{"id":29031,"date":"2020-01-23T17:10:15","date_gmt":"2020-01-23T16:10:15","guid":{"rendered":"http:\/\/iuzb.de\/?p=29031"},"modified":"2020-01-23T17:12:04","modified_gmt":"2020-01-23T16:12:04","slug":"bverwg-ihk-beitraege-wegen-ueberhoehter-ruecklagen-und-unzulaessig-erhoehten-eigenkapitals-rechtswidrig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iuzb.de\/?p=29031","title":{"rendered":"BVerwG: IHK-Beitr\u00e4ge wegen \u00fcberh\u00f6hter R\u00fccklagen und unzul\u00e4ssig erh\u00f6hten Eigenkapitals rechtswidrig"},"content":{"rendered":"<div class=\"tzData\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Beitragsbescheide zweier Industrie- und Handelskammern sind wegen \u00fcberh\u00f6hter R\u00fccklagen und unzul\u00e4ssig erh\u00f6hten Eigenkapitals rechtswidrig. Das hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entschieden.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"tzData\" style=\"text-align: justify;\">\n<p>Die beklagten Industrie- und Handelskammern zogen die Kl\u00e4ger u.a. zur Zahlung von Beitr\u00e4gen f\u00fcr die Jahre 2011, 2014 und 2016 heran. Den durch Beitr\u00e4ge zu deckenden Finanzbedarf veranschlagten sie in j\u00e4hrlichen Wirtschaftspl\u00e4nen, die eine Zusammenstellung der geplanten Einnahmen und Ausgaben enthielten. Die Kammern sahen f\u00fcr die Jahre 2011, 2014 und 2016 jeweils eine R\u00fccklage zum Ausgleich von Beitragsausf\u00e4llen und sonstigen ergebnisrelevanten Schwankungen vor und behielten ihre in den Vorjahren erh\u00f6hte Nettoposition (festgesetztes Kapital) bei. Das Verwaltungsgericht hat die gegen diese Beitragsfestsetzungen gerichteten Klagen abgewiesen. Die Berufungen der Kl\u00e4ger hatten vor dem Oberverwaltungsgericht Erfolg.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"tzData\" style=\"text-align: justify;\">\n<p>Das Bundesverwaltungsgericht hat die Revisionen der beklagten Kammern zur\u00fcckgewiesen. Die Bildung von Verm\u00f6gen ist den Kammern gesetzlich verboten. R\u00fccklagen d\u00fcrfen sie nur bilden, soweit sie hierf\u00fcr einen sachlichen Zweck im Rahmen zul\u00e4ssiger Kammert\u00e4tigkeit anf\u00fchren k\u00f6nnen. Auch der Umfang der R\u00fccklagen muss von diesem sachlichen Zweck gedeckt sein. Die Prognose \u00fcber die H\u00f6he des Mittelbedarfs muss dem Gebot der haushaltsrechtlichen Sch\u00e4tzgenauigkeit gen\u00fcgen, also bezogen auf den Zeitpunkt ihrer Erstellung sachgerecht und vertretbar ausfallen. An diesen Ma\u00dfst\u00e4ben ist nicht nur die Bildung von R\u00fccklagen, sondern generell jede Bildung von Verm\u00f6gen &#8211; also auch die Erh\u00f6hung der Nettoposition &#8211; zu messen. Dies m\u00fcssen die Kammern bei der j\u00e4hrlichen Aufstellung ihres Wirtschaftsplans beachten. \u00dcberh\u00f6hte R\u00fccklagen und Nettopositionen m\u00fcssen die Kammern baldm\u00f6glichst auf ein zul\u00e4ssiges Ma\u00df zur\u00fcckf\u00fchren.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"tzData\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Das von den beklagten Kammern in den Jahren 2011, 2014 und 2016 vorgehaltene Verm\u00f6gen war \u00fcberh\u00f6ht. Teils \u00fcberstiegen die geplanten R\u00fccklagen den jeweils prognostizierten Mittelbedarf. Bei den \u00fcbrigen R\u00fccklagen fehlte es ebenso wie bei den erh\u00f6hten Nettopositionen an einer schl\u00fcssigen Darlegung des jeweiligen Finanzbedarfs.<\/p>\n<p>Quelle: Bundesverwaltungsgericht. <a href=\"https:\/\/www.bverwg.de\/pm\/2020\/3\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Pressemitteilung<\/a> vom 23.01.2020 zum Urteil vom 22.01.2020 zu Az. 8 C 9.19<\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Weiterf\u00fchrend:<\/span><\/p>\n<p>LTO: <a href=\"https:\/\/www.lto.de\/recht\/hintergruende\/h\/bverwg-urteil-8c919-ihk-vermoegen-ruecklagen-nettoposition-pflichtbeitrag-volkswagen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Han\u00addels\u00adkam\u00admern drohen Mil\u00adlionen-R\u00fcck\u00adzah\u00adlungen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Beitragsbescheide zweier Industrie- und Handelskammern sind wegen \u00fcberh\u00f6hter R\u00fccklagen und unzul\u00e4ssig erh\u00f6hten Eigenkapitals rechtswidrig. 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