{"id":24454,"date":"2018-06-18T23:39:03","date_gmt":"2018-06-18T21:39:03","guid":{"rendered":"http:\/\/iuzb.de\/?p=24454"},"modified":"2018-06-18T23:39:34","modified_gmt":"2018-06-18T21:39:34","slug":"vg-berlin-dritte-pflegekommission-war-falsch-besetzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iuzb.de\/?p=24454","title":{"rendered":"VG Berlin: Dritte Pflegekommission war falsch besetzt"},"content":{"rendered":"<div class=\"textile\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Die 2016 ins Leben gerufene Dritte <a href=\"http:\/\/www.bmas.de\/DE\/Themen\/Arbeitsrecht\/Mindestlohn\/Glossar\/P\/Pflegekommission.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pflegekommission<\/a> war nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Berlin nicht ordnungsgem\u00e4\u00df besetzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Pflegekommission ist eine parit\u00e4tisch besetzte Kommission zur Erarbeitung von Arbeitsbedingungen im Bereich der Pflegebranche. Sie beschlie\u00dft Empfehlungen zur Festsetzung von Arbeitsbedingungen f\u00fcr die Pflegebranche; danach l\u00f6st sie sich von Gesetzes wegen auf. Die Kommission besteht aus acht Mitgliedern und wird auf Antrag u.a. einer Tarifpartei aus der Pflegbranche einberufen. Je zwei Mitglieder werden von den Gewerkschaften, den Vereinigungen der Arbeitgeber in der Pflegebranche sowie von den kirchlichen Dienstnehmern bzw. Dienstgebern vorgeschlagen. Das Bundesministerium f\u00fcr Arbeit und Soziales (<span class=\"caps\">BMAS<\/span>) benennt aufgrund dieser Vorschl\u00e4ge die acht Mitglieder der Pflegekommission.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Kl\u00e4ger, sechs verschiedene freigemeinn\u00fctzige Arbeitgeberverb\u00e4nde, hatten im Fr\u00fchjahr 2016 jeweils sowohl gesondert als auch gemeinschaftlich zwei Kandidaten f\u00fcr die Arbeitgeberseite vorgeschlagen. Nachdem mehrere Vorschl\u00e4ge weiterer Arbeitgeberverb\u00e4nde eingegangen waren, entschied sich das <span class=\"caps\">BMAS<\/span> f\u00fcr zwei Kandidaten, von denen einer von einem privaten und einer von einem kommunalen Arbeitgeberverband vorgeschlagen worden waren. Das <span class=\"caps\">BMAS<\/span> ging davon aus, dass diese Verb\u00e4nde die meisten Arbeitsverh\u00e4ltnisse in der Pflegebranche repr\u00e4sentierten. Die Kl\u00e4ger sahen dies als fehlerhaft an, da ihr gemeinsamer Vorschlag zusammengenommen insgesamt mehr Arbeitsverh\u00e4ltnisse repr\u00e4sentiere.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die 4. Kammer des Verwaltungsgerichts gab den Kl\u00e4gern Recht. Die Klage sei zul\u00e4ssig. Die Kl\u00e4ger h\u00e4tten nach Aufl\u00f6sung der Kommission ein Interesse an der Feststellung, dass die Auswahlentscheidung rechtswidrig gewesen sei. Es k\u00f6nne nicht ausgeschlossen werden, dass die ger\u00fcgte Auswahlpraxis bei der Besetzung der Vierten Pflegekommission, mit deren Einberufung bis 2020 zu rechnen sei, wiederholt werde. In der Sache habe die Beklagte bei der Auswahlentscheidung zwar richtigerweise den Grundsatz der Repr\u00e4sentativit\u00e4t zugrunde gelegt. Dieser sei aber fehlerhaft zur Anwendung gekommen. Ma\u00dfgeblich sei n\u00e4mlich auf die Repr\u00e4sentativit\u00e4t der Vorschl\u00e4ge abzustellen. Deshalb sei solchen Kandidaten der Vorrang einzur\u00e4umen, die nach den konkreten Vorschl\u00e4gen die meisten Arbeitsverh\u00e4ltnisse widerspiegelten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gegen das Urteil kann die Zulassung der Berufung beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg beantragt werden.<\/p>\n<p>Quelle: Verwaltungsericht Berlin, <a href=\"http:\/\/www.berlin.de\/gerichte\/verwaltungsgericht\/presse\/pressemitteilungen\/2018\/pressemitteilung.713117.php\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pressemitteilung vom 18.06.2018<\/a>, Urteil der 4. Kammer vom 15. Mai 2018 (VG 4 K 223.16)<\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die 2016 ins Leben gerufene Dritte Pflegekommission war nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Berlin nicht ordnungsgem\u00e4\u00df besetzt. 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