SARS-CoV-2 in der Zahnarztpraxis Infektionsprävention unter Berücksichtigung neuer Virusvarianten

zm, 16.09.2021:

 

Dazu erreicht uns auch der in der zm (Printausgabe Nummer 20/2021 auf Seite 8) veröffentlichte Leserbrief von Herrn Klaus-Peter Jurkat. Gerne geben wir seinen Leserbrief auch hier allen Interessierten zur Kenntnis:

30 Kommentare

  • Anonymous

    Wie Recht der Autor nur hat. Diese Leitlinie wurde (politisch gewollt?) eher mit der überhitzten Nadel gestrickt. Bis wirklich valide Ergebnisse vorliegen, werden noch Jahre ins Land gehen. Deshalb wäre ein Empfehlung der FFP2 Maske der ehrlichere Weg gewesen. Sicherheit zuerst, liebe DGZMK und BZÄK. 

  • Anonymous

    Liebe Kollegen,

    unter dem Link, siehe unten, können Sie auch auf der ZM-online weitere Kommentare hinterlassen. Allerdings müssen Sie sich zunächst dort registrieren, um schreiben und lesen zu können.

    Hier noch zu meiner Kritik an der Leitlinien-Kommission der DGZMK. Die erwähnte Studie aus dem Jahre 2006 hat eigentlich sehr deutlich die bedingte Wirksamkeit des MNS gegen Aerosole dargestellt, auch das hier Handlungsbedarf besteht. Dennoch wurde diese Studie nicht einmal in das das Literaturverzeichnis der Leitlinien-Autoren aufgenommen. Ein Versehen oder Übersehen kann das eigentlich nicht sein, da zu den Mitautoren der 2006er Studie auch Prof. Jatzwauk gehörte. Prof. Jatzwauk ist auch Mitglied unserer DGZMK- Leitlinien Kommission! 

    https://www.dguv.de/medien/ifa/de/pub/grl/pdf/2006_003.pdf

    Link zum Leserbrief in der ZM-online

    https://www.zm-online.de/archiv/2021/18/zahnmedizin/infektionspraevention-unter-beruecksichtigung-neuer-virusvarianten/

    PJ

  • Anonymous

    Ergänzen möchte ich noch etwas zum Tragen der FFP-Masken. Studien haben schon vor langer Zeit gezeigt, dass das Tragen von Atemschutz erlernt werden muss, da sonst kaum wirkungsvoll. Die hier in Deutschland übliche Trainingsmethode, wird mit einer Kopfhaube durchgeführt. Unter die Haube werden dann Geruchsstoffe eingeleitet, die der Schüler , bei korrektem Sitz, nicht riechen kann; ansonsten failed. Dieser qualitative Test ist recht subjektiv, zeitaufwendig und  unzuverlässig. Im professionellem Bereich, in anderen Ländern wie USA und GB, sind quantitative Tests üblich. Der Schüler hat hier simultan die Möglichkeit die Leckage zu überprüfen und ggf. zu korrigieren. Durch diese Art von Fit-Test lässt sich der Wirkungsgrad der Masken erheblich steigern, bzw. nicht passende Masken aussortieren. 

    Da z.B. unsere Kammern zu diesem Thema nichts veröffentlichen (ausser: "Der MNS sollte dicht sitzen") kann ich hier nur zwei Links anbieten:

    https://tsi.com/getmedia/6e582f46-ee5a-4132-92af-3dc401653b43/QNFT_vs_QLFT_Flyer_US_5001773_RevB_Web

    https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/17474032/ , den kompletten Text von 2007 kann ich zur Verfügung stellen.

    Grüße

    Peter Jurkat

     

  • Anonymous

    Lieber Herr Jurkat

    Das ist unseren wissenschaftlichen Leitlinien-Covid-Experten sicherlich lange bekannt, für uns Praktiker müsste das leider intellektuell etwas angepasst werden.

  • Anonymous

    Das ist ein bisschen wie beim Autoquartett: BGW (Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege) schlägt BZÄK

    https://www.bgw-online.de/resource/blob/46132/ee2d5731d743b06d7514fefb4e4c49d3/210629_Arbeitsschutzstandard_Zahnmedizin-Humanmedizin_Baustelle.pdf

    Hier der Auszug:

    15. Mund-Nasen-Schutz und persönliche Schutzausrüstung

    Aufgrund der aktuellen Pandemielage ist bis auf Weiteres Folgendes umzusetzen:

    Beschäftigte tragen in den Räumen der Praxis mindestens einen Mund-Nasen-Schutz.

    Bei unmittelbarem, engem Kontakt mit einem Abstand unter 1,5 Meter zu Patientinnen oder Patienten ist eine FFP2-Maske oder eine gleichwertige Atemschutzmaske – ohne Ausatemventil – zu tragen. Nach Maßgabe der Gefährdungsbeurteilung sind außerdem Schutzkleidung und Augenschutz notwendig.

  • Anonymous

    Nach meinen Informationen ist eine Corona-Infektion innerhalb des Behandlerteams der BGW zu melden. Auf Grund des hohen Gefährdungspotentials muss hier nicht ein infizierter Patient angebbar sein! Fragen Sie Ihre Zahnarztkammer, oder

    https://www.bgw-online.de/bgw-online-de/corona-navigationsebene/coronavirus/berufskrankheiten-anzeige-und-kostenuebernahme-von-testungen-bei-43564

     

  • Anonymous

    Das bestätigt umso mehr, dass der  persönliche Schutzausrüstung  auch weiterhin eine zentrale Rolle zu kommt!

    Zum qualifiziertem Tragen der FFP wurde ganz oben noch eine Grafik eingefügt. Für den Überblick , zum schnell lesen:

    In der hinterlegten Studie wurde untersucht, wie sich die Qualität der Randdichtigkeit bei unterschiedlichen Schulungsszenarien verändert. Ohne Schulung wurde für die N95 ein Schutzfaktor von 3 (was weit weg ist von den nominalen 95%), mit Schulung per Geruchsproben wurden immerhin Werte zwischen 8 und 11 erreicht (was an die 95% fast heranreicht) ermittelt. Diese Testkits sind kommerziell erhältlich. Das Porta-Count-Setting reicht mit N95 Masken fast an die FFP3 Norm. Diese Geräte ermöglichen dem Probanden nicht nur eine ungefähre dicht/ undicht Entscheidung, simultan wird hierbei auch der Grad der Undichtigkeit angezeigt und kann sofort korrigiert werden. Im professionellem  (Industrie)-Bereich sind diese Schulungen Gang und Gebe und jährlich zu wiederholen. Fragt sich, wo wir uns als Mediziner einordnen wollen? 

     

  • Anonymous

    Das oben eingefügte dritte Bild stammt aus der Studie: https://arxiv.org/pdf/2106.00375.pdf

    Für mich wichtig: Die Grafik gibt einen guten Überblick über die relativen Risiken der unterschiedlichen Maskenszenarien im Nahfeld, auch wenn hier die zahnmedizinische Situation fehlt (einer trägt keine Maske). Ebenfalls bemerkenswert die Unterscheidung zwischen grünem ( with adj. =  perfekter Nasenabschluss) und rotem ( w/o adj.= nicht trainierter Proband). Der Mitautor der Studie, Prof. Bodenschatz-Max Planck, hat übrigens schon vor einem Jahr darauf hingewiesen, daß das PortaCount-Verfahren ( zweites Bild oben) beim Masken-Training eine entscheidende Rolle spielen kann. 

    Da fällt mir nur noch ein, und klaue es mal von FFF: "Follow the Science"

     

     

    • Anonymous

      Dezent ist dieser Hinweis auf die knapp 30.000 nicht gerade, eher ein Wink mit dem Zaunpfahl. Egal, nicht beleidigt sein: Handlungen planen. Am Wochenende wird die Corona-Risiko-Analyse für die Praxis überarbeitet. Zunächst Sammlung der wichtigen Punkte, dann verrechnen der unterschiedlichen Patient/ Behandler Szenarien mit entsprechendem Score. Hierzu unbedingt das Mathegenie aus der 11 Klasse kontaktieren, der soll das mal in eine mathematische Matrix reinpacken, und dann irgendwie potenzieren ( ist der bei Stayfriends?).

      1. Aus dem ganz oben gesagtem: Masken nützen nur, wenn sie nachweisbar dicht sitzen; unbedingt Maßnahmen einleiten; bisher ist allerdings alles gut gegangen.

      2. Corona Impfstatus abfragen (darf man das, oder muss man das?). Aussagekräftiger wäre vielleicht Antikörperstatus, wo gibt es die, kann man in der Praxis selbst machen? Wer bezahlt das, anstelle von Weihnachtsfeier?!

      3.Anamnesbogen aktualisieren: Waren Sie im Berghain? Konnten Sie dort Ihre Ziele umsetzen?

      4. Erneute Abfrage bei der regionalen Intensivstation. Zur Zeit nur zwei nicht geimpfte "in Bauchlage". Da ist also noch Luft nach oben!

      ….auch allen weiteren Punkten wird dann ein Score zugeordnet, und von dem autistischem, kleinen Mathegenie in die Matrix reingepackt, sodaß sich folgende Fragen ganz einfach beantworten lassen:

      a) Darf die zweifach geimpfte Assistenz (auch hier Frage nach Berghain) noch vulnerable  Patienten behandeln?

      b) Gleiche Frage für den Chef; obwohl, der trägt die Nase viel zu hoch, da werden die Aerosole zur Decke geleitet.

      c) Dyson Luftfilter kontrollieren (Sehr unsympathisch, Firma ist zwar eine Stiftung, Chef war aber Brexitfan)

      ….z) Rat bei der BZÄK einholen, den selbsternannten Hygieneweltmeistern

       

       

  • Anonymous

    Zwei Jahre vor Einführung der Anschnallpflicht in Westdeutschland gab das Bundesverkehrsministerium eine psychologische Studie in Auftrag, um zu ergründen, worin die Gurtaversion bestand: Die Assoziation mit einem schweren Verkehrsunfall war damals mitunter ein Grund, weshalb das Anlegen des Sicherheitsgurts in weiten Teilen der hinter-dem-Steuer-sitzenden Bevölkerung für Widerwillen sorgte (Aus: https://blog.lapid.de/anschnallpflicht-in-deutschland-historie-regelung-ausnahmen )

    Merke: Gerade die ganz coolen MNS-Verfechter scheinen die größten Schisser zu sein!

     

  • Anonymous

    Die maximale Tragedauer einer FFP2 Maske ohne Ventil beträgt 75min, bei einer Mindesterholungszeit von 30min. Ich unterstelle, dass sich daran nur eine verschwindend geringe Minderheit halten kann. Eine Maske mit Ventil trägt vermutlich kein Behandler, da die Reziprozität das nicht zuläßt. Jetzt fehlen noch ein paar Vorschläge zu Arbeitszeitgestaltung, Personalmanagement, Erhalt der Wirtschaftlichkeit und wohin mit den Patienten, die in den unterversorgten ländlichen Regionen dann nicht mehr behndelt werden können.

    • Anonymous

      Nein, das stimmt so nicht.

      Der Arbeitszeit limitierende Faktor bei den FFP-Masken ist der Atemwiderstand. Positive Beispiele: Die 3M Aura 9330 ist eine FFP3 mit Atemwiderstand unterhalb der FFP1 Norm. Ebenso die Moldex Air Seal 3700 FFP3 liegt mit 90Pa deutlich unter der Norm von 300Pa, auch unter der FFP2 Norm (240Pa) und unter der Hälfte der FFP1 Norm. Erreicht wird das bei dieser Maske durch einen Oberflächen vergrößernden plaisierten Filter, recht tricky. Bei leichten körperlichen Arbeitszeiten gibt es zudem einen Zuschlag von 50%. 

      ….die Mittagspause sollten Sie aber schon einhalten

      PJ

    • Anonymous

      Ja, das stimmt sicherlich. Für unseren zahnärztlichen Nahfeld-Bereich erscheint mir die zweite Grafik ganz oben in diesem Thread, viel entscheidender. 

      Das relative Risiko bei zwei korrekt getragenen FFP2-Leuten beträgt das Risiko 0,11 Prozent. Das relative Risiko bei zwei korrekt getragenen MNS-Leuten liegt bei 8,8 Prozent, also dem 80zig fachem! (Arbeitsgruppe Prof. Bodenschatz, Max Planck).

  • Anonymous

    https://www.spiegel.de/wirtschaft/kassenaerztliche-vereinigung-thueringen-feierte-impfparty-fuer-195-000-euro-a-341b51f5-6b79-45d0-bdfd-3a2c238e04af

    Ist vielleicht hinter Bezahlschranke, und auch besser so. ZÄK liest womöglich mit.

    Titel: "Kassenärztliche Vereinigung Thüringen feierte Impfpartie für195.000€"

    • Anonymous

      Spiegel: Die Kassenärztlichen Vereinigungen werden aus einem Anteil der Kassenhonorare an die Ärzte finanziert.

      Und damit letztendlich aus den Pflichtbeiträgen der gesetzlich versicherten Krankenkassenmitglieder.

    • Anonymous

      Die Berliner Zahnärztekammer feiert die Party im Estrel – das wird nicht so teuer sein.

  • Anonymous

     

    Vorgestern habe ich die Autoren (und Presse BZÄK/ZÄK) unserer wissenschaftlichen-Corona-Leitlinie mit folgender Mail angeschrieben:

    Sehr geehrte Autorinnen und Autoren der Corona-Leitlinie

    In Bezug auf Ihre Ausführungen in der ZM, in Bezug auf die Delta-Variante, wurde ein Leserbrief von mir veröffentlicht ( zu finden als Kommentar unter https://www.zm-online.de/archiv/2021/18/zahnmedizin/infektionspraevention-unter-beruecksichtigung-neuer-virusvarianten/). Hier ist es etwas kompliziert weitere Kommentare einzufügen.

    Auf der Seite der Berliner IUZB  findet eine Diskussion statt. Ausserdem wurden von mir noch einige weitere Erläuterungen hinzu gefügt. Scheuen Sie sich bitte nicht, meine Darstellungen an dieser Stelle zu kritisieren ( http://iuzb.de/?p=35782 ). 

    Kollegiale Grüsse

    Peter Jurkat

    PS.: Den Verweis auf die vielleicht geringe Corona-Arbeitsunfallquote bei der BGW, halte ich zumindest aus politischen Gründen, für sehr gefährlich. Hier könnte sehr schnell der Verdacht aufkommen, die Zahnärzte nehmen die Meldepflicht nicht so richtig ernst. 

     

  • Anonymous

    Hier wollen Trolls (können eigentlich nur die Russen sein) unsere Zahnmedizinischen Hygienestandards verunglimpfen. Als wenn die BZÄK simple Nasentücher empfiehlt!

    Demnächst werden bestimmt Deutsche Autos gefakt : Passagiere haben den Sicherheitsgurt um den Hals gewickelt.

    siehe: https://www.youtube.com/watch?v=HjACjCwnUgA

     

  • Anonymous

     

     

    „ Bis zur Klärung der vielen, auch noch anderer Ungereimtheiten, sollte die Leitlinie vom Netz genommen werden.“

    Hier die Mails an die Corona-Leitlinien-Experten, Stand 09.11.21 in zeitlicher Reihenfolge

    Sehr geehrte Autorinnen und Autoren der Corona-Leitlinie

    In Bezug auf Ihre Ausführungen in der ZM, in Bezug auf die Delta-Variante, wurde ein Leserbrief von mir veröffentlicht ( zu finden als Kommentar unter https://www.zm-online.de/archiv/2021/18/zahnmedizin/infektionspraevention-unter-beruecksichtigung-neuer-virusvarianten/). Hier ist es etwas kompliziert weitere Kommentare einzufügen.

    Auf der Seite der Berliner IUZB  findet eine Diskussion statt. Ausserdem wurden von mir noch einige weitere Erläuterungen hinzu gefügt. Scheuen Sie sich bitte nicht, meine Darstellungen an dieser Stelle zu kritisieren ( http://iuzb.de/?p=35782 ).

    Kollegiale Grüsse

    Peter Jurkat

    PS.:

    Den Verweis auf die vielleicht geringe Corona-Arbeitsunfallquote bei der BGW, halte ich zumindest aus politischen Gründen, für sehr gefährlich. Hier könnte sehr schnell der Verdacht aufkommen, die Zahnärzte nehmen die Meldepflicht nicht so richtig ernst.

     

    Antwort von Prof. Dr. Dr. Al-Navas, Sprecher der Leitlinien- Experten:

    Sehr geehrter Herr Kollege Jurkat,

    Vielen Dank für Ihre Email und die Diksussionsaspekte. Davon lebt die Wissenschaft. „Vieles von dem, was wir heute für sicher halten, werden wir morgen völlig anders bewerten“. Es gibt keine Wahrheiten, sondern gerade in Leitlinien, einen behandlungskorridor, der sich immer an unserer Evidenzlage ausrichtet. Je weniger sicher die Evidenz ist, desto breiter muss der Korridor sein. Naturgemäß werden dabei unterschiedliche Interpretationen zusemmtreffen.

    Ich bin sicher, dass die Leitliniengruppe Ihre Anregungen offen diskutieren wird.

    Mit den besten Grüßen

    B. Al-Nawas

    Univ.-Prof. Dr. med. Dr. med. dent. B. Al-Nawas
    Direktor der Klinik

    Antwort von Klaus-Peter Jurkat:

    Betrifft: Leserbrief in der ZM, siehe Unten

    Sehr geehrter Kollege Prof. Dr. Al-Navas

    Der Erkenntniskorridor bezüglich der Übertragbarkeit der Aerosole beim Atmen, Sprechen usw., ist sehr eng; hier liegt eine überragende Evidenz vor. In Ihrer Leitlinie wird dieser wesentliche Übertragungsweg nicht annähernd angemessen beachtet. Im wesentlichen konzentrieren sie sich auf Spray-Aerosole, was nicht mehr dem bestem Stand der Wissenschaft entspricht. Als Konsequenz dieser Betrachtungsweise, empfehlen Sie deshalb auch nicht das Tragen von FFP2/3 im Rahmen dieser Pandemie.

    Im Literaturverzeichnis der Leitlinie, Punkt 53, ist Ihnen ein Fehler unterlaufen.

    Die recht beachtliche Arbeit ( „Zur Frage des geeigneten Atemschutzes vor luftübertragnen Infektionserregern“, hier richtig zu finden: https://www.dguv.de/medien/ifa/de/pub/grl/pdf/2006_003.pdf) stammt nicht nur von den von Ihnen genannten Autoren, sondern auch von Prof. Jatzwauk, Mitglied der Experten- Kommission. Hier wäre ein deutliches Minderheitsvotum seinerseits wohl angemessen. Zitat aus der Zusammenfassung:

    „Von 16 zufällig ausgewählten MNS zeigte erwartungsgemäß ein als „TBC_Maske“ klassifizierter MNS (NIOSH N95) ein sehr gutes Rückhaltevermögen. Nur drei der übrigen MNS erfüllten die Mindestanforderungen an ein Atemschutzgerät der Geräteklasse FFP1 für die Gesamtleckage. Aufgrund dieser Daten kommen die Autoren zu der Auffassung, dass eine Empfehlung zum geeigneten Atemschutz vor luftübertragenen Infektionen durch eine Konvention festgelegt werden sollte.“

    Da ich annehme, das auch diese Quelle Grundlage Ihrer Meinungsbildung war, klären Sie mich doch bitte auf, weshalb die dortigen Erkenntnisse von Ihnen als unwesentlich eingeordnet wurden,  und deshalb noch nicht einmal im Text Ihrer Arbeit bewertet und eingeordnet werden. Nachvollziehbar ist das nicht.

    Bis zur Klärung der vielen, auch noch anderer Ungereimtheiten, sollte die Leitlinie vom Netz genommen werden. (https://www.dgzmk.de/documents/10165/1373255/LL_083-046_S1_Aerosol-übertragbare_Erreger_lang_2021.pdf/66a93ffd-dae8-46e8-86d6-c57344e0b138)

    Mit kollegialen Grüßen

    Klaus-Peter Jurkat

  • Anonymous

    Hier die Antwort von Prof. Jatzwauk, unten eingefügt, ggf. gleich noch unten scrollen

    Sehr geehrte Autorinnen und Autoren der Corona-Leitlinie

    In Bezug auf Ihre Ausführungen in der ZM, in Bezug auf die Delta-Variante, wurde ein Leserbrief von mir veröffentlicht ( zu finden als Kommentar unter https://www.zm-online.de/archiv/2021/18/zahnmedizin/infektionspraevention-unter-beruecksichtigung-neuer-virusvarianten/). Hier ist es etwas kompliziert weitere Kommentare einzufügen.

    Auf der Seite der Berliner IUZB  findet eine Diskussion statt. Ausserdem wurden von mir noch einige weitere Erläuterungen hinzu gefügt. Scheuen Sie sich bitte nicht, meine Darstellungen an dieser Stelle zu kritisieren ( http://iuzb.de/?p=35782 ).

    Kollegiale Grüsse

    Peter Jurkat

    PS.:

    Den Verweis auf die vielleicht geringe Corona-Arbeitsunfallquote bei der BGW, halte ich zumindest aus politischen Gründen, für sehr gefährlich. Hier könnte sehr schnell der Verdacht aufkommen, die Zahnärzte nehmen die Meldepflicht nicht so richtig ernst.

     

    Antwort von Prof. Dr. Dr. Al-Navas, Sprecher der Leitlinien- Experten:

    Sehr geehrter Herr Kollege Jurkat,

    Vielen Dank für Ihre Email und die Diksussionsaspekte. Davon lebt die Wissenschaft. „Vieles von dem, was wir heute für sicher halten, werden wir morgen völlig anders bewerten“. Es gibt keine Wahrheiten, sondern gerade in Leitlinien, einen behandlungskorridor, der sich immer an unserer Evidenzlage ausrichtet. Je weniger sicher die Evidenz ist, desto breiter muss der Korridor sein. Naturgemäß werden dabei unterschiedliche Interpretationen zusemmtreffen.

    Ich bin sicher, dass die Leitliniengruppe Ihre Anregungen offen diskutieren wird.

    Mit den besten Grüßen

    B. Al-Nawas

    Univ.-Prof. Dr. med. Dr. med. dent. B. Al-Nawas
    Direktor der Klinik

    Antwort von Klaus-Peter Jurkat:

    Betrifft: Leserbrief in der ZM, siehe Unten

    Sehr geehrter Kollege Prof. Dr. Al-Navas

    Der Erkenntniskorridor bezüglich der Übertragbarkeit der Aerosole beim Atmen, Sprechen usw., ist sehr eng; hier liegt eine überragende Evidenz vor. In Ihrer Leitlinie wird dieser wesentliche Übertragungsweg nicht annähernd angemessen beachtet. Im wesentlichen konzentrieren sie sich auf Spray-Aerosole, was nicht mehr dem bestem Stand der Wissenschaft entspricht. Als Konsequenz dieser Betrachtungsweise, empfehlen Sie deshalb auch nicht das Tragen von FFP2/3 im Rahmen dieser Pandemie.

    Im Literaturverzeichnis der Leitlinie, Punkt 53, ist Ihnen ein Fehler unterlaufen.

    Die recht beachtliche Arbeit ( „Zur Frage des geeigneten Atemschutzes vor luftübertragnen Infektionserregern“, hier richtig zu finden: https://www.dguv.de/medien/ifa/de/pub/grl/pdf/2006_003.pdf) stammt nicht nur von den von Ihnen genannten Autoren, sondern auch von Prof. Jatzwauk, Mitglied der Experten- Kommission. Hier wäre ein deutliches Minderheitsvotum seinerseits wohl angemessen. Zitat aus der Zusammenfassung:

    „Von 16 zufällig ausgewählten MNS zeigte erwartungsgemäß ein als „TBC_Maske“ klassifizierter MNS (NIOSH N95) ein sehr gutes Rückhaltevermögen. Nur drei der übrigen MNS erfüllten die Mindestanforderungen an ein Atemschutzgerät der Geräteklasse FFP1 für die Gesamtleckage. Aufgrund dieser Daten kommen die Autoren zu der Auffassung, dass eine Empfehlung zum geeigneten Atemschutz vor luftübertragenen Infektionen durch eine Konvention festgelegt werden sollte.“

    Da ich annehme, das auch diese Quelle Grundlage Ihrer Meinungsbildung war, klären Sie mich doch bitte auf, weshalb die dortigen Erkenntnisse von Ihnen als unwesentlich eingeordnet wurden,  und deshalb noch nicht einmal im Text Ihrer Arbeit bewertet und eingeordnet werden. Nachvollziehbar ist das nicht.

    Bis zur Klärung der vielen, auch noch anderer Ungereimtheiten, sollte die Leitlinie vom Netz genommen werden. (https://www.dgzmk.de/documents/10165/1373255/LL_083-046_S1_Aerosol-übertragbare_Erreger_lang_2021.pdf/66a93ffd-dae8-46e8-86d6-c57344e0b138)

    Mit kollegialen Grüßen

    Klaus-Peter Jurkat

    Antwort Prof. Jatzwauk, Leitlinien-Experte 10.11.2020

    Sehr geehrter Herr Jurkat,

    im Gegensatz zu vielen Virologen, die heute über die Wirksamkeit von Atemschutz philosophieren, hatte ich bereits vor Jahren das Glück gehabt, an entsprechenden Forschungsprojekten mitzuarbeiten. Das haben Sie gut recherchiert. In dem von ihnen angesprochenen Gemeinschaftsprojekt, wurden drei unterschiedliche Untersuchungsansätze einbezogen:

    1. Zum ersten die Ergebnisse von Laboruntersuchungen gemäß DIN EN ISO 149 mit Partikeln, die am berufsgenossenschaftlichen Institut in St. Augustin realisiert wurden.
    2. Zum zweiten infektionsepidemiologische Studien, die  durch den  leider viel zu früh verstorbenen Kollegen Henning Rüden (damals Ordinarius für Hygiene an der Charite) verantwortet wurden.
    3. Eigene Ergebnisse eines Untersuchungsmodells mit Bioaerosolen, die wir an der Medizinischen Fakultät der TU Dresden realisiert haben.

    Eine Überlegenheit der FFP2- Masken gegenüber medizinischem MNS zeigte sich nur im Untersuchungsmodell 1. Es gab bis zum damaligen Zeitpunkt keinerlei klinische Belege, die eine bessere Schutzwirkung von FFP2-3 -Masken bei einer speziellen Infektionskrankheit klinisch in epidemiologischen Fall- Kontroll- oder Kohortenstudien nachweisen konnten.  Das Gegenteil war der Fall. Das war bei der Influenza so. Auch bei SARS- CoV1 fanden epidemiologische Untersuchungen keine bessere Schutzwirkung des Trägers. Bereits vor 30 Jahren haben die CDC entsprechende Ergebnisse  bei der offenen Lungentuberkulose publiziert, bei der ja infektiöse Tröpfchenkerne auch lange schweben. 

    Unser dresdener Untersuchungsmodell mit Bioaerosolen (damals auch mit Bakteriophagen) konnte ebenfalls keine wesentlichen Unterschiede zwischen den Masken finden.

    Entscheident ist mich ist jedoch das Fehlen der klinischen Evidenz.  Das wird verständlich, wenn man berücksichtigt, dass Aerosole unter 0,5 Mikrometer viel weniger Viren als große Tröpfchen transportieren können und zu 75% wieder ausgeatmet werden.  Tröpfchen von > 10 Mikrometer ( das Volumen eines Tröpfchens nimmt in der 3. Potenz des Durchmessers zu) tragen viel mehr Erreger und werden zu 99% in den Atemwegen abgelagert.

    Wenn Sie die Publikation von damals aufmerksam  im Original lesen, wurden diese Unterschiede nebeneinander dargestellt. Eine Konsenfindung gab es nicht, eine solche wurde auch nicht versucht. Es gibt daher keinerlei Grund zur grundlegenden Revision unserer Leitlinie, wie von Ihnen gefordert. Im Gegenteil hat der sehr niedrige Stand von CoV-2 – Infektionen unter Mitarbeitern von Zahnarztpraxen in Deutschland in den letzten 2 Jahren die Wirksamkeit des von uns empfohlenen Maßnahmebündels bestätigt.

    International kann das durchaus anders sein, denn Nordamerika und Asien praktiziert in der Regel keine großvolumige Spraynebelabsaugung.

    Wie von Prof Al-Nawas bereits ausgeführt, lebt der wissenschaftliche Fortschritt von der Diskussion unterschiedlicher Meinungen. Daher bin auch ich dankbar für Ihre Anregungen.

    Wahrscheinlich bringt uns die gegenwärtige Pandemie  weitere Erkenntnisse.

    Viele Grüße

    Lutz Jatzwauk

  • Anonymous

    Die Gegen-Argumente wurden im Forum ja schon lange zusammengetragen, Ich werde das demnächst noch einmal zusammentragen. Freuen tue ich mich, weil hier erstmals eine offene Diskussion mit den Leitlinien-Autoren stattfindet.

    Die Berliner ZÄK ist ja schon lange auf FFP-Linie, leider sehr versteckt in den Tiefen der Homepage. Ausserdem konnte ich auf Homepage nie einen Hinweis auf die klare FFP2 Forderung der Berufsgenossenschaft entdecken. Kollegen, die der Leitlinie folgen, könnten also u.U. erhebliche Probleme bekommen.

  • Anonymous

    Die BZÄK behauptet regelmäßig, dass das Infektionsgeschehen in der ZM wesentlich günstiger aussieht als in anderen Facharztgruppen.

    Unten der ein Link, "Vortrag bei COVID op Kölsch" wo das deutlich anders dargestellt wird; für die Eiligen ab Minute 4:00.

    Die Untersuchungen sind der BZÄK und der Covid-Leitliniengruppe seit langem bekannt.

    https://covid-gams.uni-koeln.de/aktuelles/

    PJ

  • Anonymous

    Vor einigen Tagen wurde der neue Vorstand der ZÄK nochmals ermuntert, sich mit Ihrer Informationspflicht zu "Berufsgenossenschaft, Tragen von FFP2" auseinander zu setzen. Bin sehr gespannt, wann da Ergebnisse kommen.

    Ist übrigens eine schon etwas ältere Forderung, wer es nicht glaubt:

    http://iuzb.de/?p=32543

    Peter Jurkat

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.