{"id":14997,"date":"2015-08-06T11:32:59","date_gmt":"2015-08-06T10:32:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.iuzb.org\/wordpress\/?p=12520"},"modified":"2016-11-09T10:12:57","modified_gmt":"2016-11-09T09:12:57","slug":"bag-spaetehenklausel-in-der-hinterbliebenenversorgung-wegen-verstoss-gegen-das-agg-unwirksam","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iuzb.de\/?p=14997","title":{"rendered":"BAG: &#8222;Sp\u00e4tehenklausel&#8220; in der Hinterbliebenenversorgung wegen Versto\u00df gegen das AGG unwirksam"},"content":{"rendered":"<p><b>Hinterbliebenenversorgung &#8211; Sp\u00e4tehenklausel &#8211; Diskriminierung wegen des Alters <\/b><\/p>\n<div align=\"justify\">Die Parteien streiten dar\u00fcber, ob die Beklagte verpflichtet ist, an die Kl\u00e4gerin eine Hinterbliebenenversorgung zu zahlen.<\/div>\n<div align=\"justify\"><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/div>\n<div align=\"justify\">Die Kl\u00e4gerin ist die Witwe eines im April 1947 geborenen und im Dezember 2010 verstorbenen ehemaligen Mitarbeiters der Beklagten. Diesem waren Leistungen der betrieblichen Altersversorgung einschlie\u00dflich einer Witwenversorgung zugesagt worden. Die ma\u00dfgebliche Pensionsregelung enth\u00e4lt eine \u201eSp\u00e4tehenklausel\u201c, nach der zus\u00e4tzliche Voraussetzung f\u00fcr die Zahlung der Witwen-\/Witwerrente ist, dass der versorgungsberechtigte Mitarbeiter die Ehe vor der Vollendung seines 60.\u00a0Lebensjahres geschlossen hat. Diese Voraussetzung erf\u00fcllte der verstorbene Ehemann der Kl\u00e4gerin nicht; die Ehe war erst am 8.\u00a0August 2008 geschlossen worden. Die Beklagte weigerte sich aus diesem Grund, an die Kl\u00e4gerin eine Witwenrente zu zahlen.<\/div>\n<div align=\"justify\"><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/div>\n<div align=\"justify\">Die Vorinstanzen haben die Klage abgewiesen. Die Revision der Kl\u00e4gerin hatte vor dem Dritten Senat des Bundesarbeitsgerichts Erfolg.<\/div>\n<div align=\"justify\"><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/div>\n<div align=\"justify\">Die \u201eSp\u00e4tehenklausel\u201c ist gem\u00e4\u00df <a href=\"http:\/\/dejure.org\/gesetze\/AGG\/7.html\" target=\"_blank\">\u00a7 7<\/a> Abs.\u00a02 AGG unwirksam. Der verstorbene Ehemann der Kl\u00e4gerin wurde durch die \u201eSp\u00e4tehenklausel\u201c unmittelbar wegen des Alters benachteiligt. Die Benachteiligung kann weder in direkter noch in entsprechender Anwendung von <a href=\"http:\/\/dejure.org\/gesetze\/AGG\/10.html\" target=\"_blank\">\u00a7 10<\/a> Satz\u00a03 Nr.\u00a04 AGG gerechtfertigt werden. Diese Bestimmung l\u00e4sst bei den betrieblichen Systemen der sozialen Sicherheit Unterscheidungen nach dem Alter unter erleichterten Voraussetzungen zu. Sie erfasst, soweit es um Altersgrenzen als Voraussetzung f\u00fcr den Bezug von Leistungen der betrieblichen Altersversorgung geht, nur die Alters- und Invalidit\u00e4tsversorgung und nicht die Hinterbliebenenversorgung und damit auch nicht die Witwen-\/Witwerversorgung.<\/div>\n<div align=\"justify\"><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/div>\n<div align=\"justify\">Die Voraussetzungen f\u00fcr eine Rechtfertigung der unmittelbaren Benachteiligung wegen des Alters nach \u00a7\u00a010 S\u00e4tze\u00a01 und 2 AGG liegen nicht vor. Die \u201eSp\u00e4tehenklausel\u201c f\u00fchrt zu einer \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Beeintr\u00e4chtigung der legitimen Interessen der versorgungsberechtigten Arbeitnehmer.<\/div>\n<div align=\"justify\"><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/div>\n<div align=\"justify\">Quelle: Bundesarbeitsgericht, Pressemitteilung Nr. <a href=\"http:\/\/juris.bundesarbeitsgericht.de\/cgi-bin\/rechtsprechung\/document.py?Gericht=bag&amp;Art=pm&amp;pm_nummer=0040\/15\" target=\"_blank\">40\/15<\/a><br \/>\nUrteil vom 4. August 2015 &#8211; 3 AZR 137\/13 &#8211;<\/div>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hinterbliebenenversorgung &#8211; Sp\u00e4tehenklausel &#8211; Diskriminierung wegen des Alters Die Parteien streiten dar\u00fcber, ob die Beklagte verpflichtet ist, an die Kl\u00e4gerin eine Hinterbliebenenversorgung zu zahlen. . 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