{"id":20605,"date":"2017-04-28T09:42:02","date_gmt":"2017-04-28T07:42:02","guid":{"rendered":"http:\/\/iuzb.de\/?p=20605"},"modified":"2021-06-30T11:47:09","modified_gmt":"2021-06-30T09:47:09","slug":"barmer-zahnreport-2017-parodontitis-therapie-erfolgt-oftmals-zu-spaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iuzb.de\/?p=20605","title":{"rendered":"Barmer Zahnreport 2017: Parodontitis-Therapie erfolgt oftmals zu sp\u00e4t"},"content":{"rendered":"<div>\n<p class=\"align--left\" style=\"text-align: justify;\">Die Parodontitis-Therapie verfehlt offenbar h\u00e4ufig ihr Ziel, Z\u00e4hne zu erhalten. Dies geht aus dem heute in Berlin vorgestellten <a href=\"https:\/\/www.barmer.de\/blob\/105420\/367ca3131074f4f956ac6b028ce83abe\/data\/dl-barmer-zahnreport-2017.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><span class=\"upCase\"><span class=\"nowrap\">Barmer<\/span><\/span> Zahnreport 2017<\/a> hervor. Nach der Parodontitis-Therapie gehen demnach bei etwa einem Drittel der Erkrankten und damit bei bundesweit 440.000 Personen innerhalb von vier Jahren Z\u00e4hne verloren. \u201eDie Parodontitis-Therapie scheint f\u00fcr viele Patienten sp\u00e4t oder zu sp\u00e4t zu kommen. Dabei ist sie eigentlich hilfreich. Wir k\u00f6nnen den Betroffenen daher nur dringend raten, fr\u00fchzeitig zum Zahnarzt zu gehen und dessen Therapie-Empfehlungen auch konsequent umzusetzen\u201c, sagt der Vorstandsvorsitzende der <span class=\"upCase\"><span class=\"nowrap\">Barmer<\/span><\/span>, Prof. Dr. Christoph Straub. Wer nicht j\u00e4hrlich zur Kontrolluntersuchung gehe, verdopple sein Risiko, im zeitlichen Umfeld der Parodontitis-Therapie Z\u00e4hne zu verlieren. Wichtig sei eine regelm\u00e4\u00dfige Nachsorge, da der am Zahnhalteapparat Erkrankte auch nach der Behandlung ein \u201eRisikopatient\u201c bleibe. Schlie\u00dflich handelt es sich bei der Parodontitis um eine chronische Erkrankung.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<h5>Parodontitis-Untersuchung bei jedem zweiten Erwachsenen<\/h5>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"align--left\">Wie aus der F\u00fcnften Deutschen Mundgesundheitsstudie hervorgeht, ist hierzulande mehr als die H\u00e4lfte der Erwachsenen mittleren Alters, das sind mindestens f\u00fcnf Millionen Frauen und M\u00e4nner, von Parodontitis betroffen, vielfach ohne es zu wissen. Unter den Senioren leiden sogar nahezu zwei Drittel darunter, was ebenfalls mehr als f\u00fcnf Millionen Personen entspricht.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"align--left\">Laut <span class=\"upCase\"><span class=\"nowrap\">Barmer<\/span><\/span> Zahnreport lassen etwa 50 Prozent der erwachsenen Versicherten, also 34 Millionen Personen, in einem Zeitraum von zwei Jahren eine Parodontitis-Untersuchung vornehmen. Nur weniger als zwei Prozent der Versicherten, und zwar 1,2 Millionen Frauen und M\u00e4nner, haben im Jahr 2015 eine Therapie durchlaufen. \u201eAuch wenn nat\u00fcrlich nicht jeder Betroffene jedes Jahr eine Therapie ben\u00f6tigt, gibt es doch eine deutliche Diskrepanz zwischen den an Parodontitis-Erkrankten und den Behandelten. Dies ist umso bedenklicher, da der Therapieerfolg immer unsicherer wird, je weiter die Erkrankung vorangeschritten ist\u201c, sagt Studienautor Prof. Dr. Michael Walter, Direktor der Dresdener Poliklinik f\u00fcr Zahn\u00e4rztliche Prothetik am Universit\u00e4tsklinikum Carl Gustav Carus.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<h5><a href=\"https:\/\/www.barmer.de\/blob\/105448\/e3019cb76c7c142cc1528099e6be5610\/data\/dl-2zahnhalteapparat.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright \" src=\"https:\/\/www.barmer.de\/blob\/105448\/e3019cb76c7c142cc1528099e6be5610\/data\/dl-2zahnhalteapparat.jpg\" width=\"74\" height=\"106\" \/><\/a>Parodontitis-Therapie regional unterschiedlich<\/h5>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"align--left\">Laut Zahnreport gibt es deutliche regionale Unterschiede im Umgang mit Zahnbetterkrankungen. W\u00e4hrend im Saarland nur 0,9 Prozent der Versicherten eine Therapie erhielten, waren es in Nordrhein-Westfalen mehr als doppelt so viele, n\u00e4mlich 2,1 Prozent. \u201eWir beobachten diesen Unterschied schon seit mehreren Jahren. Die Ursachen daf\u00fcr k\u00f6nnen wir mit den Reportdaten allerdings nicht aufkl\u00e4ren\u201c, sagt Walter.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<h5><a href=\"https:\/\/www.barmer.de\/blob\/105452\/418fdeb41c4f0dbbf22b29c0dc119107\/data\/dl-4diabetes.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"https:\/\/www.barmer.de\/blob\/105452\/418fdeb41c4f0dbbf22b29c0dc119107\/data\/dl-4diabetes.jpg\" width=\"130\" height=\"91\" \/><\/a>Zahnverlustrisiko bei Diabetes-Patienten erh\u00f6ht<\/h5>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"align--left\">Besonders wichtig sind Fr\u00fcherkennungs- und Nachsorgeuntersuchungen zu Parodontitis bei Zuckerkranken. \u201eZahnentfernungen nach einer Parodontitis-Therapie erfolgen bei Diabetikern deutlich h\u00e4ufiger. Bei jungen Diabetikern ist das Risiko mehr als doppelt so hoch wie bei gleichaltrigen Nicht-Diabetikern. Die Therapie schl\u00e4gt also schlechter an\u201c, sagt <span class=\"upCase\"><span class=\"nowrap\">Barmer<\/span><\/span> Vorstandschef Straub. Als Konsequenz daraus solle die regelm\u00e4\u00dfige Kontrolle auf Parodontitis zum Bestandteil der bereits bestehenden strukturierten Behandlungsprogramme f\u00fcr Diabetiker werden.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<h5><a href=\"https:\/\/www.barmer.de\/blob\/105446\/18a420beab4434b30584fb6092b1ce3e\/data\/dl-1parodontitis.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright \" src=\"https:\/\/www.barmer.de\/blob\/105446\/18a420beab4434b30584fb6092b1ce3e\/data\/dl-1parodontitis.jpg\" width=\"129\" height=\"89\" \/><\/a>Gute Mundhygiene ist wichtig<\/h5>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"align--left\">Doch nicht nur Diabetiker, sondern alle B\u00fcrger t\u00e4ten gut daran, wenn sie von vorn herein einen einfachen Vorsatz tats\u00e4chlich lebten. Straub: \u201eVorsorge ist das A und O einer guten Zahngesundheit, schlie\u00dflich ist Parodontitis in der Regel die Folge eines Zahnhygieneproblems.\u201c Die Erkrankung k\u00f6nne h\u00e4ufig vermieden werden und zwar auf sehr einfache Weise. Die Formel laute, verk\u00fcrzt gesagt, \u201eKeine Zahnbel\u00e4ge, keine Parodontitis\u201c. Konsequentes Z\u00e4hneputzen und regelm\u00e4\u00dfige Inanspruchnahme von Kontrolluntersuchungen seien die Voraussetzungen f\u00fcr gesunde Z\u00e4hne.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<h5>Krankenkassen bezahlen Vorsorgeleistungen<\/h5>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"align--left\" style=\"text-align: justify;\">Nicht umsonst bezahlten Krankenkassen jedes halbe Jahr eine allgemeine Kontrolluntersuchung beim Zahnarzt, einmal im Jahr die Entfernung des Zahnsteines und alle zwei Jahre eine Parodontitis-Untersuchung, der sogenannte Parodontale Screening Index (PSI). Die j\u00e4hrliche Untersuchung ist gut geeignet, eine heraufziehende Parodontitis zu erkennen und bietet damit die Chance, fr\u00fchzeitig weitergehende Behandlungen einzuleiten. \u201eWir appellieren ausdr\u00fccklich an alle B\u00fcrger, die Zahngesundheit nicht zu vernachl\u00e4ssigen und schon bei den ersten Warnsignalen wie Zahnfleischbluten sowie geschwollenem und ger\u00f6tetem Zahnfleisch zum Zahnarzt zu gehen. Eine Zahnfleischentz\u00fcndung oder eine beginnende Parodontitis sind noch leicht und schmerzarm zu behandeln\u201c, so Walter. Komplizierter werde es, wenn die Erkrankung schon weit fortgeschritten ist. Im schlimmsten Fall komme jede Therapie zu sp\u00e4t, und ein Zahnverlust lasse sich nicht mehr verhindern.<\/p>\n<p class=\"align--left\" style=\"text-align: justify;\">Quelle: BARMER-Zahnreport 2017, <a href=\"https:\/\/www.barmer.de\/presse\/infothek\/studien-und-reports\/zahnreport\/barmer-zahnreport-2017-105414\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Pressemitteilung<\/a> vom 27.04.2017<\/p>\n<ul>\n<li class=\"align--left\" style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.barmer.de\/blob\/105420\/367ca3131074f4f956ac6b028ce83abe\/data\/dl-barmer-zahnreport-2017.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">BARMER Zahnreport 2017<\/a><\/li>\n<li class=\"align--left\" style=\"text-align: justify;\"><a title=\"Infografiken zum Herunterladen\" href=\"https:\/\/www.barmer.de\/presse\/infothek\/studien-und-reports\/zahnreport\/infografiken-zahnreport-2017-105436\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" data-actiontracking-id=\"\/_verwandte-themen\/spalte\/Grafiken_zum_Barmer_Zahnreport_2017\">Grafiken zum <span class=\"upCase\"><span class=\"nowrap\">Barmer<\/span><\/span> Zahnreport 2017<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Weiterf\u00fchrend:<\/p>\n<ul>\n<li>Bundeszahn\u00e4rztekammer, 27.04.2017:<a href=\"https:\/\/www.bzaek.de\/fuer-medien\/presseinformationen\/presseinformation\/bzaek\/2017\/04\/27\/weniger-parodontalerkrankungen-in-deutschland-trotzdem-staerkere-praevention-notwendig.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"> Weniger Parodontalerkrankungen in Deutschland \u2013 trotzdem st\u00e4rkere Pr\u00e4vention notwendig<\/a><\/li>\n<li>KZBV, 27.04.2017: <a href=\"http:\/\/www.kzbv.de\/pressemitteilung-vom-27-4-2017.1140.de.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Forderung an Kassen und Politik zum Zahnreport 2017 &#8211; Versorgungsverbesserungen bei Parodontitis mittragen<\/a><\/li>\n<li>Spiegel, 27.04.2017: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/gesundheit\/diagnose\/parodontitis-zahnbettentzuendungen-bleiben-oft-unbehandelt-a-1145106.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Krankenkassen-Report: Entz\u00fcndungen im Zahnbett bleiben oft unbehandelt<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Parodontitis-Therapie verfehlt offenbar h\u00e4ufig ihr Ziel, Z\u00e4hne zu erhalten. 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