Über Pinguine

Bitte lesen Sie den Artikel „Der Pinguin-Effekt“ in der aktuellen Internet-Ausgabe von „Berlin aktuell“ des Berliner Landesverbandes des FVDZ:

„Wie einfach haben es die Pinguine!
Wenn der Sturm von Außen droht, rückt man eng zusammen auf der gemeinsamen Scholle.
Ganz dicht. Die Starken außen und die Kleinen innen.
Gegenseitiges Schützen garantiert ein sicheres Überleben.“

Das ist wohl falsch.

Einfache Bildvergleiche sind ja immer recht schön. Allerdings, Pinguine sind nicht gleich Pinguine. Es gibt nämlich ungefähr 18 Arten. Der eigentliche Lebensraum der Pinguine sind in der Regel nicht Eisschollen, sondern das offene Meer, an das sie anatomisch hervorragend angepasst sind. Lediglich zum Brüten kehren sie an Land zurück.

Was das Zusammenrücken betrifft, so vermute ich, dass sich der Bildvergleich auf die Kaiserpinguine beziehen soll, diese stehen tatsächlich zusammen, allerdings nicht bei Stürmen, sondern generell während der Brutzeit, die – eine bemerkenswerte Ausnahme unter den Pinguinarten – bei den Kaiserpinguinen im Herbst beginnt. Die Jungen werden dann ausgerechnet während des antarktischen Winters bei Temperaturen von bis zu -40 Grad Celsius aufgezogen. Und hier gibt es in der Tat folgendes interessantes Verhalten:

Alle Tiere der Brutkolonie drängen sich eng aneinander und wechseln regelmäßig die Position, so dass jedes Tier mal am Rand und mal im wärmeren Innern der Kolonie steht.

In diesem Sinne: Regelmäßiger Wechsel tut gut!

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Uwe Gerber