{"id":12987,"date":"2014-09-29T13:05:47","date_gmt":"2014-09-29T11:05:47","guid":{"rendered":"http:\/\/iuzb.de\/?p=12987"},"modified":"2016-11-25T19:55:54","modified_gmt":"2016-11-25T18:55:54","slug":"fragwuerdige-indikationsstellung-und-ineffizienz-in-der-deutschen-kieferorthopaedie-daz-iuzb-tagung-vom-20-09-2014-bot-provokativen-vortrag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iuzb.de\/?p=12987","title":{"rendered":"Bericht von der DAZ-IUZB Jahrestagung 2014"},"content":{"rendered":"<h4 style=\"text-align: justify;\">Fragw\u00fcrdige Indikationsstellung und Ineffizienz in der Deutschen Kieferorthop\u00e4die<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>DAZ-IUZB-Tagung vom 20.09.2014 bot provokativen Vortrag<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Troisdorf, den 29. September 2014 &#8211; Auf der gemeinsamen Herbsttagung des Deutschen Arbeitskreises f\u00fcr Zahnheilkunde (DAZ) und der Initiative Unabh\u00e4ngige Zahn\u00e4rzte Berlin (IUZB) wurde ein Vortrag von <a href=\"http:\/\/www.madsen.de\/\" target=\"_blank\">Dr. Henning Madsen<\/a>, Kieferorthop\u00e4de aus Ludwigshafen angeboten. Das Referat besch\u00e4ftigte sich mit den \u00fcblichen Rechtfertigungsargumenten f\u00fcr kieferorthop\u00e4dische Behandlung im Allgemeinen und der Frage nach deren effizienter Durchf\u00fchrung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im ersten Teil der Veranstaltung wurde auf der Basis einer sehr umfangreichen Literaturrecherche dargestellt, dass kieferorthop\u00e4dische Behandlungen auf Karies, Kiefergelenkerkrankungen, Atemwegserkrankungen, allgemeine orthop\u00e4dische Beschwerden und Verdauungsprobleme keine belegten Effekte haben. Allenfalls bezogen auf die Karies besteht bei Zahnengst\u00e4nden eine schwache Korrelation. Mit der Behauptung eben dieser, offensichtlich nicht zutreffenden, Pr\u00e4ventionseffekte wird in Deutschland h\u00e4ufig geworben. Auf diese Weise sollen Eltern davon \u00fcberzeugt werden, ihre Kinder kieferorthop\u00e4disch behandeln zu lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus der Sicht des Referenten ist die Verbesserung der \u00c4sthetik des Gebisses der einzige belegbare Nutzen dieser Behandlung. Allein dieser Effekt sei wegen seiner psychosozialen Bedeutung eine anzuerkennende Legitimation. Dr. Madsen forderte mehr Ehrlichkeit in diesem Sinne und eine Diskussion der Rolle der Kieferorthop\u00e4die in unserer Gesundheitsversorgung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im zweiten Teil der Veranstaltung wurde die Effizienz der Behandlung in Bezug auf Ergebnisqualit\u00e4t und Zeitsowie Kostenaufwand beleuchtet. Aus den vorgestellten Untersuchungen ergibt sich, dass in Deutschland bei gleichen oder schlechteren Ergebnissen etwa doppelt so lange behandelt wird wie in anderen entwickelten L\u00e4ndern. Der in Deutschland sehr verbreitete Einsatz von herausnehmbaren Ger\u00e4ten ist anderenorts weitgehend un\u00fcblich. Der Referent bezeichnete diese Praxis, die mit einem fr\u00fchen Behandlungsbeginn im Wechselgebiss verbunden ist, als \u00fcberholt und ineffizient. Sie belaste unn\u00f6tig die Kinder und verursache h\u00f6here Kosten. Besonders die Laborkosten f\u00fcr die herausnehmbaren Ger\u00e4te, die \u00fcblicherweise in Praxislabors hergestellt werden und in der Gesetzlichen Krankenversicherung nicht budgetiert sind, wurden hervorgehoben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Ergebnis forderte Dr. Madsen eine Abkehr von der Fr\u00fchbehandlung \u2013 mit Ausnahme von einseitigen Kreuzbissen, Progenien, schweren skelettalen St\u00f6rungen und sozial besonders belastenden Frontzahnfehlstellungen. Er sprach sich f\u00fcr eine festsitzende Behandlung nach dem Zahnwechsel aus, die dann in der Regel bei oft besseren Ergebnissen nicht l\u00e4nger als zwei Jahre dauern w\u00fcrde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beide Teile des Vortrags wurden intensiv diskutiert. Von Seiten der Kieferorthop\u00e4den im Auditorium konnten die von Dr. Madsen vorgelegten Daten nicht widerlegt werden. Die Hauptkritik an dem Referenten war das von ihm gew\u00e4hlte Forum. Ihm wurde vorgeworfen, dass er seine versorgungspolitisch brisanten Thesen nicht im Kreis der Kieferorthop\u00e4den belassen hat. Zu Gunsten der Fr\u00fchbehandlung mit herausnehmbaren Ger\u00e4ten konnte nur auf die deutsche Tradition und eine angeblich geringere Kariesgef\u00e4hrdung durch herausnehmbare Ger\u00e4te verwiesen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Deutsche Arbeitskreis f\u00fcr Zahnheilkunde appelliert an die zahn\u00e4rztlichen K\u00f6rperschaften und Verb\u00e4nde sowie die zahnmedizinische Wissenschaft, sich mit den internationalen Forschungsergebnissen zur Kieferorthop\u00e4die auseinander zu setzen und die in Deutschland g\u00e4ngigen kieferorthop\u00e4dischen Therapien hinsichtlich ihrer Notwendigkeit, Wirkungen und Nebenwirkungen kritisch zu hinterfragen.<\/p>\n<p><strong>Dr. Celina Sch\u00e4tze<\/strong><br \/>\n<a href=\"http:\/\/daz-web.de\/daz\/docs\/vorstand.htm\" target=\"_blank\">DAZ-Vorsitzende<br \/>\n<\/a>Mail celina.schaetze@web.de<br \/>\nDeutscher Arbeitskreis f\u00fcr Zahnheilkunde (DAZ)<br \/>\nKronenstr. 51, 53840 Troisdorf, Tel: 02241\/97228-76, Fax: 02241\/97228-79<br \/>\nMail: kontakt@daz-web.de, Internet: <a href=\"http:\/\/www.daz-web.de\" target=\"_blank\">www.daz-web.de<\/a><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fragw\u00fcrdige Indikationsstellung und Ineffizienz in der Deutschen Kieferorthop\u00e4die DAZ-IUZB-Tagung vom 20.09.2014 bot provokativen Vortrag Troisdorf, den 29. 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