{"id":13487,"date":"2016-01-22T08:16:18","date_gmt":"2016-01-22T07:16:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.iuzb.org\/wordpress\/?p=13487"},"modified":"2016-11-12T20:57:15","modified_gmt":"2016-11-12T19:57:15","slug":"vernichtung-von-wichtigen-originalunterlagen-unterschriften-kann-den-nachweisbeweis-verhindern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iuzb.de\/?p=13487","title":{"rendered":"Vernichtung von wichtigen Originalunterlagen (-unterschriften) kann den Nachweisbeweis verhindern"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Im nachfolgenden Fall konnte eine Familienkasse dem Gericht ein Original-Dokument nicht zur Verf\u00fcgung stellen, da es nach dem Einscannen vernichtet wurde. Eine Mutter hat bestritten, dass die Unterschrift auf der Kopie von ihr stammte:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Finanzgericht M\u00fcnster, 14 K 1542\/15 AO, <a href=\"https:\/\/www.justiz.nrw.de\/nrwe\/fgs\/muenster\/j2015\/14_K_1542_15_AO_PKH_Beschluss_20151124.html\" target=\"_blank\">Urteil<\/a> vom 24.11.2015<\/li>\n<\/ul>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kann n\u00e4mlich eine Urkunde &#8230; nicht mehr im Original vorgelegt werden, ist bei der Abbildung einer Unterschrift im Wege einer Fotokopie oder einer Telekopie die Gefahr von Manipulationen sehr gro\u00df. Auch k\u00f6nnen derartige Manipulationen, etwa durch Einkopieren einer echten Unterschrift in ein anderes Schriftst\u00fcck, &#8211; anders als bei einem Schriftst\u00fcck mit einer Originalunterschrift &#8211; kaum festgestellt werden. Gerade wegen dieser technischen Manipulationsm\u00f6glichkeiten lehnen es &#8230; Schriftsachverst\u00e4ndige regelm\u00e4\u00dfig ab, eine ihnen nicht im Original vorgelegte Handschrift auf ihre Echtheit zu \u00fcberpr\u00fcfen (vgl. Oberlandesgericht Frankfurt, Urteil vom 24.05.2000 &#8211; 17\u00a0U\u00a0225\/98, Monatsschrift f\u00fcr Deutsches Recht 2000, 1330).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hinzu kommt, dass eine Finanzbeh\u00f6rde dann, wenn entscheidungserhebliche Originalunterlagen des Steuerpflichtigen im Bereich der Finanzverwaltung gezielt w\u00e4hrend des laufenden Verfahrens vernichtet werden, ihre Anspr\u00fcche gerade nicht mehr auf eben diese entscheidungserheblichen Originalunterlagen st\u00fctzen darf, deren Echtheit der Steuerpflichtige bestreitet (vgl. BFH-Beschluss vom 05.02.2014 &#8211; X B 138\/13, BFH\/NV\u00a02014, 720).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In diesen F\u00e4llen muss es der Rechtsstaat vielmehr aushalten k\u00f6nnen, wenn in einem Einzelfall ein m\u00f6glicherweise zugunsten der Finanzbeh\u00f6rde entstandener Anspruch nicht mehr festgesetzt werden kann, weil die Beweismittel im Bereich der Finanzverwaltung vernichtet worden sind und sich die vom Steuerpflichtigen angerufenen Gerichte daher kein eigenes Bild vom Sachverhalt mehr machen k\u00f6nnen. Der Rechtsstaat w\u00e4re hingegen in seinem Kern betroffen, wenn eine m\u00f6glicherweise nicht entstandene Steuerschuld festgesetzt und nur deshalb gerichtlich best\u00e4tigt wird, weil das Gericht wegen der unberechtigten Aktenvernichtung durch die Beh\u00f6rde zu einer eigenen und unabh\u00e4ngigen Pr\u00fcfung des Sachverhalts nicht mehr in der Lage ist (vgl. BFH in BFH\/NV\u00a02014, 720).<\/p>\n<\/blockquote>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im nachfolgenden Fall konnte eine Familienkasse dem Gericht ein Original-Dokument nicht zur Verf\u00fcgung stellen, da es nach dem Einscannen vernichtet wurde. 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