Weshalb nur mit FFP2 Schutzmaske? Weil Arbeits- und Personalschutz seine eigenen Regeln hat!

Liebe Kolleginnen und liebe Kollegen,

seit Beginn der Pandemie gibt es eine Diskussion, ob bei der Standardbehandlung (also ohne Covid- Symptomatik) ein MNS ausreichend ist. Die BZÄK und andere angeschlossene Vereine, halten den chirurgischen MNS ja für ausreichend. Auch ist eine Differenzierung nach Aerosol produzierenden Geräten zweifelhaft, der Patient atmet immer. Diese Meinungen, Stellungnahmen und Empfehlungen sind für uns jedoch letztendlich irrelevant.

Denn: Arbeitsschutz hat seine eigenen Regeln.

Als „Klinikbetreiber“ und Arbeitgeber zählen für uns die Ansagen des RKI, bzw. des Bundesamtes für Arbeitsschutz und Umweltmedizin (BAuA). Hier der entsprechende Auszug aus

vom 30.09.2020, als die Inzidenzen noch sehr niedrig waren!

Demnach gilt, schon ohne Covid-19-Symptomatik, FFP2!

Gesichtsfern>1,5m: Nur bei längeren Tätigkeiten oder schlechter Lüftungssituation im Raum, wenn die zu behandelnde oder pflegebedürftige Person keinen MNS trägt.
Gesichtsnahe Tätigkeit: Nur wenn von der behandelnden oder pflegebedürftigen kein MNS getragen wird oder bei längeren Tätigkeiten oder schlechter Lüftungssituation im Raum.

In juristischen Streitfällen dürften für Arbeitgeber, welche nicht FFP2 verordnet haben, ein hohes Haftungsrisiko bestehen, falls sich z.B. Mitarbeitende vor einer Impfung – also auf der Zielgeraden – womöglich mit Long-Covid infizieren.

Das die BZÄK auf diese Problematik seit mindestens 3 Monaten nicht hinweist, ist mir nicht verständlich! Was soll das? Es fällt mir schwer, da nicht an den VW-Dieselskandal zu denken.

Hier ergänzend noch ein Auszug aus meinem Schriftwechsel dazu mit dem RKI:

Anfrage an das RKI:

Sehr geehrter Herr Thanheiser,

1. Arbeitsschutz: Bei den in der Zahnmedizin üblichen Behandlungszeiten, bei sehr geringem Arbeitsabstand, besteht die Gefahr, dass sich Patient und Behandler gegenseitig „beatmen“.

Reicht im Rahmen der Pandemie ein kaum filtrierender chirurgischer MNS, um Infektionen der Mitarbeiter/ Patienten so weit wie möglich auszuschließen. Wird das dem Arbeitsschutz gerecht.

Antwort des RKI:

Sehr geehrter Herr Jurkat,

1. Zu Fragen des Arbeitsschutzes ist die BAuA zuständig, daher können wir dazu keine Aussagen machen. Zur Anwendung siehe auch hier. Die zuständige Geschäftsstelle des ABAS bei der BAuA erreichen Sie unter abas@baua.bund.de

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag und für das Fachgebiet Infektionshygiene

Stellvertretender Leiter des FG 14 „Angewandte Infektions- und Krankenhaushygiene“

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihren Mitarbeitenden alles Gute für 2021.

Ihr

Klaus-Peter Jurkat
Zahnarzt

 

8 Kommentare

  • Uwe Gerber

    Bundeszahnärztekammer – Risikomanagement – Prävention einer Übertragung / Webseite aufgerufen soeben (Auszug):

    Darüber hinaus sollte zum Gesundheitsschutz von Patienten sowie der Mitarbeiter in den Praxen folgendes beachtet werden, um einer Ansteckung/Übertragung mit SARS-CoV-2 vorzubeugen:

    • Während der gesamten Patientenbehandlung werden Brille/ggf. Schutzvisiere/ Schutzschilde, Mund-Nasen-Schutz, Handschuhe und ggf. Schutzkittel getragen. Nur durch den ordnungsgemäßen Sitz und die Einhaltung der Griffdisziplin bleibt Barrierefunktion der Schutzkleidung gewährleistet.

    Behandlung von Patienten, für die kein dringender Verdacht besteht, mit SARS-CoV-2 infiziert zu sein:

    Für die zahnärztliche Behandlung von Patienten, für die kein dringender Verdacht besteht, mit SARS-CoV-2 infiziert zu sein gilt, dass Schutzbrillen oder Visiere und Mund-Nasen-Schutz (MNS) eine Barrierefunktion gegen die Infektionsübertragung der Viren durch Tröpfchen bieten.
    Wichtig ist, dass diese Schutzmittel wie auch Handschuhe und ggf. Schutzkittel über die gesamte Behandlungszeit getragen werden.

    • Während der gesamten Patientenbehandlung werden Brille/ggf. Schutzvisiere/Schutzschilde, Mund-Nasen-Schutz, Handschuhe und ggf. Schutzkittel getragen.

    Behandlungen von Infizierten und Patienten, die unter Verdacht stehen, an COVID 19 erkrankt zu sein (nach telefonischer Triage) / Unaufschiebbare zahnärztliche Behandlungen:

    Das Personal muss während der Behandlung folgende Schutzausrüstung tragen:

    • Schutzbrille mit Seitenschutz oder Visier;
    • Atemschutzmaske min. FFP2;
  • Anonymous

    Das sieht die BZÄK e.V.  anders … uns Berliner Zahnärzte kostet die Mitgliedschaft in der BZÄK e.V. ca. 500.000.- Euro jährlich.

    • Anonymous

      Diese 500000,00 Euro wären zur Beschaffung von Schutzausrüstungen für die Berliner Zahnärzte sicher besser angelegt gewesen. Es stellt sich sowieso die Frage, warum die Zahnärztekammer Berlin immer noch Mitglied in der Bundeszahnärztekammer ist. Ich kann jedenfalls keinen Vorteil für uns Berliner Zahnärzte erkennen, der diesen hohen Beitrag rechtfertigt. Die IUZB hat sich ja im Wahlkampf die Senkung der Kammerbeiträge auf ihre Fahnen geschrieben. Der Austritt aus der Bundeszahnärztekammer wäre der erste und einfachste Schritt.

      • Anonymous

        Die Kündigungsfrist bei dem eingetragenen Verein BZÄK beträgt ein Jahr zum Jahresende, was bedeutet, dass ein Ausstieg erst zum 31.12.2022 möglich wäre.

        • Anonymous

          Also bis Ende 2022 weitere Kosten von 1.000.000.- Euro für die Berliner Zahnärzte, bei einem, vom derzeitigen Vorstand im Haushaltsplan schon errechneten, Defizit von ca. 130.000.- Euro für 2021, wobei hier die vom Verband und Freiem Verband vermutlich geplanten Erhöhungen der Vorstandsbezüge noch nicht eingepreist sind.

          Dazu kommen Verluste von etwa 34.000.- Euro im PPI für das Jahr 2019! – 2020 wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit zu höheren Verlusten im PPI kommen.

          Ein Konzept zu sparsamen Ausgaben der Gelder der Kollegenschaft ist in keiner Form erkennbar. Bei diesem wenig vertrauensvollen Umgang mit den von der Kollegenschaft erhobenen Zwangsbeiträgen dürfen wir uns jetzt schon auf die erneute Erhöhung der Kammerbeiträge freuen.

    • Anonymous

      Dazu kommen noch von der Berliner Zahnärzteschaft getragene Reisekosten von mehreren tausend Euro des Berliner Kammervorstandes zum jährlichen BZÄK e.V. Treffen – in der Regel in Frankfurt/Main.

  • Anonymous

    Lieber Anonymus,

    vielen Dank für den Hinweis. Die IUZB hat ja im Wahlkampf versprochen, die Kammerbeiträge zu senken. Der Austritt aus der BZÄK könnte schon mal ein Anfang sein.

    Viele Grüße

    Frank Bloch

    • Anonymous

      Lieber Frank Bloch, 

      dazu sollte bei der nächst möglichen DV die Frage gestellt werden, ob denn die bei der BZÄK e.V. in Frankfurt zum Deutschen Zahnärztetag stattfindenden Fortbildungen von den Vorstandskollegen bezahlt werden oder ob ihnen die dazugehörigen Fortbildungspunkte zusätzlich, sozusagen als Bonus für schon erhaltene Reisekosten angerechnet werden.

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