Zahnärztekammer Berlin sieht keine „Meldepflicht“ an ihre Mitglieder über eine angebliche Mangelhaftigkeit von durch die aukando GmbH gelieferte Masken

Hier die Antwort des Vizepräsidenten der Zahnärztekammer Berlin, Herrn Dr. Michael Dreyer, vom heutigen Tag auf den Offenen Brief: „Produktwarnung für die von Ihnen vermittelten FFP2 Masken der Firma Aukando“ der IUZB vom 21. Juli 2020 und einer diesbezüglich weiteren IUZB-Aufforderung vom 28. Juli 2020:

 

Sehr geehrter Herr Kollege Dohmeier-de Haan,

die Zahnärztekammer Berlin hat ihren Mitgliedern zu keiner Zeit einen Bezug von Masken durch die aukando GmbH „empfohlen“. In der Kammerinformation vom 09.04.2020 benennt die Zahnärztekammer lediglich einen Anbieter von Masken. Zum damaligen Zeitpunkt (Hochphase des pandemiebedingten Lieferengpasses) handelte es sich im Ergebnis um den einzigen Anbieter, der FFP1- und FFP2-Masken auf Rechnung, in ausreichenden Mengen und mit Rückgabegarantie zu einem einigermaßen annehmbaren Preis liefern konnte. Lediglich diese Information hat die Zahnärztekammer Berlin an ihre Mitglieder weitergegeben. Hierin lag weder eine Empfehlung der aukando GmbH noch eine Vermittlung von Masken derselben. Dies wurde durch den unterstrichenen Zusatz, dass die Zahnärztekammer Berlin keine Gewährleistung für die Zertifikate übernehmen kann sowie auf Preisgestaltung, Lieferzeit und Zahlungsmodalitäten keinen Einfluss hat, mehr als deutlich gemacht.

Es besteht keine „Meldepflicht“ der Zahnärztekammer Berlin an ihre Mitglieder über eine angebliche Mangelhaftigkeit von durch die aukando GmbH gelieferte Masken. Denn aktuell fehlt es an Beweisen für eine durch Sie behauptete Mangelhaftigkeit der FFP1- bzw. FFP2-Masken.
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) nennt vier Labore, die nach der erforderlichen DIN EN 14683:2019-6 prüfen können. Die von Ihnen beauftragte Paconsult GmbH befindet sich nicht unter den genannten. Im Übrigen ist unklar, woher die getesteten FFP2-Masken stammen und wie sie zwischengelagert wurden. Schließlich kann der Test von lediglich 3 Masken nicht als repräsentativ gewertet werden. Allein aufgrund dessen eine Warnung auszusprechen, brächte die Zahnärztekammer in den Bereich der strafbewehrten Verleumdung, § 187 StGB.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. M. Dreyer

Vizepräsident der Zahnärztekammer Berlin

13 Kommentare

  • Anonymous

    Nun mal ehrlich!?

    Was für eine Bedeutung bzw. Wertigkeit hat es für eine Zahnarztpraxis, wenn die Zahnärztekammer in echten Notzeiten einen Lieferanten für qualifizierte Masken "benennt"?

    "Hallo Kollegen/innen, wir ("Euer Vorstand") machen uns die Mühe und nennen Euch hier eine Firma ("und die anderen 500 Firmen nennen wir nicht"), aber wir wissen nicht wirklich was die da tatsächlich liefern können und und ob überhaupt. Versucht es einfach mal, vielleicht kommt ja was Gutes dabei heraus. Wenn es klappt, prima, sagt es weiter. Wenn nicht, schade, tut uns leid, behaltet es für Euch, aber vom Home-Office aus können wir nichts prüfen und deshalb auch für unsere "Benennung" nicht gerade stehen. Ein Versuch war es ja allemal wert…"

    Zur Antwort des Kollegen Dreyer: "das nennt man wohl, "sich einen schlanken Fuß machen"!

     

     

    • Anonymous

      Super. Dann ist ja jetzt klar wie ich meine Kronen und Füllungen ab jetzt gewährleistungsfrei an den Mann bringen kann. Einfach irgendwelches Billigmaterial in China kaufen, Zertifikat basteln und keine Haftung übernehmen. Und wenn die Sekundärkaries kommt, bin ich ja aus der Haftung raus. Danke Dr. Dreyer für diese super Anregung. 

  • Anonymous

    Da ich dem Kollegen Dreyer nicht die Fachkompetenz absprechen möchte, unterstelle ich ihm folgende Kenntnis:

    Im professionellem Bereich ist die Bezeichnung "FFP 2" immer verbunden mit einem entsprechendem CE- Zertifikat. Dr. Dreyer geht also offensichtlich davon aus, dass diese CE für die Produkte von Aukando existiert.

    Es wäre für die vermutlich 800 Kunden in Berlin doch sehr beruhigend, wenn er seine Kontakte mal ordentlich spielen lässt, und das Zertifikat besorgt.

     

    • Anonymous

      Da Kollege Dreyer schon die juristischen Aspekte ins Spiel bringt ( Verleumdung § 187 StGB); ja, da gilt es sorgsam zu formulieren!

      Falls den Aukando-FFP 2-Masken allerdings keine gültige CE-Zertifizierung zu Grunde liegt, könnten böswillige Leute gegen ihn den Paragraphen 257 ins Spiel bringen.

      § 257
      Begünstigung

      (1) Wer einem anderen, der eine rechtswidrige Tat begangen hat, in der Absicht Hilfe leistet, ihm die Vorteile der Tat zu sichern, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

    • Anonymous

      Dass die Berliner Verbände einfach wegschauen, wenn die eigenen Funktionäre sich in dieser Form ihrer Verantwortung entziehen, ist ein Skandal! Wenn der Freie Verband und der Verband der Zahnärzte von Berlin nicht umgehend für Transparenz und Aufklärung sorgen, machen sie sich mitverantwortlich.

  • Anonymous

    Wo ist eigentlich der Präsident der Zahnärztekammer Dr. Heegewald. Ich hätte schoN erwartet, dass er sich zu der Problematik äußert. Aber wie immer schickt er seinen Stellvertreter und seinen Geschäftsfüher vor.  Wahrscheinlich darf er nichts sagen, weil er wie immer keine Ahnung hat. Oder es geht ihn nichts an und er liegt weiter faul in der Sonne. Ich tippe eigentlich auf beides.  

  • Anonymous

    Vizepräsident Dreyer, oder die Macht des Absurden.

  • Anonymous

    Saturierte zahnärztliche Funktionäre und deren Steigbügelhalter schauen weg oder negieren in entlarvend offener Form die Nöte der Kollegenschaft in den Praxen, um nicht mit deren Problemen konfrontiert zu werden. Man hat sich halt in den Institutionen gemütlich eingerichtet und reitet auf der bequemen Welle der Ignoranz. Eine Besserung erscheint nicht in Sicht, da immer weniger von den Körperschaften frustrierte Kolleginnen und Kollegen an den Wahlen zu den Körperschaften teilnehmen und somit dem Amigosystem in Berlin seinen Bestand mit ständig überproportional wachsenden Vergütungen erhalten.

  • Anonymous

    Aerosolforscher im Interview: „Wir müssen ein ganz anderes Lüftungsverhalten entwickeln“
    in RND 02.08.2020

    Prof. Dr. Martin Kriegel
    Leiter des Instituts für Energietechnik
    Technische Universität Berlin

  • Anonymous

    Da ist der Unterschied – Politiker stehen zu ihren Verfehlungen und treten zurück – Standespolitiker vertuschen … und an Rücktritt hat noch nie einer gedacht.

    http://iuzb.de/?p=187

    https://www.tagesspiegel.de/berlin/wegen-falsch-abgerechneter-bezuege-bausenatorin-katrin-lompscher-tritt-mit-sofortiger-wirkung-zurueck/26059748.html

    • Anonymous

      In der Standespolitik gibt es eben keine Kontrolle. Da wäscht eine Hand die andere und wer da nicht mitmacht wird als Nestbeschmutzer diffamiert. Helfen würden viele Wahllisten. Hier sind dann die Wähler gefordert auch für Vielfalt zu sorgen, also in Berlin die IUZB und nicht den Berliner Verband oder dessen Steigbügelhalter FVDZ zu wählen.

    • Anonymous

      Selbst die von vielen Standesvertretern eher abgelehnten linken Politiker sind integrer als unsere zahnärztlichen Standesvertreter!

      • Anonymous

        Diese "Standesvertreter" machen dann sogar noch Karriere, siehe Skandale um KZV Rechnungsprüfungsberichte und Nachtnotfalldienst. Ist ja alles hier auf der IUZB Webseite dokumentiert.

        Selbst die von vielen Standesvertretern eher abgelehnten linken Politiker sind integrer …..

        Was die große Politik betrifft, so hat das Portal Telepolis genau dazu einen guten Kommentar geschrieben: Lompscher-Rücktritt

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