„Dr. Heegewaldt hat in den zehn Jahren, in denen ich mit ihm zusammenarbeiten musste, nichts, aber auch gar nichts dazugelernt“

Zuerst möchte ich mich für die ehrenden Worte bei den Beitragsautoren dieses Artikels bedanken. Es ist eine große Freude, wenn man in so guter Erinnerung behalten wird.

Weil ich mich nicht ganz in den Ruhestand verabschieden wollte, bringe ich mein Wissen weiterhin in zahlreichen Zahnarztpraxen ein. Somit bin ich natürlich bestrebt, meine Fachkenntnisse auf dem aktuellen Stand zu halten. Insofern hilft mir das Internet bei meinen Recherchen weiter; wodurch ich auch auf den betreffenden Artikel im MBZ Okt. 2020 aufmerksam wurde.

In diesem Artikel führt der sich im Wahlkampf befindliche Präsident der Zahnärztekammer Berlin aus, „das aus seiner Sicht die manuelle Aufbereitung weiterhin zulässig ist“; gemeint ist natürlich die Aufbereitung von kritischen Medizinprodukten, die in Zahnarztpraxen zur Anwendung kommen. Zu diesem Beitrag kann ich nur ausführen: Dr. Heegewaldt hat in den zehn Jahren, in denen ich mit ihm zusammenarbeiten musste, nichts, aber auch gar nichts dazugelernt.

Bis zum mir erteiltem Hausverbot im September 2016 durch den damaligen Präsidenten Dr. Schmiedel hatte ich die Berliner Zahnärzteschaft sorgsam darauf vorbereitet, dass das Thema „Manuelle Aufbereitung von Medizinprodukten der Risikogruppe kritisch B“ zeitnahe der Vergangenheit angehören wird und entsprechend finanzielle Mittel einzuplanen sind. Ich habe immer wieder darauf verwiesen, dass das behördliche Handeln zum Medizinprodukterecht in Berlin eine äußerst großzügige Ausschöpfung von Ermessenspielräumen bedeutete, woraus sich kein rechtlicher Anspruch für den Berufstand ergab.

Hierzu merke ich an, dass das Entgegenkommen der für die Überwachung der Umsetzung des MPG-Rechts zuständigen Landesbehörden mit Sicherheit kein Verdienst der Person Dr. Heegewaldt war. Im Gegenteil, es gelang Dr. Heegewaldt in seinem Leitartikel „Gegen eine staatliche Gängelung der Zahnarztpraxen“ im MBZ Juli/August 2017, die für das MPG zuständigen Landesbehörden gegen den zahnärztlichen Berufsstand in Berlin aufzubringen.

Als ich diesen Artikel selbst zur Kenntnis nahm, erahnte ich, dass es jetzt mit der kooperative Zusammenarbeit zwischen Berliner Behörden und der Zahnärztekammer Berlin vorbei sein wird, welche ich in meiner 27järigen Tätigkeit in der Zahnärztekammer Berlin aufgebaut hatte.

Nun setzt dieser Präsident mit Unterstützung von seinen fragwürdigen Juristen noch eins drauf, indem er die Berliner Zahnärzteschaft indirekt zum Ungehorsam gegen geltendes Recht auffordert; er macht das einfach so, denn die Zeche zahlt ja nicht er.

Dass die für den Vollzug des Medizinprodukterechts zuständige Landesbehörde, das LAGeSo, es ernst meint, kann unter dem Link nachgelesen werden:
https://www.berlin.de/lageso/_assets/gesundheit/publikationen/anforderungen-an-aufbereitungsverfahren-fuer-kritisch-b-eingestufte-medizinprodukte.pdf.

Ausnahmen für das manuelle Aufbereitungsverfahren von kritisch B eingestuften Medizinprodukten können dann bestehen, wenn der Hersteller eines Medizinproduktes die maschinelle Aufbereitung für nicht geeignet erklärt, weil Schäden durch das maschinelle Verfahren nicht auszuschließen sind, die die zweckbestimmte Anwendung des entsprechenden Medizinproduktes nicht mehr zulassen. Im Fall einer erforderlichen manuellen Aufbereitung, ist der Hersteller dazu verpflichtet, ein validiertes Aufbereitungsverfahren für das betroffene Medizinprodukt zu beschreiben und dem Anwender auszuhändigen.

Leider erscheint mein Beitrag in Zeiten des Wahlkampfes. Aber ich kann versichern, dass ich mich in den 27 Jahren meiner Tätigkeit in der Zahnärztekammer Berlin immer aus der Standespolitik herausgehalten habe, das soll nach wie vor auch so bleiben. Ich hätte das vorgenannte Statement jeder standespolitischen Gruppierung übergeben, denn ich habe immer das gesagt, was ich denke und ich stand zu meinen Worten. Dieses wurde mir am 7. September 2016 zum Verhängnis. In Konsequenz setzte mich der damalige Präsident am Folgetag vor die Tür.

 

 

Norbert Gerike

Fachkraft für Arbeitssicherheit nach § 7 ASiG

 

16 Kommentare

  • Anonymous

    Ist ja alles schön u gut, komisch nur das wir all die Jahre zuvor keinen Patienten infiziert haben. DAS Lageso bekommt seine Eigenen Aufgaben nicht in den Griff meint uns aber Strafen aufs Auge zu drücken. Geht doch nur um Geld schneiderei. Von der Industrie u allen Prüfungen. Ich finde eine Kontrolle gut hohe Anforderung auch, aber bitte nicht ohne dafür zu Zahlen.  Benz fahren u für einen Käfer zahlen geht nicht. Wir werden am Nasenring durch die Gesundheitspolitick getrieben. Validierter Steri, jede Charge geprüft u dann gerät noch mal prüfen lassen. Ist doch Irre, warum mache ich denn den Prüfkörper usw. Gruß cm neuerburg

  • Uwe Gerber

    Von: Kammerinformation
    Datum: 16. November 2020 um 15:46:28 MEZ

    Start für die Umstellung auf maschinelle Aufbereitung ab 1. Januar 2021

     

  • Anonymous

    Dem ist nichts hinzuzufügen, lieber Herr Gericke. Die fatale Neigung des derzeitigen Kammerpräsidenten Dr. Heegewaldt, das über Jahrzehnte mühevoll aufgebaute Vertrauen zwischen SenGes/LAGeSo und der Berliner Zahnärztekammer durch standespolitisch motivierte Schnellschüsse aufs Spiel zu setzen, gefährdet in erheblicher Weise die Interessen der gesamten Berliner Zahnärzteschaft. Erschwerend kommt hinzu, dass Herr Dr. Heegewaldt in seiner eigenwilligen Auslegung der Rechtslage offensichtlich vom jetzigen Kammergeschäftsführer noch bestärkt oder zumindest nicht korrigiert wird, obwohl dieser es als gelernter Jurist besser wissen sollte. 

    RA Reinhard Biker  (Geschäftsführer Zahnärztekammer Berlin, 1999-2013) 

  • Anonymous

    Die künstliche Hektik und Echauffiertheit die Herr Dr. Heegewaldt in seinen Statements zum Thema RDG an den Tag gelegt hatte , war  schon seeehr auffällig. Als ob er persönlich davon betroffen wäre…ein aboluter Hohn ….zu spät erkannt so kurz vor der Wahl, dass etwas übergekocht war. Der Chefkoch hat gepennt, weil sein Knecht nur eitel in der Ecke sitzt. Was mich noch mehr ärgert ist, dass er dazu noch sehr großmäulig die Unmöglichkeit der LAGeSo-Order presentiert – ein echter President also. Über diese Arroganz haben sogar etliche Melag-Leute geschmutzelt, einfach nur peinlich, für den Berufsstand unwürdig und abträglich .

    Ich kann die beiden oben gennanten Beiträge von Herrn RA Biker und Herrn Gerike nur bestätigen und freue mich über diese schonungslose Offenheit aus einer eher untypische Ecke der Berufspolitik. Mich würde es nicht wundern, wenn Herr Dr. Schmidt-Rogge nicht auch mal etwas dazu beitragen würde, aber wahrscheinlich hat er eine doppelt wirksame Verschwiegenheitsvereinbarung unterschreiben müssen.

    Wenn ich mir die vielen Baustellen der ZÄK-Berlin so über die Jahre anschaue (PPI-Buchhaltungsbetrug: Bauernopfer Dr Schmidt-Rogge, Motivation und Krankenstand der ZFA-Abteilung, Chaos in der Buchhaltung, Monster-Push der Mitgliederbeiträge, Patientenberatung nicht mehr mit der KZV, verfehltes Aerosol-Statement, skandalöse MNS-Aquise und und und ), dann hat man final an dem aktuellem Thema das Gefühl, dass dem Vorstand – allem voran dem Kammerpresidenten – die Kontrolle entgleitet. Die Themen wachsen ihm über den Kopf, er ist zu jung für diese komplexe Aufgabe und nach etlichen Jahren in dieser Mühle ist in dem Vorstandsteam einfach die Luft  raus. Es ist ein ständiges Hinterherjagen hausinterner Defizite, nichts vom progressivem, vorausschauendem Handeln. Dazu gesellen sich Königsmörder in den eigenen Reihen, nur noch Beschäftigung mit sich selbst. Das machen die USA besser: da ist nach 8Jahren Ende mit der Macht (oder schon vorher), wenn denn die Wähler nicht stur am alten Zopf des Verbandes festhalten. MENNO-LIEBE DAUER-VERBANDS-WÄHLER: GEHT MAL DEN FAKTEN NACH UND SCHAUT EUCH DEN MIST MAL SACHLICH AN BEVOR IHR EUER KREUZ WIEDER UND WIEDER AN DIE GLEICHE STELLE SETZT. DAS IST JA WIE BEI DEN REPS, NUR NICHT ABWEICHEN; ODER BENENNT WENIGSTENS BESSERE LEUTE FÜR DAS AMT:

    Und Herr Anonymus aus dem ersten Beitrag: Pauschaler Frust hilft NULL und ist reinstes BlaBla-Gewäsch!! Machen Sie stark für die Berufspolitik oder bilden Sie Ihre eigene Reslienz besser aus. Krisen sind schon immer Beschleuniger für Innovation gewesen. Mal etwas nachdenken hilft schon.  RDG und Service bei Melag gekauft: Folge: Steuer bleibt in der Stadt, Arbeitsplätze sichern in Berlin, Sozialabgaben fallen an….der ewige Kreislauf kommt auch bei Ihnen wieder an, jedenfalls besser als das Geld auf den streng-islamistischen Sharia-Malediven zu verprassen.

  • Anonymous

    Wie soll sich der von MBZ, ZM und den Veranstaltungen von Kammer und KZV dauerhaft mit einseitigen Darstellungen manipulierte "normale" Kollege eine reele Meinung zu den Verhältnissen in unseren Körperschaften bilden? Der Frust in der Kollegenschaft die Körperschaften nur noch als gesetzlich vorgeschiebenes Übel zu betrachten  ist daher mehr als nachvollziehbar. 

    Gut, dass es diese, die realistischen Verhältnisse darstellende, kritische Webseite gibt. Und einen besonderen Dank an diejenigen, welche sich, trotz durchaus permanent zu befürchtender Strafaktionen seitens der Körperschaften, für die Darstellung von ansonsten verschleierten Realitäten in unseren Körperschaften einsetzen.

    • Anonymous

      Die Kompetenz dieser Kammer, mit ihrem Vorstand und dem Geschäftsführer lässt sich ganz leicht feststellen. Einfach anrufen, eine etwas schwierigere, aber fachbezogene Frage stellen und prompt kommt eine Antwort, die durch rumgeeiere nicht zur gewünschten Information führt. Besser wäre es gewesen, man hätte gleich bei sich selbst angerufen.

      Diese Zahnärztekammer ist zu einem Partyhaus verkommen und wer nicht mitfeiert fliegt raus oder wird als Opfer zum Gehen genötigt. Hierzu muss man einfach nur einmal die Mitarbeiterlisten in den MBZ´s der Vergangenheit vergleichen. Es fehlen die einstigen Experten.

      Hoffentlich adieu Amigos

  • Uwe Gerber

    Herr Gerike hat geschrieben:

    Dass die für den Vollzug des Medizinprodukterechts zuständige Landesbehörde, das LAGeSo, es ernst meint, kann unter dem Link nachgelesen werden:
    https://www.berlin.de/lageso/_assets/gesundheit/publikationen/anforderungen-an-aufbereitungsverfahren-fuer-kritisch-b-eingestufte-medizinprodukte.pdf.

    Hier noch der übergeordnete Link auf die Webseite des LAGeSo.

  • Anonymous

    Die neueste Serviceaktion der Kammer besteht darin:

    "Lieber Besucher, liebe Besucherin,

    die Geschäftsstelle der Zahnärztekammer Berlin bleibt aufgrund der aktuellen Corona-Lage für Besucher bis zum 15. Januar 2021 geschlossen. Vorort Termine können über die entsprechenden Referate telefonisch vereinbart werden. 

    Alle Telefonnummern finden Sie unter: http://www.zaek-berlin.de."

    Auf der Webseite findet sich kein Hinweis, dass die Zahnärztekammer Berlin bis zum 15.01.2021 geschlossen ist! 

  • Anonymous

    Lieber Herr Gerike, es tut mir sehr leid. Ich wußte nicht , dass auch sie ein Opfer einer aus meiner Sicht absolut fehlerhaften Personalpolitik unserer Standesführer geworden sind. Sie waren einer der fähigsten Mitarbeiter  in unserer Zahnärztekammer.Es tut mir leid, dass wir es in nahezu 30 Jahren nicht geschafft haben, dem Vorstand aus Verband und Freiem Verband dauerhaft die Mehrheit zu nehmen. Eine Ablösung wäre dringend geboten.

    Peter Scharf, Fraktion Gesundheit

  • Anonymous

    Wer die derzeitige Situation in der Kammer erhalten möchte wählt nicht oder den Verband, Freien Verband bzw. seinen Ableger Verband der Zahnärztinnen – Dentista.

    • Anonymous

      Verband der Zahnärztinnen – Dentista

      Deren Wahlwerbung habe ich mit Interesse gelesen – bis "Erfolge und Kompetenzen der bisherigen Kammerarbeit" und "Konstanz" erwähnt wurden.

  • Anonymous

    Hoffentlich ist eure Wahl bald vorbei…….

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