Produktwarnung für die von der ZÄK Berlin vermittelten FFP2 Masken der Firma Aukando

 

OFFENER BRIEF

An den Vorstand der Zahnärztekammer Berlin K.d.ö.R.
Stallstraße 1
10585 Berlin
Per EMail an info@zaek-berlin.de

Verteiler:

Betrifft:

Kammerinformation 4-3 aus 2020:
ZÄK Berlin vermittelt direkten Lieferweg / FFP1- und FFP2-Masken bei Händler bestellbar
Produktwarnung für die von Ihnen vermittelten FFP2 Masken der Firma Aukando

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

in der Delegiertenversammlung vom 28.05.2020 hatten wir Sie darum gebeten, uns das CE-Zertifikat der von der Firma Aukando vertriebenen Atemschutzmasken zu übersenden.

Das Angebot dieser, von Ihnen den KollegInnen als seriöser Lieferant empfohlenen Immobilienfirma, ist nach Ihren Angaben von ca. 800 Praxen wahrgenommen worden, 15 Praxen schickten die Masken an Aukando zurück. Der Geschäftsführer der Zahnärztekammer Berlin Herr Dr. Fischdick hatte den Delegierten die Überlassung des ihm vorliegenden CE-Dokumentes zugesagt. Trotz mehrfacher Aufforderung ist uns das CE-Zertifikat bis zum heutigen Tage nicht übergeben worden. Auch haben Sie es bis zum heutigen Tag versäumt, uns die Adresse der Apotheke zu nennen, die Sie in Ihrem Informationsschreiben vom 09.04.2020 als Referenz zum Nachweis der besonderen Wertigkeit der Masken und Zuverlässigkeit des Lieferanten genannt haben. Unsere Bemühungen, dass CE-Zertifikat zwischenzeitlich direkt von der Firma zu erhalten, waren bisher ebenfalls erfolglos.

Deshalb haben wir uns entschlossen, drei von der Firma Aukando ausgelieferte Atemschutzmasken in einem Schnelltest prüfen zu lassen.

  • Bei diesem Schnelltest erfüllten zwei der drei getesteten Atemschutzmasken die geforderten Standards bezüglich der Dichtigkeit für einen FFP2 Standard nicht. (siehe Anlage).

Eine umfassendere Prüfung ist zeitlich aufwändig. Auch übersteigen die hierfür notwendigen zusätzlichen finanziellen Mittel unsere Möglichkeiten und liegen zudem nicht in unserem Aufgabengebiet.

Da wir es für fahrlässig und unverantwortlich halten, wenn aus betriebsinternen Gründen (Sommerurlaub) eine zeitnahe Information der Zahnarztpraxen durch die Kammer unterbleibt, fordern wir Sie dazu auf, unverzüglich dafür zu sorgen, dass die ca. 800 Erwerber der Atemschutzmasken über die möglicherweise unzureichende Qualität der Schutzausrüstung informiert werden.

Ob die von Ihnen empfohlene Firma überhaupt eine Zulassung hat, um Medizinprodukte zu vertreiben, ist uns nicht bekannt.

Wir werden dieses Schreiben als Offenen Brief auf der Internetseite der IUZB allen Berliner Zahnarztpraxen zugänglich machen.

Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Gneist

Delegierter der Zahnärztekammer Berlin
1. Vorsitzender IUZB. e.V.
Telefon 0173 65 64 726

Dr. Helmut Dohmeier de-Haan

Delegierter der Zahnärztekammer Berlin
2. Vorsitzender IUZB e.V.

Postanschrift:
IUZB e.V.
Geschäftsstelle:
13437 Berlin
Spießweg 35

Anlage:

3 Kommentare

  • Dr. Helmut Dohmeier-de Haan

    Zertifizierung der von der Zahnärztekammer empfohlenen Masken der Firma aukando

    Schriftwechsels zur Diskussion des TOP 3  "Bericht des Vorstandes" in der Delegiertenversammlung vom 28.05.2020 (Berichterstatter Herr Heegewaldt).

    Nach einer erfolglosen telefonischen Anfrage am 24.06.2020  wurde der Geschäftsfürer der ZÄK Berlin am 25.06.2020 schriftlich an die Übersendung der zugesagten Antworten auf die unbeantworteten Fragen aus der Delegiertenversammlung vom 28.05.2020 erinnert:

    Sehr geehrter Herr Dr. Fischdick,

    in Ihrem Newsletter 4-3 schreiben Sie:

    ZÄK Berlin vermittelt direkten Lieferweg / FFP1- und FFP2-Masken bei Händler bestellbar […]"Die Firma aukando ist über persönliche Kontakte in der Lage, bei einem Großhändler in China FFP1- und FFP2-Masken direkt zu bestellen. Eine ersteAuslieferung dieser Masken an eine Berliner Apotheke wurde dort überprüft und als ordnungsmäßig bezeichnet."[…] In der Delegiertenversammlung vom 28. Mai 2020 hatte ich Sie um Auskunft gebeten, welche Berliner Apotheke die Masken überprüft hat. Sie wussten dies in diesem Moment nicht, sagten mir aber zu mir die Antwort nachzureichen. Ich bitte Sie, dies nunmehr auch zu tun.Die Zahnärztekammer Berlin hat sich bei diesen fast 800 Geschäften als Vermittler betätigt. In der Delegiertenversammlung sagten Sie auf eine Frage des Delegierten Herrn Gneist, dass Ihnen das CE Zertifikat vorliegt. Ich und auch Herr Gneist bitten um Zusendung einer Kopie dieses Zertifikates.Auf eine meiner Fragen sagten Sie außerdem, dass die LZÄK BW (Baden Württemberg) mit erheblichen Kapitalaufwand in die Beschaffung von Masken gegangen ist und darauf sitzen geblieben ist. Nur am Rande möchte Ihnen dazu mitteilen, dass ich inzwischen deswegen ein längeres Telefonat mit dem Referat Praxisführung der ZÄK B.-W. geführt habe und das es demnach nicht zutrifft, dass die LZÄK BW auf Masken sitzen geblieben ist.Mit freundlichen Grüßen Dr. Helmut Dohmeier-de Haan

    Darauf erfolgte die Antwort des Geschäftsführers der ZÄK Berlin vom 08.07.2020:

    Sehr geehrter Herr Dr. Dohmeier-de Haan,
     
    vielen Dank für Ihre E-Mail. Ich bitte Sie, auch Herrn Gneist meine Antwort weiterzuleiten, für den Sie ja auch nachfragen.  
    Leider kann ich Ihnen den Namen des Apothekers zurzeit nicht nennen, da dieser momentan im Urlaub ist, und ich ihn zunächst befragen muss, ob er mit der Weitergabe seiner Daten einverstanden ist. Das Zertifikat für die Masken bitte ich Sie, unmittelbar bei der Firma Aukando abzufordern.
     Urlaubsbedingt wird sich eine weitere Befassung bis Anfang August verzögern. Ich bitte insoweit um Verständnis.
     Ich wünsche Ihnen eine erholsame Sommerzeit!
    Mit freundlichen Grüßen Dr. Fischdick

    Am 09.07.2020 wurde der Vorstand der ZÄK gebeten, sich der Sache anzunehmen:

    Sehr geehrte Herr Kollege Heegewaldt, sehr geehrter Herr Kollege Dreyer, sehr geehrter Herr Kollege Kesler,

    nachdem Herr Dr. Fischdick offenbar nicht gewillt oder nicht in der Lage ist, meiner Bitte um Auskunft  nachzukommen, erwarte ich von Ihnen, dass Sie sich der Sache annehmen und dafür sorgen, dass die von mir erbetenen Auskünfte jetzt gegeben werden. Eine erneute Verzögerung ist nicht akzeptabel.

    Die Übersendung von Unterlagen aus denen unmissverständlich hervorgeht, dass
        •    die Masken durch eine Berliner Apotheke überprüft und als ordnungsmäßig bezeichnet worden sind
        •    die von der Firma Aukando an die Berliner Zahnarztpraxen verschickten Masken über eine CE-Zertifizierung verfügen
        •    die Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg mit erheblichen Kapitalaufwand in die Beschaffung von Masken gegangen ist und darauf sitzen geblieben ist,  
    erwarte ich bis zum 15.07.2020. Anderenfalls gehe ich davon aus, dass es die behauptete Überprüfung der Masken durch die  "Berliner Apotheke" nicht gegeben hat, Ihnen auch keine CE-Zertifizierung der Masken vorliegt und die Delegierten mit der Aussage über die Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg unzutreffend informiert sind.Mit besten Grüßen Dr. H. Dohmeier-de Haan

    Am gleichen Tag erfolgt die Antwort des Präsidenten der Zahnärztekammer Berlin:

    Sehr geehrter Kollege Dohmeier-de Haan!

    Ich verstehe Ihren Ton in der Mail nicht. Erstens hat Herr Dr. Fischdick eine Antwort nach seinem Urlaub zugesagt und zweiten bitte ich Sie, den Unterton der Unterstellung in Zukunft zu unterlassen.
    Die Aussagen von Herrn Dr. Fischdick waren selbstverständlich wahrheitsgemäß, da wir die Berliner Zahnärtinnen und Zahnärzte keinem Risiko bezüglich der Schutzmasken ausgesetzt haben.
    Mit freundlichen Grüßen,Karsten Heegewaldt

    Daraufhin erfolgte ein Schreiben mit einer Fristsetzung:

    Sehr geehrter Herr Kollege Heegewaldt,

    statt in Empörungsrhetorik über angebliche Unterstellungen meinerseits zu verfallen, sollten Sie Herrn Dr. Fischdick daran erinnern, dass die Fragen seit  der Delegiertenversammlung vom 28.05 und somit seit sechs Wochen, unbeantwortet sind. Auch ich gehe davon aus, dass die Aussagen von Herrn Dr. Fischdick "selbstverständlich wahrheitsgemäß" sind. Damit ich mich nicht täusche, dürfte es Ihnen nicht schwer fallen, dafür zu sorgen, dass trotz des Urlaub des Geschäftsführers,  die erbetenen Unterlagen bis zum 15.07. 2020 verschickt werden. Mit freundlichen Grüßen H. Dohmeier-de Haan

    Am 15.07.2020 unterzeichnen der Präsident und der Vizepräsident der ZÄK Berlin das Protokoll der Delegiertenversammlung vom 28.05.2020. Diese und weitere Nachfragen der Delegierten Gneist bzw. Dohmeier-de Haan wurden  nicht protokolliert und sind bis heute (25.07.2020) unbeantwortet geblieben.

    H.Dohmeier-de Haan

    Delegierter der IUZB in der Zahnärztekammer Berlin

    helmut.dohmeier@iuzb.de                                                                                                                                                                      

     

  • Dr. Helmut Dohmeier-de Haan

    Mein Kommentar 

    Den Ausführungen des Vizepräsidenten der Zahnärztekammer Berlin Dr. Dreyer widersprechen wir entschieden.

    Die zentrale Problematik dieser unsäglichen Affäre ist, dass der Vorstand der Zahnärztekammer Berlin und sein Geschäftsführer hier eine von vornherein suspekte Immobilienfirma an uns Kollegen empfohlen hat, obwohl kein gültiges CE-Zertifikat vorlag oder zumindest im Vorfeld eine sicher technisch aufwendige aber seriöse Prüfung dieser Atemschutzmasken zu veranlassen.

    Statt dessen hat sich der Kammervorstand zum Steigbügelhalter der Fa. aukando gemacht, und somit billigend eine Infektion von Patienten, Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und der aufgrund der Empfehlung der Kammer im guten Glauben handelnden Kollegen in Kauf genommen. 
    Im Nachhinein dann auch noch zu versuchen diese Vorgehensweise durch bis zum heutigen Tage nicht vorliegende Expertisen eines Apothekers und eines ebenfalls nicht vorliegenden CE-Zertifikates zu rechtfertigen, macht die Sache kein wenig besser.
    Weitere Vertuschungs- und Verzögerungsmaßnahmen machen die Angelegenheit eher suspekter und man darf sich fragen, warum der Kammerpräsident Dr. Heegewaldt diese Vorgehensweise offensiv mitträgt.
    Darüberhinaus wissen wir mittlerweile, dass das von der Firma aukando den Sendungen beigelegte "Zertifikat" keine Bescheinigung nach Europäischem Recht ist. Eine Benannte Stelle mit diesem Namen existiert nicht.
    Diese Bescheinigung berechtigt nicht zum Anbringen des CE-Zeichens an das Produkt.
    Entgegen den Aussagen von Dr Dreyer handelt es sich bei der Firma PACconsult GmbH um ein zugelassenes Prüfinstitut.
    Polizeibekannt ist Cedric Siebert übrigens schon länger: Als Hotel-Angestellter soll er sich regelmäßig an den Einnahmen bedient haben. 2014 wurde er dafür verurteilt.

    Für weitergehende Informationen besuchen Sie IUZB.de
    Dr. H.

    Antwort ZM online

     

    Sehr geehrter Herr Dr. Dohmeier,

     vielen Dank für Ihren Kommentar. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir diesen nicht veröffentlichen, weil er gegen unsere Netiquette

    (https://www.zm-online.de/netiquette/verstößt. 

     Vorerst ist der Fall aus Sicht der Redaktion umfassend beschrieben. Wie ich Herrn Gneist gestern Abend telefonisch mitgeteilt habe, nehmen wir die Recherche gerne wieder auf, sobald es einen neuen Sachstand gibt.

     Viele Grüße,

    Redakteur
    Redaktion Zahnärztliche Mitteilungen

    Herausgeber:
    Bundeszahnärztekammer – Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Zahnärztekammern e.V.
    Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung K.d.ö.R.

    Tel.:     +49 30 280179-54
    Fax:     +49 30 280179-42
    Mail:   m.giessmann@zm-online.de
    Web:   http://www.zm-online.de

  • Dr. Helmut Dohmeier-de Haan

    Brief an den Vizepräsidenten der Zahnärztekammer Berlin

    Sehr geehrter Herr Kollge Dreyer,

     In dem Artikel „Sind FFP2-Masken der aukando GmbH minderwertig?“ auf ZM online heißt es zu Ihrer Stellungnahme:

     "Dreyer ist sich indes keiner Nachlässigkeit bewusst und würde mit dem Wissen von heute wieder so handeln.

    Sehr geehrter Kollege, für die Inverkehrbringung von FFP2 Masken ist ein gültiges CE Zertifikatl nötig. Dieses Zertifikat kann Ihnen nicht vorgelegen haben. Und es liegt bis heute keins vor. Ein CE-Zertifikat war doch eigentlich ein von Ihnen gefordertes Qualitätsmerkmal für Ihre Empfehlungskriterien.

    Sich bei der Frage zur Qualität eines Atemschutzgerätes auf den Augenschein eines Apothekers zu verlassen, ist zumindest naiv, eigentlich grob fahrlässig.

    Entgegen Ihrer Auffassung ist das von der IUZB beauftragte  Prüfinstitut  PAConsult GmbH, sehr wohl für Dichtigkeitsprüfungen zertifiziert. Ergebnis: Zwei von drei Masken sind undicht!

    Dennoch würden Sie auch heute den Kollegen die Ware der Firma aukando empfehlen?

     Das kann nicht Ihr Ernst sein!

    Um möglichst schnell Schäden durch möglicherweise undichte Masken zu vermeiden, kommen Sie Ihrer Meldepflicht nach, und informieren Sie die Berliner Zahnärzte umgehend über die Problematik. Nur Sie verfügen über die entsprechende Datenbank.

    Mit einem Hinweis auf die Internetseite  http://iuzb.de/?p=30628  ist es den Kollegen und Kolleginnen möglich sich umfassend zu informieren.

    Mit freundlichen kollegialen Grüßen 

    H.Dohmeier-de Haan

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