{"id":23752,"date":"2018-04-25T13:59:46","date_gmt":"2018-04-25T11:59:46","guid":{"rendered":"http:\/\/iuzb.de\/?p=23752"},"modified":"2022-07-25T19:43:41","modified_gmt":"2022-07-25T17:43:41","slug":"bdk-kritik-des-bundesrechnungshofs-partiell-nachvollziehbar-weitgehend-jedoch-unverstaendlich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iuzb.de\/?p=23752","title":{"rendered":"BDK: Kritik des Bundesrechnungshofs: Partiell nachvollziehbar, weitgehend jedoch unverst\u00e4ndlich"},"content":{"rendered":"<p><strong><span style=\"font-size: 14pt;\">Kritik des Bundesrechnungshofs:<\/span><\/strong> <strong><span style=\"font-size: 14pt;\">Partiell nachvollziehbar, weitgehend jedoch unverst\u00e4ndlich<\/span><\/strong><br \/>\n<em>Stellungnahme des Berufsverbandes zur Kritik des Bundesrechnungshofs an kieferorthop\u00e4dischen Behandlungen<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Bundesrechnungshof\/BRH kritisiert in seiner aktuellen Ver\u00f6ffentlichung die \u201efehlende Versorgungsforschung und eine darauf beruhende Bewertung des medizinischen Nutzens kieferorthop\u00e4discher Behandlungen\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Dr. Hans-J\u00fcrgen K\u00f6ning, 1. Bundesvorsitzender des Berufsverbands der Deutschen Kieferorthop\u00e4den\/BDK<\/strong>: \u201eWir sind schon sehr \u00fcberrascht davon, mit welcher Leichtigkeit der Bundesrechnungshof einem seit langem etablierten Fachgebiet der Zahnheilkunde die Existenzberechtigung abspricht. Die ge\u00e4u\u00dferte Kritik des Bundesrechnungshofes kann der BDK nur sehr partiell nachvollziehen, weite Teile sehen wir jedoch kritisch.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Grunde nachvollziehbar ist f\u00fcr den BDK der Aspekt, im Bereich der Kieferorthop\u00e4die existiere zu wenig <strong>Versorgungsforschung<\/strong>. Aber: \u201eDer medizinische Nutzen kieferorthop\u00e4discher Behandlungen steht nach unserer Auffassung keinesfalls in Frage.\u201c Sehr wohl existieren ausreichend Studien, die diesen wissenschaftlich belegen. Der BDK wei\u00df, dass die DGKFO derzeit mit der Bewertung dieser Untersuchungen hinsichtlich des Evidenzniveaus befasst ist. Rein zahnmedizinisch bleibt es aber bei der Feststellung, dass Zahn- und Kieferfehlstellungen Krankheiten darstellen, die der <strong>zahn\u00e4rztlichen Behandlung<\/strong> bed\u00fcrfen. In der gesetzlichen Krankenversicherung gilt dies ebenso wie f\u00fcr privatversicherte und beihilfeberechtigte Patienten. F\u00fcr gesetzlich Versicherte ist der Leistungsanspruch bereits eingeschr\u00e4nkt, da nur Zahn- bzw. Kieferfehlstellungen ab einem bestimmten Schweregrad auf Kosten der Kassen behandelt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nicht nachvollziehbar ist f\u00fcr den BDK hingegen die Kritik, dass \u201edas Bundesgesundheitsministerium\/BMG und die Krankenkassen kaum Einblick hatten, mit welchen <strong>kieferorthop\u00e4dischen Leistungen<\/strong> Patientinnen und Patienten konkret versorgt wurden.\u201c Die Krankenkassen genehmigen jede kieferorthop\u00e4dische Behandlung auf der Grundlage eines Behandlungsplans, in dem Diagnose, Art und Umfang der Behandlung usw. aufgef\u00fchrt sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ebenfalls nicht nachzuvollziehen ist f\u00fcr den BDK die Aussage, die Ausgaben der GKV pro Behandlungsfall (<strong>Fallkosten<\/strong>) h\u00e4tten sich zwischen 2008 und 2016 ungef\u00e4hr verdoppelt. Der Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung, der sich im BEMA* findet, ist seit 2008 unver\u00e4ndert geblieben. Eine Steigerung kann also nur durch die allgemeine Preisanpassung im Rahmen der Punktwerterh\u00f6hung erkl\u00e4rt werden. Diese liegen jedoch nur zwischen 17% und 23%.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die \u00dcberlegung des BRH, dass bestimmte Selbstzahlerleistungen m\u00f6glicherweise in den <strong>Leistungskatalog<\/strong> der Gesetzlichen Krankenkassen geh\u00f6rten, haben BDK, DGKFO und KZBV bereits im Jahr 2016 bei Abschluss einer Vereinbarung er\u00f6rtert. Die DGKFO hat dabei klargestellt, dass der BEMA nach wie vor standardgerecht sei und eine ausreichende, wirtschaftliche und notwendige Versorgung der Versicherten gew\u00e4hrleiste. Dar\u00fcber hinausgehende Leistungen seien oftmals w\u00fcnschenswert, k\u00f6nnten aber nicht zulasten der Solidargemeinschaft erbracht werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kritisch \u2013 und unter datenschutzrechtlichen Gesichtspunkten hoch problematisch \u2013 bewertet der BDK auch die Forderung des BRH nach <strong>vollst\u00e4ndiger Transparenz von Zusatzleistungen<\/strong>: Es muss gew\u00e4hrleistet bleiben, dass Entscheidungen des Patienten \u00fcber individuelle Gesundheitsleistungen (IGEL- oder Zusatzleistungen) ausschlie\u00dflich zwischen ihm und seinem behandelnden Arzt vereinbart werden. Daten hier\u00fcber d\u00fcrfen das Behandlungsverh\u00e4ltnis nicht verlassen.<\/p>\n<p>Quelle: Berufsverband der Deutschen Kieferorthop\u00e4den e.V. (BDK), <a href=\"http:\/\/bdk-online.org\/cmx\/ordner\/user\/downloads\/PM_BDK_Stellungnahme_Kritik_Bundesrechnungshof.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pressemitteilung vom 24.04.2018<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">*) BEMA: Der Einheitliche Bewertungsma\u00dfstab f\u00fcr zahn\u00e4rztliche Leistungen (BEMA) dient als Basis f\u00fcr die Abrechnung von Behandlungen in Zahnarztpraxen mit der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV)<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kritik des Bundesrechnungshofs: Partiell nachvollziehbar, weitgehend jedoch unverst\u00e4ndlich Stellungnahme des Berufsverbandes zur Kritik des Bundesrechnungshofs an kieferorthop\u00e4dischen Behandlungen Der Bundesrechnungshof\/BRH kritisiert in seiner aktuellen Ver\u00f6ffentlichung die \u201efehlende Versorgungsforschung und eine [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":13,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"iawp_total_views":4,"footnotes":""},"categories":[188],"tags":[],"class_list":["post-23752","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-medizin"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23752","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/13"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=23752"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23752\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":23761,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23752\/revisions\/23761"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=23752"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=23752"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=23752"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}