{"id":21012,"date":"2017-06-06T16:35:10","date_gmt":"2017-06-06T14:35:10","guid":{"rendered":"http:\/\/iuzb.de\/?p=21012"},"modified":"2017-06-06T16:42:39","modified_gmt":"2017-06-06T14:42:39","slug":"amalgam-gesundheitlich-unbedenklich-bundesrat-verabschiedet-minamata-uebereinkommen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iuzb.de\/?p=21012","title":{"rendered":"Amalgam gesundheitlich unbedenklich &#8211; Bundesrat verabschiedet Minamata-\u00dcbereinkommen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Amalgam ist in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) f\u00fcr Kariesdefekte im Seitenzahnbereich in der Regel das F\u00fcllungsmaterial der Wahl. Darauf weist die Kassenzahn\u00e4rztliche Bundesvereinigung (KZBV) anl\u00e4sslich der heutigen Verabschiedung des Gesetzes zum \u00dcbereinkommen von Minamata durch den Bundesrat hin. Das \u00dcbereinkommen soll Gesundheit und Umwelt vor Emissionen und Freisetzungen von Quecksilber und Quecksilberverbindungen sch\u00fctzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dr. Wolfgang E\u00dfer, Vorsitzender des Vorstandes der KZBV: \u201eAmalgam ist der \u00e4lteste, besterforschte zahn\u00e4rztliche Werkstoff und wird in den allermeisten F\u00e4llen problemlos vertragen. Die Aufnahme von Quecksilber entspricht in etwa der Gr\u00f6\u00dfenordnung der Quecksilberbelastung durch Nahrung und ist \u2013 auch nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen \u2013 unbedenklich.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">90 L\u00e4nder, darunter Deutschland, hatten im Jahr 2013 in Japan Ma\u00dfnahmen vereinbart, die vom Quecksilberabbau \u00fcber die Verarbeitung in Produkten bis zur Freisetzung und Behandlung von Altlasten Gefahren f\u00fcr Mensch und Umwelt reduzieren sollen. Zu den Produkten geh\u00f6rt auch Dentalamalgam. Die entsprechenden Regelungen wurden jetzt in nationales Recht \u00fcberf\u00fchrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der propagierte langsame Ausstieg aus der Verwendung von Amalgam hat allerdings vornehmlich \u00f6kologische und nicht gesundheitliche Gr\u00fcnde. \u201eDass seine Anwendung f\u00fcr Kinder und Schwangere sowie bei bestimmten Erkrankungen eingeschr\u00e4nkt wurde, dient \u2013 \u00e4hnlich wie bei einigen Arzneimitteln \u2013 dem vorbeugenden Gesundheitsschutz\u201c, betonte E\u00dfer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Parlament der Europ\u00e4ischen Union hatte k\u00fcrzlich die neue EU-Quecksilberverordnung angenommen, die ab Januar 2018 in den Mitgliedstaaten gilt. Die Verordnung sieht zum Beispiel vor, dass Amalgam aus Gr\u00fcnden der Versorgungssicherheit als F\u00fcllungsmaterial in der EU beibehalten bleibt. Die EU-Kommission wird bis Ende Juni 2020 eine Machbarkeitsstudie zur Frage vorlegen, ob die Verwendung von Dentalamalgam auf lange Sicht \u2013 vorzugsweise bis 2030 \u2013 auslaufen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>R\u00fcckl\u00e4ufiger Trend bei Zahnamalgam<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach Zahlen der KZBV ist der Trend bei der Verwendung von Amalgam, einer weichen, leicht formbaren Mischung aus verschiedenen metallischen Verbindungen, tendenziell r\u00fcckl\u00e4ufig. Die Zahl neu gelegter Amalgamf\u00fcllungen nimmt seit Jahren ab. Diese entsprechen h\u00e4ufig nicht mehr den W\u00fcnschen der Patienten, was unter anderem mit gestiegenen \u00e4sthetischen Anspr\u00fcchen und dem Wunsch nach m\u00f6glichst zahnfarbener Versorgung zusammenh\u00e4ngt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Zahl der im Jahr 2015 neu abgerechneten F\u00fcllungen zu Lasten der GKV betrug \u2013 unabh\u00e4ngig vom Material \u2013 51,6 Millionen. Etwa 30 Prozent des Gesamtbestandes aller vorhandenen F\u00fcllungen sind \u2013 vorsichtigen Sch\u00e4tzungen zufolge \u2013 noch aus Amalgam.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">M\u00f6chte ein Zahnarzt in seiner Praxis kein Amalgam mehr verwenden, muss er Patienten eine Alternative anbieten, die nicht teurer ist, als eine Amalgamf\u00fcllung \u2013 im Seitenzahnbereich also zuzahlungsfrei. Tut der Behandler das nicht, verst\u00f6\u00dft er gegen vertragszahn\u00e4rztliche Pflichten, zu denen sich die KZBV uneingeschr\u00e4nkt bekennt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Hintergrund \u2013 Das \u00fcbernimmt die Kasse bei F\u00fcllungen<\/strong><br \/>\nLeistungen der GKV m\u00fcssen nach dem Gesetz ausreichend, zweckm\u00e4\u00dfig und wirtschaftlich sein. Im sichtbaren Frontzahnbereich \u00fcbernehmen Kassen die Kosten f\u00fcr zahnfarbene Kompositf\u00fcllungen (Einschichttechnik). Zu den Frontz\u00e4hnen z\u00e4hlen die Schneide- und Eckz\u00e4hne des Ober- und Unterkiefers. Im Seitenzahnbereich werden die Kosten f\u00fcr Amalgamf\u00fcllungen \u00fcbernommen. F\u00fcr Patienten, die aus medizinischen Gr\u00fcnden kein Amalgam erhalten k\u00f6nnen (absolute Kontraindikation), werden bei Seitenz\u00e4hnen Kompositf\u00fcllungen gezahlt. Ein solcher Fall liegt vor, wenn ein Patient eine durch einen speziellen Test nachgewiesene Allergie auf Amalgam oder dessen Bestandteile aufweist oder unter schwerer Niereninsuffizienz leidet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vertragszahn\u00e4rzte m\u00fcssen \u00fcber GKV-Leistungen neutral und umfassend aufkl\u00e4ren. W\u00e4hlen GKV-Versicherte eine aufwendigere Versorgung, als gesetzlich vorgesehen, schlie\u00dfen Zahnarzt und Patient eine Mehrkostenvereinbarung. Darin erkl\u00e4rt sich der Patient bereit, den anfallenden Mehraufwand selbst zu zahlen. Der Zahnarzt rechnet mit der Kasse die Kosten ab, die bei einer Amalgamf\u00fcllung angefallen w\u00e4ren. Der Patient erh\u00e4lt eine Rechnung \u00fcber zus\u00e4tzliche Kosten. Den Austausch intakter F\u00fcllungen \u00fcbernimmt die GKV grunds\u00e4tzlich nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weitere Informationen zu <a href=\"http:\/\/www.kzbv.de\/welche-zahnfullungen-gibt-es.189.de.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Zahnf\u00fcllungen<\/a> finden sich auf der Webseite der KZBV.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: KZBV, Pressemitteilung vom 02.06.2016<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Weiterf\u00fchrend:<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">958. Sitzung des Bundesrates vom 02.06.2017<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.bundesrat.de\/SharedDocs\/TO\/958\/tagesordnung-958.html?cms_topNr=19#top-19\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">TOP 19<\/a> &#8211; Gesetz zu dem \u00dcbereinkommen von Minamata vom 10. Oktober 2013 \u00fcber Quecksilber (Minamata-\u00dcbereinkommen)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Minamata-Krankheit\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Minamata-Krankheit<\/a>)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Amalgam ist in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) f\u00fcr Kariesdefekte im Seitenzahnbereich in der Regel das F\u00fcllungsmaterial der Wahl. 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