„Adieu, manuelle Aufbereitung!“ oder: Wie aus einem „Leitartikel“ ein „Leidartikel“ wurde

Zu der Veröffentlichung des Kammerpräsidenten Dr. Heegewald in der MBZ Oktober 2020, sowie der vorhergehenden Kammermitteilung vom 10.09.2020, erreichte uns ein Kommentar aus der Leserschaft:

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Das war klar und eigentlich hätte man sich auch eher gewundert, wenn es anders gekommen wäre.

Wer noch vor vier Jahren aufgeatmet hatte, dass der alte Präsident den Platz für einen jüngeren räumen würde und gehofft hatte, dass dadurch in der Zahnärztekammer Berlin mehr Transparenz, Pluralität und Kollegialität einziehen würde, wurde schnell enttäuscht.

Schon bei der ersten DV konnte man erahnen, dass es keine Veränderung geben würde, sondern dass eine schlechte Schmiedel 2.0 Kopie fortan die Führung übernehmen würde.

Konnte man bei Präsident Schmiedels Eitelkeit davon ausgehen, dass er das Ruder der Kammerführung nie aus der Hand geben würde, so zeigte sich schnell, dass der Präsident Heegewaldt sehr schnell die Führung an Seinen Geschäftsführer abgeben würde. Schon nach kurzer Zeit hörte man, dass der Geschäftsführer noch leichteres Spiel bekam Mitarbeiter aus seinem engen persönlichen Umfeld einzustellen und wohl auch immer noch stärker mit Boni und „incentives“ begünstigt als kammerloyale langjährige Mitarbeiter. Da ist es doch auch kein Wunder, dass das Klima unter den Mitarbeitern ebenfalls in Schieflage geriet. Eins der ersten Opfer der schlechten Personalpolitik, war die „gute Fee“ der Berliner Zahnärzteschaft und von der Kollegenschaft hoch geschätzte Norbert Gerike.

Herrn Gerike haben die Berliner Zahnärzte viel mehr Unterstützung zu verdanken als allen Präsidenten zusammen, die der Verband der Berliner Zahnärzte ununterbrochen seit über 20 Jahren stellt. Norbert Gerike war nicht nur der Initiator des bundesweit ersten Kammer eigenen BuS-Dienst, sondern war auch der Autor des von allen Berlinern geschätzten Q-BuS Handbuchs, der kostenlose Betreuer der mobilen Elektro-Chirurgie-Geräte und nicht zuletzt der verlässliche Ansprechpartner zu den Aufsichten.

Allein dem guten Kontakt, der hohen Fachkompetenz und der ausgleichenden Art von Herrn Gerike war es zu verdanken, dass die Aufsicht uns jahrelang mit Begehungen verschont hat. Das damalige BuS-Trio bestehend aus Herrn Gerike und seinen beiden Kollegen waren in den Praxen wohl gelitten und hat vielen Praxen mit Rat und Tat hilfreich zur Seite gestanden. Aber Norbert Gerike hat auch viele Praxen vor unnötigen Investitionen in den Praxen bewahrt, da er so stark im dentalen Netzwerk verwurzelt war und ist, dass sogar die Dental-Depots vor ihm in Ehrfurcht gekuscht haben. Norbert Gerike wurde aber wahrscheinlich genau aus diesem Grund aus der Kammer geworfen: Er wusste zu viel und war deshalb den Kammerverantwortlichen ein Dorn im Auge.

Glauben Sie mir, dass es unter Norbert Gerike auch weiterhin sicherlich in Berlin auch in Zukunft auch immer noch die Möglichkeiten der manuellen Aufbereitung geben würde.

Wer aber, wie Präsident Heegewaldt, in einem seiner ersten Leitartikel „Gegen eine staatliche Gängelung der Zahnarztpraxen“ die Aufsicht und das LAGeSo gegen sich aufbringt, muss sich nicht wundern, dass dies auf wenig Gegenliebe stößt.

So wurde aus einem eitlen Leitartikel ein Leidartikel für alle Berliner Zahnarztpraxen, die ab dem 1.1.2021 Gefahr laufen durch absolut fahrlässiges und verantwortungsloses Handeln eines Einzelnen, vom LAGeSo abgestraft zu werden.

Wer jetzt den Knall immer noch nicht gehört hat, der muss wirklich tief schlafen. Aber dann darf sich auch niemand mehr in Zukunft über „die da oben“ beklagen.

Die eigene Vorteilnahme und Bereicherung auf Kosten der Kollegen, durch Vetternwirtschaft zwischen Zahnärztekammer, KZV und Versorgungswerk muss endlich aufhören.

JEDER BERLINER KOLLEGE SOLLTE MIT SEINER STIMME DAZU BEITRAGEN DAS DAMIT ENDLICH SCHLUSS IST.

Mit kollegialen Grüßen

Gernold Winter
(Alias, die Realperson ist der Redaktion bekannt, sie ist Mitglied der Zahnärztekammer Berlin)

5 Kommentare

  • Anonymous

    Lieber Gernold

    Wie recht Du hast. Ich kenne Herrn Gerike schon aus seinen Siemens-Zeiten und er hat mir immer sehr geholfen, wenn ich ihn brauchte. So eine Verabschiedung hat er sicherlich nicht verdient. Der Kollege Heegewaldt sollte sich schämen so mit einem verdienten Mitarbeiter der Zahnärztekammer Berlin umzugehen. Ich werde das erste Mal seit vielen Jahren nicht mehr den Verband wählen, obwohl ich da sogar Mitglied bin.

    Viele Grüße P. G.

  • Anonymous

    Naja – Heegewald, der seinen 50igsten Geburtstag mit Zig Leuten in Corona – Zeiten in Fleesensee feiert, der besitzt eben keine Sensibilität. 

    Fleesensee = Versorgungswerk = Rellermeier = Kumpel und Praxispartner von Heegewald……..dazu muss man nichts mehr sagen. Jungs bleibt daran.

    Gruß MM

  • Anonymous

    Wahre Worte! Diese Kammer hat sich zu Heegewaldts Zeiten mit der ihr eigenen Selbstgefälligkeit und einem Umgang wie einem Elefant im Porzellanladen zu einem großen Klotz am Bein der Berliner Zahnärzteschaft entwickelt. Strategisches Denken, sowie der Blick über den Tellerrand sind ihr fremd geworden. Die erheblichen eigenen Defizite werden durch bewusst lancierte Falschinformationen oder stures Ignorieren ausgesessen. Da zudem der eigene Einfallsreichtum offensichtlich sehr begrenzt ist, werden stattdessen Vorgaben aus der BZÄK, ohne diese als solche zu kennzeichnen, als eigenes Elaborat herausgestellt. Da eine Änderung dieser Parameter in keiner Form absehbar erscheinen, sollte es im besonderen Interesse der Berliner Kollegenschaft sein, einen mehr als überfälligen Wechsel an der Spitze der Berliner Zahnärztekammer herbeizuführen.

  • Uwe Gerber

    In dem Artikel haben wir soeben ein Beitragsbild der Mitteilung vom 10.09.2020 durch ein Beitragsbild des MBZ Artikels ausgetauscht.
    Uwe Gerber/Redaktion

  • Anonymous

    Ja, da hat uns der Herr Kollege Heegewald keinen guten Dienst erwiesen. Nach Erscheinen seines Leidartikels war mir klar, dass er sich sehr schnell würde korrigieren müssen! Ein Präsident sollte sich schon mit den Gegebenheiten auseinandersetzen und sachkundig machen, um seine eigene Verhandlungsposition realistisch einschätzen zu können und nicht durch unangebrachte Artikel (Vorwahlzeit?) genau das Gegenteil seiner Ausführungen bei den Behörden zu erzielen! Waren das noch Zeiten, als wir einen Kammerpräsidenten Löchte hatten oder einen Herrn Norbert Gerike in dem entsprechenden Referat besaßen! Aber die Zahnärzte haben es ja selber in der Hand, wem sie jetzt bei der Wahl ihr Vertrauen schenken!

    Noch ist es nicht zu spät!

    Dr. W.

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