch\u00e4ftigten, die nach Tarifvertrag bezahlt werden, eine durchschnittliche Lohnerh\u00f6hung von 1,0 Prozent bewirken. Unter den Besch\u00e4ftigten ohne Tarif steigen die L\u00f6hne hingegen um durchschnittlich 4,1 Prozent. Die Zahlen zeigten, dass der h\u00f6here Mindestlohn \u201ekeinen tiefen Eingriff in die Tarifautonomie\u201c bedeute, betont Wirtschaftswissenschaftler Pusch. Er w\u00e4re \u201evor allem eine wirksame St\u00fctze zur Stabilisierung der L\u00f6hne von Besch\u00e4ftigten ohne Tarifvertrag.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die detaillierten Daten zur Verbreitung von niedrigen L\u00f6hnen in verschiedenen gro\u00dfen Branchen hat Pusch nicht fortgeschrieben. Der Forscher geht allerdings davon aus, dass sich bei den qualitativen Schwerpunkten gegen\u00fcber dem SOEP von 2019 nichts Grundlegendes ge\u00e4ndert hat. Schaut man auf die absoluten Zahlen, kamen L\u00f6hne unter 12 Euro vor zwei Jahren am h\u00e4ufigsten im Einzelhandel, dem Gesundheitswesen, der Geb\u00e4udebetreuung, der Gastronomie und dem Sozialwesen vor. Unter den Berufen waren unter anderem Fachkr\u00e4fte in Gastronomie und Hauswirtschaft, Verk\u00e4uferinnen und Verk\u00e4ufer, medizinische Fachangestellte, K\u00f6che oder Berufskraftfahrende stark betroffen. Zudem Hilfskr\u00e4fte in Reinigung, Hauswirtschaft, K\u00fcchen und Logistik.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erst k\u00fcrzlich hatte eine vom Institut f\u00fcr Makro\u00f6konomie und Konjunkturforschung (IMK) gef\u00f6rderte Studie gezeigt, dass eine Erh\u00f6hung des Mindestlohns auf 12 Euro auch gesamtwirtschaftlich sinnvoll w\u00e4re. Langfristig w\u00fcrde die Wirtschaftsleistung um etwa 50 Milliarden Euro im Jahr steigen. Die Staatseinnahmen erh\u00f6hen sich um rund 20 Milliarden Euro j\u00e4hrlich. Die Gesamtbesch\u00e4ftigung w\u00fcrde hingegen langfristig nicht negativ beeinflusst, zeigen die Modellrechnungen, die Prof. Dr. Tom Krebs und Dr. Moritz Drechsel-Grau von der Universit\u00e4t Mannheim durchgef\u00fchrt haben. Die Forscher gehen in ihrer Untersuchung davon aus, dass die Anhebung der Lohnuntergrenze \u00fcber die unmittelbar betroffenen Arbeitsverh\u00e4ltnisse hinaus auch auf L\u00f6hne etwas \u00fcber 12 Euro ausstrahlen d\u00fcrfte.<\/p>\n<p><strong>Weitere Informationen:<\/strong><\/p>\n<p>Toralf Pusch:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.boeckler.de\/content\/xpublication.xml?source=wsi&amp;id=HBS-008171\">12 Euro Mindestlohn: Deutliche Lohnsteigerungen vor allem bei nicht-tarifgebundenen Besch\u00e4ftigten. <\/a>WSI Policy Brief Nr. 62, November 2021.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Tom Krebs, Moritz Drechsel-Grau:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.boeckler.de\/content\/xpublication.xml?source=imk&amp;id=HBS-008099\">Mindestlohn von 12 Euro: Auswirkungen auf Besch\u00e4ftigung, Wachstum und \u00f6ffentliche Finanzen<\/a>. IMK-Study Nr. 73, September 2021.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>zm, 01.11.2021: ZFA w\u00fcrden von Mindestlohn profitieren &nbsp; &nbsp; Hintergrund: HBS, Pressemitteilung vom 28.10.2021: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-B\u00f6ckler-Stiftung: Neue Studie des WSI: Rund 8,6 Millionen Besch\u00e4ftigte verdienen [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":13,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"iawp_total_views":1,"footnotes":""},"categories":[107],"tags":[],"class_list":["post-35950","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-zfa"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/35950","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/13"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=35950"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/35950\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":35957,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/35950\/revisions\/35957"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=35950"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=35950"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=35950"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}