{"id":14210,"date":"2012-03-16T20:31:30","date_gmt":"2012-03-16T19:31:30","guid":{"rendered":"http:\/\/iuzb.de\/?p=14210"},"modified":"2016-11-07T21:10:03","modified_gmt":"2016-11-07T20:10:03","slug":"landessozialgericht-berlin-brandenburg-erklaert-zinsumlage-fuer-die-honorareinbehalte-1997-bis-1999-der-kvz-berlin-fuer-rechtswidrig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iuzb.de\/?p=14210","title":{"rendered":"Landessozialgericht Berlin-Brandenburg erkl\u00e4rt Zinsumlage f\u00fcr die Honorareinbehalte 1997 bis 1999 der KVZ Berlin f\u00fcr rechtswidrig"},"content":{"rendered":"<p>In den Jahren 2001 und 2002 hatte die Interessengemeinschaft Zahn\u00e4rzte Berlins (IZB) im Wege des einstweiligen Rechtsschutzes erreicht, dass die Honorareinbehalte der Jahre 1997 bis 1999 an die von uns \u00a0vertretenen Zahn\u00e4rzte zur\u00fcckgezahlt werden mussten. Laut Auskunft der KZV Berlin belief sich deren Gesamtbelastung auf rund 19 Mio. \u20ac. Dieses Geld stand der KZV nicht zur Verf\u00fcgung. Sie musste es finanzieren. Im Anschluss daran fasste die Vertreterversammlung einen Beschluss, die durch die Fremdfinanzierung entstehenden Zinsen ausschlie\u00dflich den Vertragszahn\u00e4rzten zu belasten, die R\u00fcckzahlungen erhalten hatten. In der Folgezeit wurden\u00a0diese Zinskosten unter der Schl\u00fcsselnummer 280 in den Quartalshonorarbescheiden belastet. Die KZV Berlin bezeichnete diese Zinsumlage als zus\u00e4tzliche Mitgliedsbeitr\u00e4ge, die die widerspruchsf\u00fchrenden Zahn\u00e4rzte f\u00fcr den \u201ebesonderen Vorteil\u201c der R\u00fcckzahlung der einbehaltenen Honorare auf Grund der rechtskr\u00e4ftigen Entscheidung des Landessozialgerichts Berlin-Brandenburg im einstweiligen Rechtsschutzverfahren erhalten h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Nachdem das Bundessozialgericht im Dezember 2005 bedauerlicherweise in dritter Instanz dann die Honorareinbehalte in der KZV Berlin doch f\u00fcr rechtm\u00e4\u00dfig erkl\u00e4rte, sind auch von den widerspruchsf\u00fchrenden Zahn\u00e4rzten alle insoweit erhaltenen Honorare zur\u00fcckgezahlt worden, so dass die KZV Berlin den aufgenommenen Kredit zur\u00fcckf\u00fchren konnte. Damit endete auch die Zinsumlage.<\/p>\n<p>In zwei Musterverfahren, in denen die Musterkl\u00e4ger im \u00a0Auftrag der IZB durch RA Joachim Poetsch aus der Kanzlei ksb Rechtsanw\u00e4lte, 20355Hamburg, Kaiser-Wilhelm-Strasse 35 vertreten wurden, sind die Zinsbelastungen zun\u00e4chst im Widerspruchsverfahren, sp\u00e4ter im\u00a0 Kageverfahren beim Sozialgericht Berlin angegriffen. Bedauerlicherweise wies das Sozialgericht Berlin mit Urteil vom 10. Juni 2009 unsere Klage ab.<\/p>\n<p>Nunmehr hat das Landessozialgericht Berlin-Brandenburg in der Berufungsinstanz unsere Rechtsauffassung best\u00e4tigt, dass die Umlage der Finanzierungskosten durch die KZV Berlin auf die widerspruchsf\u00fchrenden Zahn\u00e4rzte rechtswidrig gewesen ist. Hierbei ist in der m\u00fcndlichen Verhandlung der Senat allen von RA Poetsch vorgetragenen Argumenten gefolgt und hat klargestellt, dass die Zinsbelastungen der KZV ohne Rechtsgrundlage auf die widerspruchsf\u00fchrenden Zahn\u00e4rzte umgelegt worden sind. Insbesondere sei die Erf\u00fcllung einer rechtskr\u00e4ftigen Entscheidung eines Gerichts kein \u201eVorteil\u201c f\u00fcr den betreffenden Vertragszahnarzt, f\u00fcr den er eine Geb\u00fchr entrichten m\u00fcsste.<\/p>\n<p>In der m\u00fcndlichen Verhandlung versuchte die KZV den Senat noch umzustimmen, was ihr indes nicht gelang. Hilfsweise beantragte sie die Zulassung der Revision, um ihre Rechtsauffassung noch einmal beim Bundessozialgericht vortragen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Auf die m\u00fcndliche Verhandlung hat das Landessozialgericht indes unserer Berufung in vollem Umfang stattgegeben und die Revision ausdr\u00fccklich nicht zugelassen. Die KVZ Berlin hat noch die M\u00f6glichkeit, gegen diese Entscheidung die so genannte Nichtzulassungsbeschwerde zum Bundessozialgericht zu erheben. Wir gehen davon aus, dass dieses geschieht.<\/p>\n<p>Die KZV Berlin ist nunmehr verpflichtet, die zu Unrecht inbehaltenen Zinsen mit der n\u00e4chsten Quartalsabrechnung an alle Mitglieder der IZB wiederzur\u00fcckzuzahlen.<\/p>\n<p><strong>f\u00fcr die IZB und IUZB<\/strong><\/p>\n<p>G. Gneist<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den Jahren 2001 und 2002 hatte die Interessengemeinschaft Zahn\u00e4rzte Berlins (IZB) im Wege des einstweiligen Rechtsschutzes erreicht, dass die Honorareinbehalte der Jahre 1997 bis 1999 an die von uns [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":13,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"iawp_total_views":6,"footnotes":""},"categories":[85,68],"tags":[],"class_list":["post-14210","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hvm","category-recht"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14210","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/13"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=14210"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14210\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14471,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14210\/revisions\/14471"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=14210"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=14210"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/iuzb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=14210"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}