{"id":26828,"date":"2019-06-07T10:10:56","date_gmt":"2019-06-07T08:10:56","guid":{"rendered":"http:\/\/iuzb.de\/?p=26828"},"modified":"2019-06-07T10:10:56","modified_gmt":"2019-06-07T08:10:56","slug":"bsg-honoraraerzte-im-krankenhaus-sind-regelmaessig-sozialversicherungspflichtig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iuzb.de\/?p=26828","title":{"rendered":"BSG: Honorar\u00e4rzte im Krankenhaus sind regelm\u00e4\u00dfig sozialversicherungspflichtig"},"content":{"rendered":"<div class=\"abstract\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00c4rzte, die als Honorar\u00e4rzte in einem Krankenhaus t\u00e4tig sind, sind in dieser T\u00e4tigkeit regelm\u00e4\u00dfig nicht als Selbstst\u00e4ndige anzusehen, sondern unterliegen als Besch\u00e4ftigte des Krankenhauses der Sozialversicherungspflicht. Dies hat der 12. Senat des Bundessozialgerichts heute entschieden.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei einer T\u00e4tigkeit als Arzt ist eine sozialversicherungspflichtige Besch\u00e4ftigung nicht von vornherein wegen der besonderen Qualit\u00e4t der \u00e4rztlichen Heilkunde als Dienst &#8222;h\u00f6herer Art&#8220; ausgeschlossen. Entscheidend ist, ob die Betroffenen weisungsgebunden beziehungsweise in eine Arbeitsorganisation eingegliedert sind. Letzteres ist bei \u00c4rzten in einem Krankenhaus regelm\u00e4\u00dfig gegeben, weil dort ein hoher Grad der Organisation herrscht, auf die die Betroffenen keinen eigenen, unternehmerischen Einfluss haben. So sind An\u00e4sthesisten &#8211; wie die \u00c4rztin im Leitfall &#8211; bei einer Operation in der Regel Teil eines Teams, das arbeitsteilig unter der Leitung eines Verantwortlichen zusammenarbeiten muss. Auch die T\u00e4tigkeit als Stationsarzt setzt regelm\u00e4\u00dfig voraus, dass sich die Betroffenen in die vorgegebenen Strukturen und Abl\u00e4ufe einf\u00fcgen. Im Leitfall war die \u00c4rztin wiederholt im Tag- und Bereitschaftsdienst und \u00fcberwiegend im OP t\u00e4tig. Hinzu kommt, dass Honorar\u00e4rzte ganz \u00fcberwiegend personelle und sachliche Ressourcen des Krankenhauses bei ihrer T\u00e4tigkeit nutzen. So war die \u00c4rztin hier nicht anders als beim Krankenhaus angestellte \u00c4rzte vollst\u00e4ndig eingegliedert in den Betriebsablauf. Unternehmerische Entscheidungsspielr\u00e4ume sind bei einer T\u00e4tigkeit als Honorararzt im Krankenhaus regelm\u00e4\u00dfig nicht gegeben. Die Honorarh\u00f6he ist nur eines von vielen in der Gesamtw\u00fcrdigung zu ber\u00fccksichtigenden Indizien und vorliegend nicht ausschlaggebend.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein etwaiger Fachkr\u00e4ftemangel im Gesundheitswesen hat keinen Einfluss auf die rechtliche Beurteilung des Vorliegens von Versicherungspflicht. Sozialrechtliche Regelungen zur Versicherungs- und Beitragspflicht k\u00f6nnen nicht au\u00dfer Kraft gesetzt werden, um eine Steigerung der Attraktivit\u00e4t des Berufs durch eine von Sozialversicherungsbeitr\u00e4gen &#8222;entlastete&#8220; und deshalb h\u00f6here Entlohnung zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Quelle: Bundessozialgericht, <a href=\"https:\/\/www.bsg.bund.de\/SharedDocs\/Pressemitteilungen\/DE\/2019\/2019_21.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Pressemitteilung<\/a> vom 04.06.2019 zu Aktenzeichen B 12 R 11\/18 R als Leitfall<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00c4rzte, die als Honorar\u00e4rzte in einem Krankenhaus t\u00e4tig sind, sind in dieser T\u00e4tigkeit regelm\u00e4\u00dfig nicht als Selbstst\u00e4ndige anzusehen, sondern unterliegen als Besch\u00e4ftigte des Krankenhauses der Sozialversicherungspflicht. Dies hat der 12. 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