{"id":2821,"date":"2012-10-07T11:58:21","date_gmt":"2012-10-07T10:58:21","guid":{"rendered":"http:\/\/uwe-gerber.de\/wordpress\/?p=2821"},"modified":"2026-04-27T18:56:01","modified_gmt":"2026-04-27T16:56:01","slug":"abwicklung-eines-versorgungswerkes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iuzb.de\/?p=2821","title":{"rendered":"Abwicklung eines Versorgungswerkes"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 12pt;\">Wie ein Versorgungswerk technisch &#8222;abgewickelt&#8220; werden kann, zeigt der Entwurf eines Gesetzes der Bundesregierung zur Neuordnung der Altersversorgung der Bezirksschornsteinfegermeister vom 24.09.2012 (Drucksache <a href=\"http:\/\/dipbt.bundestag.de\/dip21\/btd\/17\/107\/1710749.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">17\/10749<\/a>).<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 12pt;\">Hintergrund ist in diesem Fall die notwendige Neuordnung der Altersversorgung der Bezirksschornsteinfegermeister infolge des Umstandes, dass das deutsche Schornsteinfegermonopol wegen Europarechtswidrigkeit abgeschafft wurde und die \u00dcbergangszeit Ende 2012 ausl\u00e4uft. Es geht hier also nicht um den &#8222;Insolvenzfall&#8220; eines Versorgungswerkes, sondern darum, die Bezirksschornsteinfegermeister k\u00fcnftig in der gesetzlichen Rentenversicherung mit anderen selbstst\u00e4ndigen Handwerkern gleichzustellen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 12pt;\">Die Aufl\u00f6sung der <a href=\"http:\/\/www.versorgungskammer.de\/portal\/page\/portal\/bvk\/bvk\/vdbs\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Versorgungsanstalt der deutschen Bezirksschornsteinfegermeister<\/a>, in Rechtsform einer bundesunmittelbaren rechtsf\u00e4higen Anstalt des \u00f6ffentlichen Rechts,&nbsp; mit Gesch\u00e4ftsf\u00fchrungsvertretung durch die <a href=\"http:\/\/www.versorgungskammer.de\/portal\/page\/portal\/bvk\/bvk\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bayerische Versorgungskammer<\/a>, erfolgt nach dem Entwurf denkbar einfach:<\/span><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 12pt;\">Die bisherige Zusatzversorgungseinrichtung&nbsp; soll geschlossen werden; ab dem 1. Januar 2013 sollen dann keine Anwartschaften mehr erworben und keine Beitr\u00e4ge mehr erhoben werden.&nbsp;Die am 31. Dezember 2012 festgestellten Anwartschaften und Versorgungsleistungen sollen hierbei nat\u00fcrlich bestehen bleiben und weitergezahlt werden.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 12pt;\">Zur Finanzierung der Leistungen soll zun\u00e4chst das vorhandene Verm\u00f6gen der Versorgungsanstalt herangezogen werden. Soweit diese Mittel nicht ausreichen, soll der&nbsp; Bund einen j\u00e4hrlichen Zuschuss an die Versorgungsanstalt leisten. (<a href=\"http:\/\/dipbt.bundestag.de\/dip21\/btd\/17\/107\/1710749.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Entwurf<\/a> \u00a7 36).<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 12pt;\">Beachtenswert ist hierbei, dass das betroffene Versorgungswerk, wie es auf seiner Webseite unter &#8222;<a href=\"http:\/\/www.versorgungskammer.de\/portal\/page\/portal\/bvk\/bvk\/vdbs\/finanzierung.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Finanzierung<\/a>&#8220; selbst darauf hinweist, die bisherigen Beitr\u00e4ge des einzelnen Mitglieds nicht der Ansparung seiner eigenen Rente dienen, sondern der Finanzierung der laufenden Rentenzahlungen an die ehemaligen Kollegen (Umlageverfahren).&nbsp; Es ist also zu vermuten, dass das Versorgungswerk in Bezug auf andere Versorgungswerke \u00fcber eine relativ geringe Kapitaldeckung (lediglich als &#8222;Reservefonds&#8220;) verf\u00fcgt und eine Deckungsl\u00fccke besteht.&nbsp; Im Gesetzentwurf steht unter Punkt D. \u00fcber diese zu erwartende L\u00fccke: &#8222;<em>Die Belastung des Bundeshaushalts (in heutigen Werten) setzt voraussichtlich im Laufe des Jahres 2016 mit rund 63 Millionen Euro ein. Im Folgejahr betr\u00e4gt sie rund 72 Millionen Euro, im Jahr 2025 erreicht die Belastung mit 76 Millionen Euro ihren H\u00f6hepunkt, in den darauffolgenden Jahrzehnten verringert sie sich dann kontinuierlich und f\u00e4llt schlie\u00dflich weg.<\/em>&#8220; Dies bedeutet, es steht \u00fcber die Jahrzehnte wohl mehr als eine Milliarde Euro im Raum.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 12pt;\">Au\u00dferdem ist der Gesetzentwurf von der Thematik her interessant, denn am <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/finanzen\/maerkte\/:kuerzungen-wegen-niedrigzinsen-freiberufler-muessen-um-ihre-renten-bangen\/70092314.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">18.09.2012<\/a> schrieb die FTD in Bezug auf eine allgemeine Meldung \u00fcber berufsst\u00e4ndische Versorgungswerke gerade erst:<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 12pt;\">\u201c<em>In einer Stellungnahme des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages hei\u00dft es, die Frage, wer im Insolvenzfall f\u00fcr die Renten der Freiberufler aufkomme, sei \u201cbisher nicht abschlie\u00dfend beantwortet worden\u201d<\/em>.\u201d<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 12pt;\">An sich wundert mich dies. Denn alle berufsst\u00e4ndischen Versorgungswerke sind als gesetzliche Pflichtrentenversicherungen in der Rechtsform einer \u00f6ffentlich-rechtlichen K\u00f6rperschaft konstituiert. Und meines Wissens sind der Staatsaufsicht unterliegende Anstalten und K\u00f6rperschaften des \u00f6ffentlichen Rechts konkursunf\u00e4hig. Dies bedeutet, im Zweifel m\u00fcssten die L\u00e4nder oder, wie hier in diesem Fall, der Bund f\u00fcr rechtlich zugesagte Rentenleistungen der berufsst\u00e4ndischen Versorgungswerke haften, sofern denn der theoretische Fall einer theoretischen Insolvenz eintreten sollte und auch Stellschrauben wie etwa Absenkung der Anwartschaften oder Erh\u00f6hung des Renteneintrittsalters nicht mehr helfen k\u00f6nnten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 12pt;\">Weiterf\u00fchrend siehe bitte auch<\/span><\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 12pt;\">ver.di\/mediafon.net vom 01.10.2012:<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 12pt;\"><a href=\"http:\/\/www.mediafon.net\/meldung_volltext.php3?id=5069c774c34e9&amp;akt=news_versicherungen&amp;view=&amp;si=5069ec74e01bc&amp;lang=1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Versorgungswerk-Abwicklung auf Staatskosten<\/a><\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 12pt;\">Uwe Gerber<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie ein Versorgungswerk technisch &#8222;abgewickelt&#8220; werden kann, zeigt der Entwurf eines Gesetzes der Bundesregierung zur Neuordnung der Altersversorgung der Bezirksschornsteinfegermeister vom 24.09.2012 (Drucksache 17\/10749). 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