IUZB sieht keine strafrechtliche Relevanz von früheren Missständen im gemeinsamen Fortbildungsinstitut der Landeszahnärztekammern Berlin und Brandenburg

Schreiben der IUZB vom 09.09.2020 an den Präsidenten der Zahnärztekammer Berlin:

Sehr geehrter Herr Kollege Heegewaldt,

auf Grund der Tatsache, dass wir den genauen Inhalt Ihrer mit Schreiben vom 21.8.2020 angekündigten „Strafanzeige gegen Unbekannt“ nicht kennen, sehen wir keinen Anlass, dass wir unsere Stellungnahme an die Staatsanwaltschaft Berlin versenden.

Wir gehen davon aus, dass die uns bekannt gewordenen Pflichtverletzungen in der Geschäftsführung des Philipp-Pfaff-Institutes keine staatsanwaltlichen Ermittlungen auslösen werden.

Sollten Sie dies anders einschätzen, wäre es Ihre Aufgabe, die Ihnen übersandten Stellungnahme der Staatsanwaltschaft zu überreichen.

Gleichzeitig fordern wir Sie dazu auf, dass Sie die mit der Androhung von juristischen Schritten begleiteten Einschüchterungsversuche von Delegierten einstellen, das umfassende Fragerecht der Delegierten respektieren, den Sitzungsverlauf der Delegiertenversammlung umfassend und zutreffend dokumentieren und allen Hinweisen auf Pflichtverletzungen in Ihrem Verantwortungsbereich nachgehen.

Die (im Gesprächs am 04.09.2020) getroffene Aussage des Geschäftsführers der Zahnärztekammer Berlin, dass die Zahnärztekammer Berlin über keinen Zugang zu den Anschriften ehemaliger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verfügt und somit zu den in Raum stehenden Vorgängen nicht befragt werden können,  zeigt, dass an der vom Vorstand der Zahnärztekammer behaupteten Absicht um eine objektiven Aufklärung der Vorgänge am PPI bemüht zu sein, erhebliche Zweifel angebracht sind.

Eine im gleichen Gespräch geäußerte Unterstellung, dass wir mit unserer Stellungnahme den ehemaligen Geschäftsführer des PPI mit

„Bestätigungen von irgendwelchen Mädels, die was auch immer erlebt haben“

offensichtlich fertigmachen wollen, ist ein  so ungeheuerlicher Vorwurf, dass wir Sie hiermit auffordern, Herrn Dr. Fischdick Anweisung zu erteilen und uns zu bestätigen, dass er diesen Vorwurf umgehend widerruft und in Zukunft unterlässt.

Mit freundlichen Grüßen

 

 

Helmut Dohmeier-de Haan

Delegierter
2. Vorsitzender IUZB e.V.

 

 

 

 

 

Vorhergehend:

02.09.2020 Antwort der Zahnärztekammer Berlin

Sehr geehrter Herr Gneist,
sehr geehrter Herr Dr. Dohmeier-de Haan,

der Vorstand der Zahnärztekammer Berlin hat mich beauftragt, Ihnen zu Ihrer Stellungnahme vom gestrigen späten Abend mitzuteilen, dass der Vorstand sich in laufende Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nicht einmischen darf bzw. wird. Wie Sie wissen, wurde mit Schreiben vom 21.8.2020 Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet. Insoweit ist Ihre Stellungnahme bitte an die Staatsanwaltschaft Berlin, Turmstr. 91, 10559 Berlin, zu senden.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Jan Fischdick
Geschäftsführer

02.09.2020 Stellungnahme der IUZB zur Aufarbeitung von früheren Missständen im gemeinsamen Fortbildungsinstitut der Landeszahnärztekammern Berlin und Brandenburg

 

10 Kommentare

  • Anonymous

    Die Aussage des Geschäftsführers der Kammer: „Bestätigungen von irgendwelchen Mädels, die was auch immer erlebt haben“ passt lückenlos zum Frauenbild in Kammer, zu den im PPI beschriebenen Verhältnissen und zu dem von der Kammer kreiertem Werbeflyer "Bock auf Doktorspiele – werde ZFA". 

    http://iuzb.de/?p=29467

  • Anonymous

    Der Lauscher an der Wand hört seine eigene Schand. 

    • Anonymous

      Lieber Kollege, ich glaube nicht, dass Sie den tieferen Sinn, dieses Spruchs, verstanden haben. Nochmals nachlesen. Viele Grüße Gerhard Gneist

  • Anonymous

    Das Vertrauen in die Kammer ist erschüttert.

    Die Skandale um Umgehensweisen mit MitarbeiterInnen und Fragen von Delegierten innerhalb der Kammer reißen nicht ab. Es gibt offensichtlich kein Interesse nach lückenloser Aufklärung  seitens der Kammerverantwortlichen.

    Dass es über Jahre, auch nur ansatzweise keine Aufklärungsversuche gegeben hat, erschüttert das Vertrauen in die Kammer. Offensichtlich gibt es Probleme des Wegschauens wenn KollegInnen gegeneinander ermitteln müssten.

    Aufklärung u.a. zum Thema Sexismus in der Kammer und angegliederten Strukturen könnte nützlich sein, um zunächst ein genaues Bild der Lage zu liefern. Erst dann läßt sich erkennen, welche Schritte nötig seien, um die Institution Kammer dahingehend zu stärken, dass sie wieder konstruktiv für alle Kollegen da sein kann.

    Eigentlich müßte die Kammer selbst das Bedürfnis nach Aufklärung haben.

    Ich würde mir wünschen, dass das Bedürfnis, dass sich da was ändert und, dass bei diesen Problemen hingesehen wird, nicht als Angriff auf die Kammer gesehen wird. Es sollte auch innerhalb der Kammer ein Bedürfnis geben, die aufgetretenen Problematiken lückenlos aufzuklären, damit das Vertrauen in die Institution Kammer wieder hergestellt wird. Dafür ist es jedoch nötig, dass Abwehrmechanismen aufgegeben werden.

    • Anonymous

      Dann hätte die IUZB im Vorlauf zu Ihrer Stellungnahme, weil sie ja so um Transparenz bemüht sind, den Brief an die Delegierten veröffentlichen müssen. 

      • Anonymous

        Sehr geehrter Herr Gneist, wenn Sie meinen mich massregeln zu müssen, sollten Sie sich mit Herrn DdH abstimmen. Auch wenn die Bundesrepublik Deutschland ein sekundärer Statt ist, gelten die jüdisch-christlich-islamische Werte, die Moses mit den 10 Geboten empfangen hat. Das 8. Gebot "Du sollst kein falsches Zeugnis geben, wieder deinem Nächten", neudeutsch "du sollst nicht lügen", beinhaltet auch, weglassen von Wahrheit ist Lüge! Sei November 2019 verweigert Ihre Fraktion die Aufklärung einer vermeintlichen Straftat. Jetzt ist die Justiz Ihr Ansprechpartner. 

        • Anonymous

          So viele Rechtschreibfehler in einem 4zeiligen Statement sind schon ungewöhnlich, so dass Zweifel am Inhalt durchaus angebracht erscheinen. 

          • Anonymous

            Rechtschreibfehler mindern nicht den Wahrheitsgehalt

             Säkularer Staat, he he 

             

            • Anonymous

              Wenn das alle sinnentstellenden Rechschreibfehler wären – aber, mit Ihren Amigo´s machen Sie, wie bei Langstrumpfs, auch in diesen Fällen Wahrheiten einfach selbst, und schauen bzw. ducken sich bei auftretenden Problemen einfach weg. Richtig problematisch wird es dann, wenn wie derzeit in der Kammer offen erkennbar der Wille fehlt unseriöse Machenschaften aufzuklären bzw. zu beenden.

  • Anonymous

    Nach all dem was ich hier lese ist es an der Zeit die Kammer wieder in seriöse Bahnen zu lenken, was in Anbetracht der "Wahrheiten" – da wird vom Kammervorstand beispielsweise eine mit dem Gesetz in Konflikt geratene Immobilienfirma kurzerhand für seriös erklärt u.v.m. – nur mit einem personellen Wandel möglich erscheint.

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