Auffällige ZE-Gutachten bei der KZV Berlin

Vor einigen Tagen wurde hier die bundesweite Statistik zu den ZE-Gutachten veröffentlicht. Bevor man jedoch angesichts der hunderten von Zahlen sich abwendet, lohnt ein genauer Blick. In einigen der Zahlen steckt eine Brisanz, welche beachtet werden sollte.

Die Zahl der Gutachter in Berlin ist sehr klein: Gerade mal gut ein Gutachter pro hundert Vertragszahnärzte. Vergleicht man diese Relation mit denen der KZVen in anderen beiden Stadtstaaten, so ist die relative Zahl der Gutachter in Hamburg doppelt und in Bremen mehr als viermal so hoch!

Dies spiegelt sich in der Bedeutung der Gutachten für den einzelnen Gutachter wieder. Mit 296 Gutachten pro Gutachter liegt Berlin weit außerhalb des üblichen Rahmens. Der Median-Wert über alle KZVen beträgt nur ein gutes Viertel davon, nämlich 75 Gutachten.

Das Ergebnis aus den Berliner Gutachten ist die nächste Überraschung: Mehr als jedes zweite Gutachten (51,1 Prozent) verwirft die Planung der Kollegen vollständig. Das ist fast dreimal so viel, wie der Median-Wert im bundesweiten KZV-Vergleich. Dieser liegt bei nur 18,6 Prozent.

Es kann nur vermutet werden, weshalb dieser Bereich so auffällig zu allen anderen im Bundesgebiet abweicht. Sicher dagegen ist, dass dieser Bereich bislang von den Kollegen Husemann und Seligmann verantwortet wurde. Und dass wir als IUZB uns dem Thema „Gutachten bei der KZV Berlin“ noch widmen werden.

Mit kollegialen Grüßen,

Dr. Andreas Hessberger

(Mitglied u.a. der KZV-Vertreterversammlung von 2005 bis 2019)

 

Nachsatz: Das generische Maskulinum im Text schließt selbstverständlich alle Kolleginnen und Kollegen ein. Es dient hier ausschließlich der besseren Lesbarkeit dieser zahlenlastigen Materie. Und: Der verwendete Median-Wert ermöglicht einen Vergleich, bei dem einzelne Ausreiser (hier Berlin) nicht übergewichtet werden. Der Median-Wert bildet die Grenze, an welcher die Hälfte darüber und die andere Hälfte darunterliegt.

Weitere Informationen:

  • KZBV: Erhebung von statistischen Eckdaten zum Gutachterwesen in der vertragszahnärztlichen Versorgung…
  • Lesermeinung: Deutliche Kritik am Gutachterwesen in der KZV Berlin
  • Rechtswidrige MDK-Gutachten

15 Kommentare

  • Anonymous

    Unfaßbar, was machen die Herrschaften in der KZV bloß? Arbeiten gegen uns Zahnärztinnen und Zahnärzte, eine Schande!!! 

  • Anonymous

    Meyer und Husemann lassen uns bei den ZE Gutachten mit Hilfe von Dr. Seligmann gegen die Wand laufen. Und dann verkaufen sie erhöhte IP Punktwerte als großen Erfolg. Mehr Klüngel geht nicht. 

  • Anonymous

    KZBV: Erhebung von statistischen Eckdaten zum Gutachterwesen in der vertragszahnärztlichen Versorgung… – IUZB

     

    Da war der Kommentarbereich wohl nicht passend, oder schon zu voll??

    Na , ja eben Wahlkampf ! Aber wie gesagt, so doof sind die Berliner Kollegen nicht !

    • Anonymous

      Was haben Sie denn für ein Problem?

      Es kann nur vermutet werden, weshalb dieser Bereich so auffällig zu allen anderen im Bundesgebiet abweicht. Sicher dagegen ist, dass dieser Bereich bislang von den Kollegen Husemann und Seligmann verantwortet wurde. Und dass wir als IUZB uns dem Thema „Gutachten bei der KZV Berlin“ noch widmen werden.

      Auffälligen statistischen Ausfallwerten nachzugehen ist nicht nur sachlich, sondern auch eine vernüftige Forderung im Sinne aller Kolleginnen und Kollegen.

      Auffällig ist aber auch, wenn bisher verantwortliche Personen oder Verbände dies nicht wollen und blocken oder dagegen schreiben, was Sie jetzt offenbar zum zweiten Mal tun. Dann entsteht nämlich der Eindruck, dass an der hier bei der IUZB veröffentlichte Lesermeinung http://iuzb.de/?p=37576  etwas dran sein könnte. 

      So können wir alle nur hoffen, dass die IUZB als Wahlgewinnerin hervorgeht und hier künftig für Aufklärung sorgen kann.

       

    • Anonymous

      Entschuldigung, aber der einzige, welcher die Kollegen regelmäßig für „doof verkauft“ hat, war der große Vorsitzende Husemann. Jahrelang hat er die MDK-Gutachten der Praxis Bünger-Münstermann als gleichrangig zu den Vertragsgutachten verkauft. Seine Empfehlung bei sachlich falschen MDK-Gutachten ein Obergutachten zu beauftragen, war oberndrein eine perfide Falle. Damit wurden die Praxen in eine unnötige und im Zweifel kostenträchtige Eskalation geführt.

      Diese MDK-Gutachten waren schlichtweg rechtswidrig!

      Erst durch die IUZB konnte dieser Spuk beendet werden. Und hat sich der große Vorsitzende dafür mal entschuldigt? Natürlich nicht und er kandidiert nun wieder auf einem der vordersten Listenplätze des Berliner Verbandes….

  • Anonymous

    Danke Herr Kollege Hessberger für diese nüchterne Analyse.

  • Anonymous

    Lieber Kollege Hessberger,

    zur Abwechslung mal ein nicht anonymer Kommentar:

    Vielleicht wäre es hilfreich, wenn Sie mich bei Fragen zu solchen Themen einmal anrufen würden. Sie wissen, dass ich durchaus gesprächsbereit bin und zu den hier angesprochenen Punkten etliches inhaltlich beitragen könnte. Um eine Statistik zu bewerten, muss man die Hintergründe kennen, um nicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen. 

    Rufen Sie mich gern an – auch, wenn Wahlkampf ist und eine nüchterne Aufklärung dieser vermeintlichen Probleme vielleicht gar nicht gewünscht ist.
    Ich freue mich auf die Diskussion und Ihre Anregungen!

    Gleiches gilt übrigens für jeden Kollegen, der mit dem Ausgang eines Gutachtens unzufrieden ist. Gern berate ich jeden betroffenen Kollegen und zeige Lösungswege auf.

    Beste Grüße, 

    Oliver Seligmann

    • Anonymous

      Lieber Kollege Seeligmann, 

      können Sie sich in die Position eines von Gutachten und vielen weiteren Maßnahmen der KZV bedrängten Kollegen versetzen?

      Dann werden Sie doch konkret und füllen öffentlich die von Ihnen bezeichneten Hintergründe inhaltlich, denn die seit langem bestehende Problematik geht nicht den Kollegen Hessberger sondern die gesamte Berliner Kollegenschaft an.

      Ein Telefonat dazu kann in keiner Form ausreichen.

    • Anonymous

      Eine Vielzahl Berliner Kollegen fühlt sich einer gewissen Willkür der KZV ausgeliefert, was durchaus aus der Statistik der BKZV bezüglich der Gutachten herauszulesen ist. Die Berliner Verantwortlichen – Meyer, Husemann und Seeligmann – sind oben bereits benannt worden.

  • Anonymous

    Tja Herr Kollege Seeligmann, die wollen gar nicht reden , die wollen Krawall…… eben IUZB

     

  • Anonymous

    Ich bleibe da gern auf der Sachebene, daher eben auch nicht anonym, sondern "face-to-face"!

    Ich berate jede Woche etliche Kollegen, dabei finden sich nahezu immer Lösungen, die für alle Seiten tragbar sind. Wenn Sie hier von "bedrängten Kollegen" sprechen, kann man diesen wohl nur Unterstützung geben, wenn man sich die Einzelfälle anschaut. Das tue ich jederzeit gern, wenn man mich anspricht. 

    Allgemeine "Kochrezepte" gibt es nicht.

    Wenn der Kollege Hessberger sich hier zwar wahlkampftauglich äußert, aber nichts konkretes folgt, muss ich davon ausgehen, dass doch eher von Wahlkampf als von wirklichen Themen auszugehen ist. 

    Wenn Sie als Fraktion eine Frage haben zu dieser Statistik, adressieren Sie diese doch an den zuständigen Vorstand. Sie werden recht sicher dieselben Erläuterungen bekommen, die Sie auch von mir bekommen würden.

    Wer mich kennt, weiß, dass ich mich vor keinen politischen Karren spannen lasse, sondern die Sachebene bevorzuge. Genau das biete ich Ihnen als Fragesteller und jedem betroffenen Kollegen an. 

    Meine Einladung zum persönlichen Gespräch bleibt daher jederzeit bestehen. 

    An einer öffentlichen Diskussion in einem anonymen Umfeld wie hier, in der dann Dinge behauptet werden, die gar nicht überprüfbar sind mangels Kenntnis der konkreten Fallkonstellation, werde ich mich im Sinne einer sachlichen Problemlösung nicht beteiligen. Hier geht es eben nicht um Politik, hier geht es um konkrete Problemstellungen, die es zu lösen gilt. 

    In diesem Sinne hoffe ich sehr, dass Sie nicht nur zur Polemik fähig sind, sondern auch die Sachebene bespielen möchten.

    Beste Grüße,

    Oliver Seligmann

    • Anonymous

      Sehr geehrter Herr Kollege Seligmann,

      es geht bei den aufgeworfenen Fragen nicht um die Hilfe im Einzelfall. Da hoffe ich, dass diese unstrittig ist.

      Die drei von mir herausgestellten Punkte zur Struktur des Gutachterwesens in Berlin sind aber, anders als von Ihnen unterstellt, sehr konkret:

      Berlin hat 39 Gutachter bei etwa 3700 Vertragszahnärzten. Die Relation in den beiden anderen Stadtstaaten ist ein Vielfaches: So zählt z.B. die KZV Bremen 23 Gutachter bei etwa 500 Vertragszahnärzten. Warum?

      Aus der geringen Zahl an Gutachtern in Berlin folgt die hohe Anzahl an Begutachtungen für jeden einzelnen Gutachter. Mit durchschnittlich fast 300 Gutachten im Jahr liegt der Berliner Wert fast vier Mal so hoch wie der Median – und auch knapp doppelt so hoch, wie in der nächstplatzierten KZV. Ist dies so in Ihrem Sinne?

      Und in Berlin wird in mehr als jedem zweiten dieser Gutachten die Planung der Kollegen komplett verworfen. Auch dieser Wert ist einsame Spitze und etwa drei Mal so hoch wie der bundesweite Median. Meinen Sie, dass die Planungen der Berliner Kollegenschaft so richtig eingeschätzt werden?

      Bei diesen öffentlichen Fragen wurde der zuständige Vorstand Kol. Husemann und eben Sie zielgenau adressiert. Was leider bislang fehlt, ist die inhaltliche Antwort.

      Mit freundlichen Grüßen,

      Andreas Hessberger

  • Anonymous

    Intessant wäre auch eine Statistik, auf welche Praxen sich die abgelehnten Planungsgutachten verteilen. Hier ist die KZV nur in der Lage, Auskunft zu geben bzw Dr. Seligman – hätte hier zur Aufklärung beigetragen, ist aber nicht erfolgt oder nicht gewollt. 

  • Anonymous

    Damit ist meiner Meinung nach der Kollege Seligmann und der Kollege Husemann nicht mehr tragbar. 

    • Anonymous

      Wer noch nicht gewählt hat den bitten wir es jetzt zu tun, um diesem Spuk ein Ende zu setzen.

      Ende des Wahlzeitraumes ist morgen Dienstag 18:00 Uhr Eingang bei der KZV – also jetzt selbst vorbeibringen, die Post wird es bis dahin wahrscheinlich nicht mehr schaffen.

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